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Volume Nr. 16, 26. Februar 1926 Verfügung vom 10. Februar 1926 ... betrifft: Deckblatt zur Berichtigung der Dienst- und Geschäftsanweisung für die Revierkriminalbeamten

Full text: Amtliche Nachrichten des Polizeipräsidiums in Berlin (Public Domain) Issue 1926 (Public Domain)

zei unbenommen, die Ermitklungen auch über den ersten 
Angriff hinaus, und sogar bis zu Ende, durchzuführen. 
Als selbstverständlich wird hierbei jedoch vorausgeseßt, 
daß wenigstens bei bedeutungsvolleren oder wichtigeren 
Angelegenheiten der Dienststelle, die für die weitere ?3e- 
arbeitung der Sache in Frage kommen würde, telefonisch 
Jobald als möglich Nachricht gegeben wird, damit diese 
Kenntuis von der Angelegenheit und somit die Möglich- 
keit erhält, etwa ihr notwendig erscheinende Richtlinien 
für die Weiterbearbeitung zu geben. Ganz besonders ist 
diese Benachrichtigung erforderlich bei wichtigen in das 
Zuständigkeitsgebiet der Spezialdezernate der Kriminalin- 
jpekiionen der Zentrale fallenden Straffällen. Bei diesen 
haben sich die Reviere zunächst auf den ersten Angriff 
zu beschränken und alles Weitere dem zuständigen Dezer- 
natsleiter zu überlassen, ihm auch zu diesem Zwecke als- 
baldige telephonische Mitteilung nach seiner Dienststelle 
oder, außerhalb der gewöhnlichen Dienststunden, nach 
seiner Wohnung, erforderlichenfalls durch Bermittlung 
des Dauerdienstleiters zu geben. Bernehmungen, Be- 
sc<hlagnahmen, Festnahmen und andere Amtshand:ungen, 
die im Interesse der Feststellung des Tatbestandes sofort 
vorgenommen werden müssen, etwa weil beim Entkom- 
men des Täters der Verlust der dur< die Straftat er- 
langten Gegenstände oder eine Verdunkelung des Tatbe- 
standes zu besorgen ist, oder weil aus sonstigen Gründen 
Gefahr im Berzuge vorliegt, sind natürlich unverzüglich 
und ohne vorherige Benachrichtigung anderer Dienststellen 
vorzunehmen. Derartige eilige Maßnahmen sind auch 
nicht auf das eigene Revier zu beschränken, sondern ohne 
Rüdsicht auf die örtliche Zuständigkeit, falls erforderlich, 
unter Zuhilfenahme anderer in Frage kommender Reviere 
zu treffen. Eine nicht durch sofortige Ermittlungen ge- 
botene Zurü&haltung :von Sachen oder von Nachträgen 
zu schwebenden Strafsachen ist unzulässig ; die Ermitk- 
lungen sind vielmehr nach Erledigung der im Rahmen 
obiger Richtlinien erforderlichen Maßnahmen auf dem 
schnellsten Wege an die zuständige Stelle zu übermitteln. 
Die Revierkriminalpolizei ist jedoch verpflichtet, auch nach 
der. Angabe der Akten in Fällen, in denen eine Aufflä- 
rung nicht möglich war, die Angelegenheit weiterhin “im 
Auge zu behalten und etwa. nez) auftauchende Spuren 
zm Einvernehmen mit der Stelle, an die die Akten abge- 
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