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Volume Nr. 25, 5. April 1929 Verfügung vom 1. März 1929 ... betrifft: Ermittelungen und Fahndungen

Full text: Amtliche Nachrichten des Polizeipräsidiums in Berlin (Public Domain) Issue 1929 (Public Domain)

eine möglichst genaue Angabe des önhalts in die Akten zu 
fertigen. 
b) Durchjuchung nach zurückgelassenen 
Schriftstücken. 
Wird in den obengenannten oder in anderen Straftaten 
eine Durchsuchung nach Schriftstücken notwendig, so ist be= 
jonders darauf zu achten, daß alle als Beweismittel iv Srage 
kommenden "Gegenstände -möglichst nicht mit den Fingern be= 
rührt werden, um die Ueberführung des Cäters durch etwa 
vorhandene Singerabdrücke nicht zu gefährden. Auf beson= 
derer Anlage ist zu vermerken, von welchen Personen die 
beschlagnahmten Schriftstücke usw. angefaßt worden sind. 
Gefundene Schriftstücke sind zwischen zwei unbenutzten 
Bogen aufzubewahren und in einem Umschlag zu verschließen. 
Serrissene oder verbrannte Schriftstücke, die als Beweis- 
mittel dienen können, jind mit besonderer Sorgfalt zu be- 
handeln und aufzubewahren. Berkohltes Papier wird aus 
einem Ofen nach Abschluß der Rauchklappe vorsichtig heraus= 
genommen, indem man mittels schmaler steifer Papierstreifen 
die einzelnen verkohlten Stücke herausholt. Sie sind unter 
Berwendung von nicht gepreßten Wattebäuschen. in einem 
Karton zu verwahren. - Auch angesengte oder in Berkohlung 
übergegangene Papierstücke können zur Ueberführung des 
Täters dienen, sie sind daher stets mit zu sichern. 
- Auch das vorhandene Schreibmaterial kann ein wichtiges 
Beweismittel werden. Borhandenoes Schreibpapier, Blei-, 
Sarbstiste, Sedern, Cinte, Löschpapier, Briefumschläge und 
Schreibübungen auf weggeworfenen Zetteln sind daher stets 
zu beachten und sicherzustellen. 
Hat der Cäter herausgerissene Blätter eines Buches 
oder Teile eines Briesbogens zu dem zu untersuchenden 
Schriftstück benußt, so ist nach dem dazugehorigen Buch oder 
Blatteil zu jahnden. 
Auch Cintenproben können jür die Ueberführung des 
Cäters von Bedeutung sein. Als Cintenproben genügen, 
wenn nicht der ganze Cintenvorrat zu beschlagnahmen ist, 
einige jeweils mit einer unbenutzten Zeder niedergeschriebene 
Worte. Zede Cintenprobe ist auf einem besonderen Blatt 
Papier unter Angabe, welche Cinte benutzt ist, nieder- 
zuschreiben. 
. Sst eing Person verdächtig, Jo sind unbeeinflußt ent= 
standene Schriftproben von ihrer Hand, wie Korrespondenz, 
Notizbücher, 'Geschäfts- und Haushaltungsbücher usw. beson- 
ders wichtig. Sie sind daher zu beschlagnahmen und ist auf 
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