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Volume Nr. 25, 5. April 1929 Verfügung vom 1. März 1929 ... betrifft: Ermittelungen und Fahndungen

Full text: Amtliche Nachrichten des Polizeipräsidiums in Berlin (Public Domain) Issue 1929 (Public Domain)

zuer]t an den Tatort kommenden Polizeibeamten jede Be- 
rührung der am Tatort vorgefundenen Gegenstände und jede 
Beränderung der Lage der Leiche gewissenhaft vermeiden. 
Sst vor dem Eintreffen der Mordkommission bereits ein 
anderer Arzt zugezogen worden, Jo ist dieser höflichst zu bitten, 
bei seiner Tätigkeit den Tatbestand möglichst wenig zu'ver- 
ändern. Von ihm stammende Spuren sind besonders kennt= 
lich zu machen. 
Das Ablegen des Ueberziehers oder sonstiger Gegenltande 
am Tatort selbst ist unbedingt verboten. 
Die Beamten der Mordkommission dürfen sich nicht eher 
vom Tatort entfernen, als bis sie vom Leiter der Kriminal= 
polizei oder dem dienstältesten Beamten der Mordkommission 
entlassen werden. 
Außer der aktiven Mordkommission werden jeweils eine 
1. und 2. Reservemordkommission gebildet, die auf Anwei- 
jung des Leiters der Kriminalpolizei oder des Leiters der 
Kriminalinspektion A ganz oder teilweise eingesetzt werden. 
Die 1. Reservpemordkommission tritt nach Ablauf von 'vier 
Wochen an die Stelle der aktiven Mordkommission. Die 
Kriminalinspektion A hat über die neue Sujsammenseßung der 
Mordkommissionen der Kriminaldirektion Vorschläge zu un= 
terbreiten. 
II. Bejsondere Fahndungsmitfel. 
Der Kriminalpolizei stehen zu Ermittelungszwercken eine 
Anzahl besonderer Sahndungsmittel zur Berfügung. Der 
Jystematische Ausbau disser Sahndungsmittol erleichterl der 
Kriminalpolizei die Arbeit und erhöht den Erfolg ihrer Tä- 
tigkeit. Cs ist daher Pflicht aller Beamten, diese Sahndungs= 
mittel zu kennen, zu benutzen und weiter auszubauen. 
1]. Die Zehnfingerabdrucksammlung. 
Diese Sammlung ist das wichtigste Hilfsmittel zur Iden - 
tifizierung einer festgenommenen Person. Der Bergleich der 
vorliegenden Singerabdrücke bietet ein untrügliches Beweis= 
mittel zur Seststellung der Persönlichkeit. Es sind daher be- 
Jondere Bestimmungen getroffen, diese wichtige Sammlung zu 
vervollständigen und auf dem Laufenden zu erhalten. Die 
Sehnfingerabdrucksammlung befindet sich im Erkennungs- 
dienst, der nicht nur örtliche Sammelstelle für diese Singer= 
abdrücke, Jondern überdies Zentralsammelstelle für ganz 
Preußen ist. An den Erkennungsdienst sind alle in Berlin 
aufgenommenen Abdrücke einzusenden. Zur Aufnahme der 
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