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Berlin, den 9. März 1912.
Erläuterungsbericht
zum Kostenüberschlage, betreffend die baulichen Veränderungen zur I
Erhöhung der Feuersicherheit in Verbindung mit der notwe» I
digen und den jetzigen Anforderungen entsprechenden Verbesserung I
der räumlichen Verhältnisse int Sophiengymnasium, Weinmeister |
st raste 15.
Die Untersuchung der Baulichkeiten des Sophiengymnasiums auf I
ihre Feuersicherheit hin ist am 31. Oktober 1910 erfolgt, und wird eine >
Abschrift des betreffenden Protokolls hier beigefügt.
Hiernach sind die erforderlichen Um- und Erweiterungsbauten >
entivorseu.
Ta das Sophiengymnasium nur eine einzige, wenn auch groß >
und breit angelegte und architektonisch bedeutsam ausgebildete Treppe I
besitzt, besteht die Gefahr, das; bei eintretender Berqnalmnng dieser I
Treppe ein rauchfreier Ausgang für sämtliche Klassen in den oberen I
Geschossen nicht vorhanden sein würde, und ergibt sich daraus die z
zwingende Notlvcndigkeit, weitere Treppen anzulegen. Es wird vor
gefchiagen, einmal ein neues, durch alle Geschosse reichendes massives
Treppenhaus am Ende des vorderen Korridors in dem Winkel, :
Ivo die Turnhalle mit dem Gymnasium zusammenstößt, anzulegen.
In dem Seitenflügel läßt sich die Anlage einer durch alle Ge i
schosse reichenden Treppe, welche eine große Einbuße an Klassen !
räumen herbeiführen würde, dadurch sparen, daß im ersten Stock i
eine Verbindung des Korridors mit dem korrespondierenden Korridor J
des Sophienrealgymnasiunis in ähnlicher Weise hergestellt wird, wie >
sie bereits seil einigen Jahren im zweiten Stockwerk besteht, wo I
aus Anregung des PolizeirevicrvorstandeS von der Aula aus durch >
eine Tür nebst Ileberbrückung des zwischen beiden Lehranstalten I
liegenden Lichthoscs ein Rückzugsweg nach dem Korridor des Sophien |
realgymnasiums geschaffen worden ist.
Um die Einbuße an Raum, welche durch die Anlage der wei I
leren, noch zu erwähnenden neuen Treppe im zweiten Stock des I
Seitenflügels entsteht, auszugleichen und gleichzeitig den Zeichensaal, I
welcher in dem Klassengebäude in der Gormannstraße 4 untergebracht I
worden war und dort namentlich wegen der ungünstigen Beleuch I
tungsverhältnisse von der Schulaufsichtsbehörde beanstandet wird, I
in geeigneter und zweckentsprechender Weise unterbringen zu können, I
empfiehlt es sich, ans das Anstaltsgebäude esii drittes Stockwerk, z
ähnlich, wie es im vorigen Jahre im Sophienrealgymnasium ge I
schehen ist, aufzusetzen und darin den Zeichensaal nebst Modell- und I
Dunkelkammer und den Gcsangsaal unterzubringen, lind zwar de» |
ersteren im Borderhause, so daß er ein reineS Nordlicht erhält, und I
den letzteren in dem Seitenflügel.
Ta in dem neuen Stockwerk eine Verbindung des Korridors I
im Seitenflügel mit demjenigen des Sophienrealgymnasiunis in der I
vorhin beschriebenen Weise nicht möglich ist, weil die Aula, welche »
durch zwei Geschosse reicht, dazwischen liegt, must für diesen Flügel. W
die schon erwähnte besondere Verbindungstreppe mit dem zweiten l
Stockwerk neben der Aula an der Stelle, wo sich die unter ')i r. <> 1
des Protokolls erwähnte Bodentreppe befindet, angelegt werden. Diese
Treppe soll gleich derjenigen im Vorderhause massiv bis zum Tacki
geschoß geführt und mit einem vorschriftsmäßigen Glasdach be
leuchtet werden.
Tie llmschliestungswändc des Haupttreppenhauses sowie des Lichi
Hofes zwischen den beiden Anstalten müssen entsprechend erhöht und i
die vorhandenen alten Oberlichte durch neue, der jetzigen Polizei
Vorschrift entsprechende, ersetzt, sowie mit Entlüftungsvorrichtungen,
ivelche baupolizeilich für alle Treppenhäuser vorgeschrieben sind, ver
sehe» werden.
Zur Abhaltung des Zuges wird das Vestibül im Haupttreppe»
hause in allen Geschossen durch Glaswände gegen die Korridore
abgeschlossen. „
In dem Borderkorridor müssen neben der neue» Treppe, u»> j
für das Aufschlägen der Ausgangstüren den erforderlichen Spiel
raum zu schasse», kleine Einbauten hergestellt werden, von denen
die im Erdgeschoß und dritten Stockwerk gelegenen zur Anlage, von I
Klosettränmen für das Lehrerpersonal, die übrigen, als Besenkaiu |
mern dienen. Gegenwärtig ist das Lehrerklosett sehr ungünstig i» >
einem niedrigen, dunklen Raume unterhalb des Podestes der Haupt »
treppe im Erdgeschoß untergebracht.
Am Haupteingange zum Schulhanse läßt sich zlvischcn der Durcki »
fahrt und dein Vestibül ein kleiner Verschlag einbauen, von welchen' I
aus der Schuldiener, dessen Wohnung im Tirektorialgebäudc a» »
der Straße liegt, den Eingang übersehen und überwachen kan» >
Die Erwärmung der neuen^ Räume erfolgt durch Anschluß a» I
die vorhandene, entsprechend zu ergänzende Warmwasserheizung. Hier I
bei ist die Aufstellung von zwei neuen .Heizkesseln und Vergrößerung »
des einen vorhandenen Kessels, sowie die Erneuerung der allen >
Rohrleitungen und des Wachschornsteines der Kesselanlage erforderliw >