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Volume Nr. 25, 5. April 1929 Verfügung vom 1. März 1929 ... betrifft: Ermittelungen und Fahndungen

Full text: Amtliche Nachrichten des Polizeipräsidiums in Berlin (Public Domain) Issue 1929 (Public Domain)

erscheint. In den weitaus meisten- Sällen werden ändexe 
Sammel=Adressierungen, wie 3. B. „an alle Hafenstädte“, :an 
„Srenzkommissariate“, „an wichtige Verkehrspunkte“ usw. 
genügen. 
Sunksprüche sind nur dann gerechtfertigt, wenn ihr In= 
halt den Polizeibehörden eine geeignete Unterlage zur Sahn- 
dung bietet. Keineswegs genügt hierzu die einfache Bezeich- 
nung der Straftat und die Bezeichnung des gestohlenen Gutes 
(von besonderen und wertvollen Objekten abgesehen). Hin 
reichende Anhaltspunkte für eine Erfolg versprechende Sahn= 
dung Jind nur dann gegeben, wenn vntweder Angaben über 
die Personen der Cäter gemacht (Personalbeschreibung oder 
gesicherte Spuren) oder besondere Merkmale der Tatausfüh- 
rung angeführt werden können. 
SunkJprüche über Straftaten dürfen nur dann gegeben 
werden, wenn 
a) die Tat mutmaßlich von einem reisenden oder flüchtig 
- gewordenen Beorbrecher ausgeführt worden ist, 
b) es die Wichtigkeit der Straftat erfordert und besondere 
Eile geboten ist, 
> die Tat nicht bereits durch Drahttelegramm verfolgt wird 
oder nicht gleichzeitig eine Veröffentlichung in den Fahn= 
dungsblättern erfolgt, durch die der Sunkspruch über 
f'ässig wird, 
“ mm dem Sunkspruch Angaben gemacht werden können, 
welche Anhalt5punkte für eine erfolgreiche Sähndung ver= 
Jprechen. 
SunkJprüche, in welchen um Sahndung nach einer be= 
stimmten Person ersucht wird, dürfen nur gegeben werden, 
wenn genauere Angaben über die Person oder ihren Auf= 
enthalt gemacht werden können und eine jJofortige Einzel= 
jahndung nach dieser PersJon einsetzen Joll. 
Sunksprüche über Bermißte und unbekannte Cote sind 
nur in ganz dringenden Fällen zu geben, inSbesondere, wenn 
ein Berbrechen vermutet wird. Wird in Sunksprüchen der 
Name einer Person angegeben, bei dem man im Oweisfel sein 
kann, welcher der Vor- und welcher der Familienname ist, 
jo ist das Wort „Vorname“ zur Vermeidung von Mißver- 
/tändnissen einzufügen (3. B. Zestnehmen Günther, Vorname 
Karl, god...) 
Sunksprüche über gestohlene Sachen sind" nur dann ZU 
geben, wenn zu vermuten ist, daß sie aus dem Ortfsbereich 
bereits herausgeschafft sind und wenn die Möglichkeit besteht, 
die Sachen auf Grund der im Sunkspruch gegebenen Beo= 
JIchreibung bestimmt wiederzuerkennen. 
Sunksprüche anderen Snhalts, insbesondere auch in Haft= 
Jachen, dürfen nur in wichtigen und dringenden Fällen gegeben 
werden. 
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