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Volume Nr. 41, 26. Mai 1925 Verfügung vom 8. Mai 1925 ... betrifft: Fundsachen

Full text: Amtliche Nachrichten des Polizeipräsidiums in Berlin (Public Domain) Issue 1925 (Public Domain)

1. Ullgemeines. 
a) Funde auf öffentlichen Straßen, Plätzen und in 
Barfkanlagen. 
Wer eine verlorene Sache findet und an sich nimmk, hat 
dem Verlierer, dem Eigentümer oder einem sonstigen Empfangs- 
berechtigten unverzüglich Anzeige zu machen. 
Kennt der Finder die Empfangsberechkigten nicht oder ist 
ihm ihr Aufenthalt unbekannt, so haf er den Fund sofort der 
Polizeibehörde anzuzeigen. 
Ist die Sache nicht mehr als 3 RM. wert, so bedarf es 
der Anzeige nicht. 
Die Anzeige kann schriftlich oder mündlich erfolgen. Im 
leßteren Falle hat die Polizeibehörde mit dem Finder eine Ver- 
handlungsschrift (Fundanzeige) aufzunehmen (siehe Ziffer 3). 
Der Finder ist zur Verwahrung der Sache verpflichtet. 
Ist der Verderb der Sache zu besorgen oder ist die Auf- 
bewahrung mit unverhältnismäßigen Kosten verbunden, so kann 
der Finder die Sache öffentlich versteigern lassen. Vor der Ver- 
steigerung ist der Polizeibehörde Anzeige zu erstatten. ' Der Er- 
lös triff an die Stelle der Sache. 
Der Finder ist berechtigt und auf Anordnung der Poli- 
zeibehörde verpflichtet, die Sache oder den Versteigerungserlös 
an die Polizeibehörde abzuliefern. Die Fundrechte des Finders 
werden durch die Einziehung nicht berührt. 
Die Straßenaufsichtsbeamten sind während der Ausübung 
ihres Dienstes weder verpflichtet noc< berechtigt, Fundgegen- 
stände vom Publikum anzunehmen. Sie haben die Finder viel- 
mehr an das nächste Polizeirevier zu verweisen. 
Macht der Finder zum Zwe>e der Verwahrung oder 
Erhalkfung der Sache oder zum Zwecke der Ermittelung eines 
Empfangsberechtigten Aufwendungen, die er den Umständen 
nach für erforderlich halten darf, kann er von dem Empfangs- 
berechtigten Ersaß beanspruchen. 
Bezüglich der Zahlung von Finderlohn siehe Zisser 8. 
b) Funde in Pferde- und Kraftkdroschken. 
Der Führer der Droschfe hat na dem Aussteigen des 
Fahrgastes, sobald er dazu in der Lage ist, das Innere des 
Wagens daraufhin zu durc<suchen, ob von dem Fahrgaste etwa 
Sachen zurüdgelassen sind und sol<e dem Fahrgaste auszuhän- 
digen. Hat der Fahrgast sich bereits entfernt, so muß der 
Führer die zurückgelassenen Sachen binnen 3 Tagen der Polizei- 
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