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Volume Nr. 70, 8. Oktober 1929 Verfügung vom 4. Oktober 1929 ... betrifft: Das Rettungswesen

Full text: Amtliche Nachrichten des Polizeipräsidiums in Berlin (Public Domain) Issue 1929 (Public Domain)

übergehenden Lacern des Berletzten pp. benüßt werden. Der 
Polizeibzamte haf nach Benutzung der Bahre und Aus- 
wechselung des Obergestells auf der Rettungsstelle diese an 
ihren Standort zurückzuschaffen. 
Kraft= und Pferdedroschken sind zu benutzen, wenn 
Gefahr im Berzug ist und durch Herbeiholung eines anderen 
Beförderungsmittels nachteilige Solgen für die zu beför- 
dernde Person oder sonstige erhebliche Unzufräglichkeiten zu 
besorgen sind. Der Droschkenführer darf die Beförderung 
nicht ablehnen, wenn sie von einem Polizeibeamten ange- 
ordnet wird (vgl. s 10 Abs. 4 und 8 13 der Droschken= 
ordnung vom 22. 6. 27 -- Ord. IV, Bd. 2, Gr. B.1 --). 
Bomerkt wird, daß Droschken zur Beförderung von Per- 
Jonen mit schweren Knochenbrüchen sehr wenig geeignet sind. 
In solchen Sällen ist vielmehr regelmäßig ein Krankenwagen 
oder eine Cragbahre zu verwenden, auch wenn bis zur An- 
kunft des Beförderungsmittels eine etwas längere Zeit 
vergeht. 
Sur Beförderung von Personen, durch die eine Be- 
schädigung oder Verunreinigung des Gefährts zu befürchten 
ist, sind Droschken mit Rücksicht auf die dem. Führer zu- 
stehenden Ersatansprüche möglichst nicht zu benuten. Ist 
aber in einem solchen ZSäll ihre Benutzung unvermeidlich, 
Jo ist der Führer des Sahrzeugs darauf aufmerksam zu 
machen, daß etwaige Anträge auf Erstattung von Reini- 
gungs= und Jonstigen durch die Beförderung verursachten 
Kosten oder Einnahmeausfällen an das jeweils zuständige 
Polizeirevier zu richten sind. 
Personen, die mit ansteckenden Krankheiten bohaftet 
sind, und Leichen dürfen mit- Droschken nicht befördert 
werden., 
Bei Unglücksfällen. Not und gemeiner “Gefahr ist jede 
Person zur Hilfeleistung verpflichtet, wenn sie der Aufforde- 
ruiiqg des Polizeibeamten ohne erhebliche eigene Gefahr ge- 
nügen kann (vgl. 8 360 Ziff. 10 StGB.). Führer von 
Kraftfahrzeugen, die eine bei einem durch ihren Kräftwagen 
verursachten Unfall verletzte Person vorsätzlich in hilfloser 
Lage verlassen, setzen sich der Bestrafung aus 8 22 des 
Reichsgesetzes über Kraftfahrzeugverkehr vom 3. 5. 1909 
(RGBl. S. 437) aus. 
Nach Zuführung zur Rektungsstelle untersücht der diensttuyende 
Arzt. dis hilfsbedürftige Person daraufhin, ob die Ueberführung 
nach einem Krankenhause erforderlich ist. ob vorübergehende 
ärztliche Behandlung in der Rettungsstelle notwendig er- 
scheint oder ob ärztliche Hilfe nicht nötig ist.
	        
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