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Volume Nr. 70, 8. Oktober 1929 Verfügung vom 4. Oktober 1929 ... betrifft: Das Rettungswesen

Full text: Amtliche Nachrichten des Polizeipräsidiums in Berlin (Public Domain) Issue 1929 (Public Domain)

Der einliefernde Beamte hat in jedem Falle in der 
Rettungsstelle „die Entscheidung des. Arztes abzuwarten. 
Beorbleibt der Hilfsbedürftige auf der Rettungsstelle, so ist 
dies durch: den. Polizeibeamten: dem zuständigen Polizeirevier 
umgehend mitzuteilen. 
Crübrigt sich. ärztliche» Hilfe, so hat der Polizeibeanite 
den Hilfsbedürftigen, soweit Hilfsbedürftigkeit noch vorliegt, 
nach seiner. Wohnung oder, wenn diese nicht zu ermitteln 
ist oder er obdachlos ist, nach dem Polizeirevier zu bringen. 
Dort ist er als obdachlos zu behandeln. 
Sst „die Ueberführung in ein Krankenhaus erforderlich, 
jo fragt die Rettungsstelle bei der Bettenzentrale des Roet= 
fungsamts an, in welchem Krankenhäuse Platz frei ist. Die 
Ueberführung hat der Polizeibgamte zu besorgen. Hat dieser 
sich schon entfernt, “so hat auf Ersuchen der Rettungsstelle 
das für die- Rettungsstelle zuständige Polizeirevier für die 
Ueberführung zu sorgen. Befindet sich der Hilfsbedürftige 
in einer Rettungsstelle, welche einem Krankenhause angeo= 
gliedert ist, jo. erfolgt die Aufnahme nach Möglichkeit in 
das betreffende Krankenhaus. 
Erscheint vorübergehende“ ärztliche Beobachtung not= 
wendig, Jo wird. der Hilfsbedürftige einstweilen in einem 
Raum -der Rettungsstelle behalten und nach Beendigung der 
Boobachtung entweder entlassen oder einem Krankenhaus zur 
weiteren Behandlung überwiesen. Sofern die Beobachtung 
voraussichtlich keine längere Zeit in Anspruch nehmen wird 
und der Arzt es für notwendig hält, hat der einliefernde 
Polizeibgamte so lange, zu warten; bis eine "Entscheidung nach 
Beendigung der Beobachtung getroffen wird. 
Sollten bei Zuführung des Hilfsbedürftigen zur Ret- 
tungsstelle die dort vorhandenen Beobachtungsräume bereits 
besetzt Jein, Jo bleibt. es dem Ermessen des diensttuenden 
Arztes - überlassen; - ob die Uoberführung- nach der nächsten 
Rettungsstelle zur vorübergehenden Beobachtung oder nach 
einem Krankenhause zur Aufnahme erfolgen soll. Dig Ueber- 
führung hat durch den Polizeibeamten zu geschehen. 
"Der Polizeibeamte hat sich nach Ablieferung des Hilfs- 
bedürftigen nicht früher aus dem Krankenhause zu ent- 
fernen,-.als,,bis der diensttuende Arzt darüber Entscheidung 
getroffen hat. ob die eingelieferte Person aufgenommen wird 
oder nicht. Wird die Aufnahme abgelehnt, weil inzwischen 
der Plaß besetzt ist, Jo ist nochmals bei der Bettenzentrale 
des Rettungsamtes. anzufragen. Der Hilfsbedürftige. ist so- 
dann dem Krankenhause, das das Rettungsamt bezeichnet, 
durch den Polizeibeamten zuzuführen. 
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