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Volume Nr. 54, 20. August 1937 Verfügung vom 15. Juli 1937

Full text: Amtliche Nachrichten des Polizeipräsidiums in Berlin (Public Domain) Issue 1937 (Public Domain)

IL. Beseitigung und Bestattung von mensc<- 
lichen Früchten 
(Abschn. E TI, Ziffer 1). 
Tote menschliche Früchte sind den pathologischen In- 
stituten der großen Krankenhäuser zu übergeben, falls die 
Verpflichteten nicht eine Bestattung auf einem Bestattungs- 
plaß vornehmen lassen wollen oder die Frucht so klein ist 
(Ziff. 1 Abs. 1), daß ihre Beseitigung auf anderem Wege 
zwedmäßig erscheint. 
IIL B-estattungsentziehung von Kinder- 
leichen. 
4. Die Leichen von Kindern, die tot geboren oder 
innerhalb der ersten Wochen nach der Geburt gestorben 
sind, können den mediginischen Instituten der Universität, 
der Charite oder den sonstigen öffentlichen Entbin- 
dung3- und Krankenanstalten in Berlin zu wissenschaft- 
lichen Zweden überlassen und damit der ordnung8mäßigen 
Bestattung entzogen werden. In diesen Fällen haben die 
Polizeireviere außer der Ausfüllung des Totensc<heines 
durc< den hinzugezogenen Arzt die Beibringung einer von 
dem Direktor oder Leiter der betreffenden Anstalt auszu- 
stellenden Bescheinigung darüber zu. fordern, daß die =- 
jedesmal näher zu bezeichnende -- Leiche mit Einwilligung 
der Eltern, bei einem unehelichen Kinde mit Einwilligung 
der Mutter, zu wissenschaftlichen Zweden der Anstalt Üüber- 
geben worden ist. Diese Bescheinigung ist mit Vordr. 
Nx. 34 A an Abt. V einzureichen. 
9. Privatärzte und Privatkrankenanstalten bedürfen zur 
Annahme einer Kinderleiche der Erlaubnis, die auf An- 
trag von Abt. V für jeden einzelnen Fall erteilt wird. Dem 
Antrage muß die schriftliche Einwilligung der- Eltern bei- 
gefügt sein. 
B. Beseitigung menschlicher Knochenreste. 
Die menschlichen Knochenreste, die bei Erdarbeiten (Aus- 
sch<a<tungen) zutage gefördert werden, können den städtischen 
Feuerbestattungsanlagen überwiesen werden, falls nicht die 
Beerdigung der Knochenreste auf einem Bestattungsplaß 
angängig sein sollte. Erscheint der Verdacht einer stras- 
baren Handlung begründet, so liegt die Bearbeitung der 
Angelegenheit der Kriminalpolizei ob. 
Der Polizeipräsident. 
= 230
	        
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