Path:
Volume Nr. 40, 13. Juli 1928 Verfügung vom 7. Juli 1928 ... betrifft: Verfahren mit bissigen Hunden

Full text: Amtliche Nachrichten des Polizeipräsidiums in Berlin (Public Domain) Issue 1928 (Public Domain)

werden können. Doch wird auch dann sofort bis "zur völl» 
ständigen Klärung des Tatbestandes dem Besitzer die Fest- 
legung des Hundes aufzugeben sein. Dem Festlegen ist das 
Sühren des mit einem beißsicheren, festsikenden Maulkorb 
versehenen. Hundes an der Leine gleich zu erachten 
War der Hund auf den Gobissonon geheßt worden, [o 
ist gegen die Person, die ihn gehetzt hat, Strafanzeige wegen 
Körperverletzung und wegen Uebertretung des 8 366 Ziffer 6 
St.G.B. zu erstatten. Wegen Berstoßes gegen 8 366* St.G.B. 
ist auch Anzeige zu erstatten, wenn dor auf eine Person 
gehette Hund: nicht zum Biß kommt. 
4. Beißen der Hunde ohne besondere 
„“" Beranlassung: 
Hat eine besondere Veranlassung "zum Beißen nicht vor 
gelegen, und sind an dem Hunde keine Erscheinungen wahr= 
nehmbar, die Berdacht auf Collwut*) erregen können, Jo hat 
das Polizeirevier anzuordnen, daß der Hund vorläufig fest- 
gelegt wird (Ziehhunde dürfen nicht angespannt werden), und 
daß der Besitzer binnen drei Tagen das Attest eines appro- 
bierten Tierarztes darüber beibringt, ob das Cier als Coll- 
wutkrank, tollwutverdächtig oder unverdächtig anzusehen ist. 
Bei der Beurteilung der Bissigkeit und Bösartigkeit 
eines Hundes ist stets ein strenger Mäßstab anzulegen, und die 
genannten gefährlichen Eigenschaften sind ohne weiteres bei 
einem Tiere anzunehmen, das nachweislich ohne Beran- 
lassung, wenn auch nur ein Mal, einen Menschen gebissen hat 
oder des öfteren über andere Hunde herfällt. Es bedarf 
nicht erst der Seststellung der BöSartigkeit des Hundes durch 
einen Cierarzt. &n solchen Zällen und ebenso, wenn der 
Hund auf Grund einor tierärztlichen Untersuchung als bissig 
oder böSartig, also als gefährlich bezeichnet wird, hat das 
Polizeirevier Borlage bei dem Polizeiamt zu machen, das 
seinerseits die dauernde Sestlegung des Tieres auf Grund des 
9) Bal. äuch die Vfg. vom 28. Mai 192611 Za. 
223. 26 --, betr. Anweisung über das beim Äusbruch öder 
beim Berdacht" von Cierseuchen zu beachtende Berfahren 
(Ord. II, Gruppe B), unter Abschnitt B, Ziffer 3. 
3
	        
Top of page

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.