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Volume Nr. 78, 5. Oktober 1926 Verfügung vom 17. August 1926 ... betrifft: Festnahme und Einlieferung

Full text: Amtliche Nachrichten des Polizeipräsidiums in Berlin (Public Domain) Issue 1926 (Public Domain)

scheidung über die" weitere Behandlung der 
Verhafteten herbeizuführen. 
7. Festnahme von Frauen mit Kindern. 
Wenn älleinstehende Frauen, die schul- 
pflichtige oder noch jüngere Kinder haben, festge- 
nommen werden, sind die Kinder nicht mit ein- 
zuliefern, sondern vorher anderweitig unterzubringen. 
Dem Wunsde, Jie bei Yerwandten unterzubringen, 
ist nac) Möglichkeit nachzukommen. Ausgenommen 
sind Säuglinge, die von der Mutter nicht zu trennen 
sind.) 5 
8. Festnahme wegen Berdachts des Sitflich- 
keifsverbrechens. 
| Besondere Vorsicht ist bei Festnahme von 
Personen geboten, die eines Sittlichfeitsverbrehens 
bezichtigt werden, und zwar in den Fällen, bei 
denen Kinder die Opfer und einzigen Zeugen sind. 
Hier ist in der Regel erst dann zur Festnahme zu 
schreiten, wenn außer der Aussage des Kindes 
noc< weitere begründete Berdachtszmomente oder 
dringender Fluchtverdaht; der näher zu begründen 
ist, vorliegt. In Zweifelsfällen empfiehlt sich Rü>- 
frage beim zuständigen Dezernat. + 
9. Festnahme von Uvbgeordneten: 
Eins“ Verhäftung bezw. Festnahme“ eines 
Reichsfags- oder Landtagsabgeordneten: ohne Ge- 
nehmigung des Hauses, dem er angehört, während 
der Siungsperiode darf nur wegen einer mit 
Strafe bedrohten Handlung, und zwar nur bei 
Ausübung der Tat oder spätestens „im Laufe des 
folgenden Tages erfolgen; sie ist aber auch selbst 
+) Bal. auch Bfg. v./30. KI 1924 = 824. P. 2.24 = 
zu B. 4 = Ord. V, Gr. B. 3 =- 
12
	        
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