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Volume Nr. 25, 5. April 1929 Verfügung vom 1. März 1929 ... betrifft: Ermittelungen und Fahndungen

Full text: Amtliche Nachrichten des Polizeipräsidiums in Berlin (Public Domain) Issue 1929 (Public Domain)

c) Sahndungsnachweis für Groß=Berlin 
(früher Polizeibericht). & 
Notierungen im Sahndungsnachweis können zur Er= 
mittlung und zur Sestnahme von Personen aufgegeben wer= 
den, die sich vermutlich im Bereich des Ortspolizeibezirks 
Beorlin oder seiner näheren Umgebung aufhalten. 
Nachstehende Notierungen sind stets im Sahndungs= 
nachweis zu veranlassen: 
1. Notierungen von vermißten Personen unter Hinzu= 
fügung der Worte „ermitteln“ oder „Schuthaft“; 
2 Notierungen von Personen, die aus dem Reichs= 
oder Staatsgebiet oder die aus Berlin ausgewiesen 
sind, durch Hinzufügung des Wortes „ausgewiesen“, 
Notierungen von Berliner Bettlern unter Hinzufügung 
der Worte „ermitteln“ oder „festnehmen“, 
Notierungen von Personen, die vom Außendienst der 
Abteilung II wegen verbotenen Nachtbetriebs oder 
Veranstaltung von .Nackttänzen gesucht werden, unter 
Hinzufügung der Worte „ermitteln“ oder „jestnehmen“, 
Notierungen von Personen, die geschlechtskrank ver- 
dächtig sind, durch Sonderverfügung der Ordnungs- 
jtreife unter Hinzufügung des Wortes „Schußhaft“, 
Notierungen von Personen, die von der Ueberfüh- 
rungsstelle zum Zwecke der Strafvollstreckung gesucht 
werden, unter Hinzufügung des Wortes „jestnehmen“, 
Notierungen von SürJorgezöglingen und jugendlichen 
Personen, die auf Ersuchen des Wohlfahrtsamtes an= 
zuhalten sind, unter Hinzufügung der Worte „ermit= 
teln“ oder „festnehmen“. 
Soll eine Person zur Sestnahme aufgegeben werden, 
Jo hat die beardeitende Dienststelle genau zu prüfen, in 
welchem Register (Steckbriefregister oder Sahndungsnachweis) 
die Notierung erfolgen soll. Eine Notierung in beiden 
Registern darf nicht verfügt werden. In Sweifelsfällen hat 
die bearbeitende Dienststelle unter Darlegung des Sachver- 
halts die Entscheidung des Leiters des Sahndungsbüros ein= 
zuholen. 
- Die Notierungen im Steckbriefregister oder im Sahn- 
dungsnachweis geschehen in der Sorm, daß Karten angelegt 
und in die Register eingeroiht werden. Diese Karten werden 
vom Sahndungsbüro nach einer bestimmten Seit auch ohne 
Sonderverfügung der bearbeitenden Dienststelle entfernt, 
und zwar: 
nac: 2 Monaten, wenn es sich um eine Notierung 
zu einem polizeilichen Ermittlungsverfahren im Steck= 
briefregister handelt, 
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