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Volume Nr. 47, 18. Juni 1926 Verfügung vom 28. Mai 1926 ... betrifft: Anweisung über das beim Ausbruch oder beim Verdacht von Tierseuchen zu beachtende Verfahren

Full text: Amtliche Nachrichten des Polizeipräsidiums in Berlin (Public Domain) Issue 1926 (Public Domain)

Rotlauf bei Schweinen, die Biehhändlern oder Besißern 
von Gaststallungen gehören, auftritt, hat die Feststellung 
in jedem Fall durch den Beterinärrat zu erfolgen. 
Die Zuziehung des Veterinärrats ist sonst auf die- 
jenigen Fälle beschränkt, in denen die Seuchenlage dies 
zwingend erfordert. In erster Linie hat dieser die Fest- 
stellung des Rotlaufs in solchen Fällen vorzunehmen, in 
denen der seuchenhaffe Charakter der Krankheit in Erschei- 
nung trifft, aber auch hierbei kann seine Tätigkeit auf 
den ersten Fall im Polizeiamtsbezirk, der nach längerer 
Zeit (mindestens 4 Wochen) der Seuchenfreiheit vorkommt, 
beschränkt bleiben. Bei allen übrigen Seuchenmeldungen, 
namenklich wenn die Krankheit durc Privaktierärzte er- 
mittelt ist, hat das Revier die Schußmaßnahmen nach 
dem vorgenannten Vordru> sofort selbständig anzu- 
ordnen. 
Unbeschadet dieser Borschriffen bleibt es jedoch 
dem Revier unbenommen, den Veterinärrat in einzelnen 
Fällen, in denen sein Gukachten erforderlich erscheint, zu- 
zuziehen. 
Die Standpläße, bei gehäuftem Auftreten der 
Seuche auch die Stallabteilungen dder-Ställe, der roklauf- 
franken oder der Seuche verdächtigen Schweine sind zu 
desinfizieren. Die Ausrüstungs-, Gebrauchs- sowie son- 
stigen Gegenstände, von denen anzunehmen ist. daß sie 
den Anste>ungsstoff enthalten, sind zu desinfizieren oder 
unsc<hädlich zu beseitigen. i 
Die Desinfektion ist polizeilich abzunehmen. 
c. Die Seuche gilt als erloschen, und die angeordne- 
ten Schußmaßnahmen sind aufzuheben, wenn 
1. der gesamte Schweinebestand gefallen, getötet oder 
entfernt worden ist, 
oder 
2. binnen 6 Tagen nach Beseitigung oder Genesung 
der kranken oder der Seuche verdächtigen Tiere 
eine Neuerkrankung nicht vorgekommen ist, und 
in beiden Fällen die Desinfektion: vorschriffsmäßig 
ausgeführt worden ist. 
Die se<hstägige Frist (b) kann auf 3 Tage ermä- 
ßigt werden, wenn alle verdächtigen Tiere des Bestandes 
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