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Volume Nr. 3, 12. Januar 1937 Anordnung vom 30. Dezember 1936

Full text: Amtliche Nachrichten des Polizeipräsidiums in Berlin (Public Domain) Issue 1937 (Public Domain)

von Obstbäumen und Beerensträuchern aus ihren 
Pflanzungen bis zum 25. Juni jeden Jahres ent- 
fernt werden. Diese Bestimmung findet auch An- 
wendung auf kranke Obstbäume und Beerensträucher, 
bei denen mit Sicherheit das Absterben vorauszu- 
fsehen ist. 
8 7. Über die Zulassung von Ausnahmen ent- 
scheiden nach Anhörung eines von der Hauptstelle für 
Pflanzenschuß, Potsdam - Luisenhof, Templiner 
Straße 21, ernannten Sachverständigen die Polizei- 
ämter. 
8 8. Zur Revision von Obstkulturen sind von dem 
Polizeipräsidenten im Einvernehmen mit der Haupt- 
stelle für Pflanzenschuß Sachverständige bestellt. Den 
Sachverständigen, die sich durc<h eine amtliche Be- 
scheinigung auf Erfordern auszuweisen haben, ist das 
Betreten der Grundstücke zu gestatten. 
IV. Bekämpfung der Ulmenkrankheit. 
8 9. Wenn bei Ulmen verdächtige Anzeichen der 
sogenannten Ulmenkranfheit (Graphium ulmi), ins- 
bejondere plößliches Vergilben oder plößliches Welken 
des Laubes entweder am ganzen Baume oder an ein- 
zelnen Zweigen auftreten, so hat der Besitzer binnen 
einer Woche dem für den Standort der Bäume zu- 
ständigen Polizeiamt hiervon Anzeige zu erstatten. 
Das PBolizeiamt veranlaßt dann die Untersuchung 
der Bäume durch die Hauptstelle für Pflanzenschutz. 
8 10. (1) Werden bei der Untersuchung kranke 
Bäume festgestellt, so hat der Besizer nach näherer 
Anordnung des Polizeiamts auf Grund des Gut- 
achtens der untersuchenden Pflanzenschutbstelle die 
erkrankten Bäume je nach dem Grade der Erkrankung 
entweder zurückzuschneiden oder zu fällen. 
(2) Bei Rücschnitt sind die Schnittflähen mit 
Steinkohlenteer zu überstreichen. Die abgeschnittenen 
Zweige sind zu verbrennen; ein gefällter Baum ist 
zu entrinden und die Rinde nebst dem gesamten 
kranken Gezweig zu verbrennen. Der Baum ist als- 
dann möglichst bald zu Werk- oder Brennholz zu ver- 
arbeiten. 
(3) Der Stumpf ist auszuroden. Falls dies untun- 
lich sein sollte, ist seine Schnittfläche mit Teer oder 
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