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Volume Nr. 25, 5. April 1929 Verfügung vom 1. März 1929 ... betrifft: Ermittelungen und Fahndungen

Full text: Amtliche Nachrichten des Polizeipräsidiums in Berlin (Public Domain) Issue 1929 (Public Domain)

besonderem Blatt zu vermerken, in welcher Zeit die Nieder-= 
schrift erfolgt ilt. 
c) Anweisung für die Aufnahme von 
Schriftproben. 
1. Die Person, von der eine Schriftprobe aufzunehmen 
ist, hat auf einem Biettelbogen liniierten oder unliniierten 
Papiers mit einer ihr passenden Zeder ihren Lebenslauf 
(mindestens -20 Zeilen) selbst niederzuschreiben. Cs darf. ihr 
nicht gesagt werden, daß es sich um Anfertigung einer Schrift- 
probe handelt. Kann die Person eine solc<e Schriftprobe 
nicht ohne Diktat liefern, so ist ein solches zu veranlassen. 
Die Anfertigung von Schriftproben zur Aufklärung einer 
bestimmten Straftat hat nach folgenden Grundsätzen zu ge= 
Jc<eben: 
' Es sind möglichst die gleichen Schreibumstände herzustellen, 
die bei Begehung - der Straftat bestanden haben: Papier 
gleicher Beschaffenheit und Ausstattung (3. B. liniiertes oder 
unliniiertes Papier), gleiches Papierformat, Briefumschläge, 
Postkarten, Postabschnitte, Celegramm=, Postanweisungs=, 
Wechsel=, Quittungsvordrucke u. dergl. 
Ebenso ist gleiches Schreibmaterial zu verwenden (Cinte, 
Bleistift, Sarbstift, spitze, breite oder auch Rundschriftfeder 
usw.). 
Salls das verdächtige Schriftstück auffallend langsam und 
sorgfältig oder schnell und“ flüchtig oder schräg, steil, groß 
usw. geschrieben zu sein scheint, so ist vom Beschuldigten neben 
einer gewöhnlichen, unbeeinflußten Schriftprobe noc< eine 
solche aufzunehmen, bei der diese Kennzeichen zu berücksich= 
tigen sind. 
Zur Unterscheidung solcher Schriftproben -ist auf diesen 
eine kurze Erläuterung vom aufnehmenden Beamten beizu-= 
fügen und insbesondere zu vermerken, ob auf Diktat, nach 
Abschrift, sitzend oder stehend u. dal. geschrieben worden ist. 
Bei Berdacht, daß die Schrift absichtlich verstellt wird, 
ist möglichst schnell und viel schreiben zu lassen. 
- 53. Die Schriftproben sind in gleicher Schriftart wie das 
verdächtige Schreiben herzustellen (deutsche, lateinische, ge- 
mischt, Blockschrift, auch Drucktypen usw.). 
4. Schriftproben sollen entweder den ganzen Cext oder 
einen längeren Teil des Anfanges und Schlusses des ver- 
dächtigen Schriftstücks wiedergeben, insbesondere auch solche 
Wörter, die Rechtschreibungsfehler enthalten. 
- 54
	        
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