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Volume Nr. 25, 5. April 1929 Verfügung vom 1. März 1929 ... betrifft: Ermittelungen und Fahndungen

Full text: Amtliche Nachrichten des Polizeipräsidiums in Berlin (Public Domain) Issue 1929 (Public Domain)

Handschriftproben sind nur dann aufzunehmen, wenn eine 
Wiederholung der gleichen Straftat von der betreffenden 
Person zu erwarten ist. Die Proben sind von der die 
verantwortliche Vernehmung vornehmenden Dienststelle 
aufzunehmen. Wird die verantwortliche Bernehmung 
nicht bei der die Aktensache bearbeitenden Dienststelle 
vorgenommen, [so hat diese zu prüfen, ob eine Hand= 
schriftenprobe aufzunehmen ist und ihre Aufnahme in der 
Berfügung über die verantwortliche -Vernehmung beson- 
ders zu vermerken. 
Alle bei Berübung vorstehend genannter Straftaten zu = 
rückgelassenen Schriftstücke, welche zur Er- 
mittelung des Täters führen können, ganz gleich, ob sie 
von unbekannten Cätern oder von verdächtigen Personen 
stammen. 
Die Handschriftprobe und die zurückgelassenen Schrift= 
stücke sind von der für die Bearbeitung der Strafsache zu= 
ständigen Dienststelle unter Beifügung der Vordrucke L.K.P. 
13 oder 14 und unter eingehender Schilderung des Tat- 
bestandes der Insp: ) zu übersenden. Die Abgabe ist in den 
Akten zu vermerken. Insp. ) ist außerdem zu ersuchen, ein 
Lichtbild der hinterlassenen Schriftstücke und ein Lichtbild der 
Schriftproben, falls diese als Beweismittel von Bedeutung 
sein können, anzufertigen und der Dienststelle zurückzureichen. 
Diese Lichtbilder sind in verschlossenem Briesumschlag den 
Akten beizuheften. 
Sind von verdächtigen Personen unbeeinflußt entstandene 
Schriftproben vorhanden, so sind diese mit einzusenden. Bon 
der Aufnahme einer besonderen Schriftprobe ist in diesen 
Sällen abzusehen. Gleichfalls beizufügen ist stets die Auf= 
nahme einer Handschriftprobe derjenigen Person, deren Hand= 
schrift oder Unterschrift gefälscht Jein soll. 
Wird die Person des Schreibers ermittelt oder der Ber- 
dächtige überführt, so ist hiervon in jedem &Sall der 
önsp. J] (Handschristensammlung) unter Schilderung des Sach- 
verhalts und unter Beifügung einer Schriftprobe Kenntnis 
zu geben. 
Salls bei einem Cmpfänger näch und nach mehrere ano= 
nyme Briefe eingehen, ist er anzuweisen, sie uneröffnet zwecks 
Sicherstellung von Singerabdrücken der Kriminalpolizei ab= 
zuliefern. 
Bon allen Schriftstücken, ganz gleich, ob sie der Hand 
sc<riftensammlung überwiesen oder im Briesumschlag den 
Ermittelungsakten beigeheftet werden, ist nach Möglichkeit 
eine beglaubigte Abschrift des Wortlautes, zum mindesten 
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