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Volume Nr. 25, 5. April 1929 Verfügung vom 1. März 1929 ... betrifft: Ermittelungen und Fahndungen

Full text: Amtliche Nachrichten des Polizeipräsidiums in Berlin (Public Domain) Issue 1929 (Public Domain)

Singerabdrücke sind zu benutzen für Männer Bordruck L.K.P. 
11, für Srauen Bordruck L.K.P. 11a. 
Singerabdrücke sind zu nehmen: 
a) von den Personen, die wegen der Art der Verbrechen 
oder der Vergehen, deren sie verdächtigt oder wegen derer 
sie früher verurteilt sind, oder wegen der Wahrscheinlichkeit 
des Rückfalls, als gewohnheits= oder gewerbsmäßige Ber- 
brecher zu erachten sind, oder, bei denen Tatsachen vorliegen, 
welche vermuten lassen, daß Jie gewohnheits= oder gewerbs= 
mäßige Verbrecher werden, . . 
b) von den Personen, die der Behörde gegenüber die 
Namensangabe verweigern oder in dem begründeten Ber- 
dacht stehen, sich einen falschen Namen beigelegt zu haben, 
c) von allen Ausländern, die auf Grund gerichtlicher 
Bostrafungen wegen eines Verbrechens oder Vergehens, aus= 
genommen jedoch die Bergehen gegen .die Paßstrafverordnung 
vom 6. 4. 23 (RGBl. 1 S. 249) ausgewiesen worden sind, 
d) von den wegen Uebertretung des S 361 Nr. > Sir. 
G.B. fesigenommenen Personen (Landstreichern), 
e) von allen nicht seßhaften Zigeunern oder nach 
Zigeunerart herumziehenden. Personen. 
Bei Bearbeitung jeder Strafjache hat der Polizeibeamte 
zu prüfen, ob die Singerabdrucknahme nach vorstehender 
Anweisung zu erfolgen hat. In jeder Strafsache, in der die 
Aufnahme eines Singerabdrucks nicht erforderlich erscheint, 
muß -auf der ersten Seite der Aktenvorgänge (Einlieferungs-= 
anzeige, Anzeige usw.) der Vermerk gemacht werden: „Zinger= 
abdruck nicht erforderlich“. Ist ein Singerabdruck  ersorder= 
lich und genommen, Jo hat derjenige Beamte, welcher den 
Singerabdruck aufgenommen hat, den Bermerk auf die erste 
Seite der Akten zu machen: „Singerabdruck genommen“, unter 
Angabe des Datums des Namens und der Dienststelle des 
Beamten. 
Es kann vorkommen, daß auf der ersten Seite eines 
Aktenvorganges sich mehrere Vermerke über Fingerabdrücke 
befinden müssen. Es können in manchen Aktenlsachen mehrere 
Beschuldigte genannt sein. Da von diesen der eine wegen 
jeiner Vorstrafen oder wegen einer Namensverweigerung als 
Person angesprochen werden muß, von der ein Singerabdruck 
zu nehmen ist, andere Beschuldigte nicht, da weiter in manchen 
Aktensachen im Laufe der Bearbeitung die Unschuld eines 
zunächst Verdächtigten und die Schuld einer anderen Person 
sich ergibt, jo ist angeordnet worden, daß die Bermerke über 
den Fingerabdruck folgenden Wortlaut erhalten: 
15461--
	        
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