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Volume Nr. 18, 3. März 1925 Verfügung vom 25. Februar 1925 ... betrifft: Bekämpfung des Bettelunwesens

Full text: Amtliche Nachrichten des Polizeipräsidiums in Berlin (Public Domain) Issue 1925 (Public Domain)

Betteln ausgeschi>t haben, ist Strafanzeige aus 8 361 4 St. G. 
B. zu erstatten, die gemäß der „Dienstanweisung für die Straf- 
festsezung bei Übertretungen“ zur Strafverfolgung an die Staafs- 
anwaltschaft des zuständigen Amtsgerichts abzugeben ist. 
In jeden dem Falle des Einschreitens gegen bettelnde Kinder 
ist, wenn nicht zugleich mit den Kindern ein Begleitbericht über- 
sandt ist, zwe>s Prüfung, ob Fürsorgeerziehung beim zuständi- 
gen städtischen Bezirksjugendamt anzuregen ist, an das Polizei- 
amt zu berichten. 
Die durch die Zuführung der Kinder entstehenden Trans- 
porkkosten werden dem vorführenden Beamken im Falle der Zu- 
führung zur Allgemeinen Sicherheitspolizei im Polizeipräsidium 
am Alexanderplaß sofort vom Dauerdienst der Kriminalpolizei 
erstattet. Kosten, die durch die Zuführung der Kinder zum Po- 
lizeiamt entstehen, sind von den Polizeirevieren aus dem Hand- 
kostenvorschuß zu erstatten und vom Polizeiamt unter Borlage 
der ausgefüllten Bordru>e 1865 (Kostenrechnung) und 2145 
(Begleitberieht) anzufordern. 
C. Bekilernachweisung. 
Von den Polizeireviereu sind am Sonnabend jeder Woche 
Nachweisungen allor im Laufe der Woche zur Feststellung ge- 
langter Bettler naß folgendem Muster an die Polizei-Inspektion 
einzureichen, die sie gesammelt an die für die Führung der 
Bettlerkartothek zustäudige Dienststelle (zurzeit Abteilung W) wei- 
tkerleitet. Bon dieser werden die Nachweisungen an den Magi- 
strat, Hauptgeschäftsstelle der Kriegsbeschädigteufürsorge, über- 
sandt, der sie den Bezirkswohlfahrtsämtern zuleitet. 
. 5.) Betteln durc< Jugendliche. 
Beim Betteln betroffene Jugendliche (wer über 14, aber 
noc< nicht 18 Jahre alt ist) sind, wenn sie in Berlin polizeilich 
gemeldet sind, nac< der zu Abschnitt B 1 gegebenen Anweisung 
zu behandeln Ist die Erstattang einer Strafanzeige notwendig, 
se ist sie nac< der „Dienstanweisung für die Straffestsezung bei 
Übertretungen“ zu bearbeiten und an das für die Wohnung 
des Jugendlichen -- nicht des Tatorts =- zuständige Jugendge- 
richt abzugeben. 
Unterbleibt die Strafverfolgung im Hinbli> 'auf den 8 54 
St. G. B. und 8 153 St. P. O., so ist au das Polizeiami 
zweds Einleitung der Fürsorgeerziehung durch das städtische Be- 
zirfsjugendamt zu berichten. 
Wohnungslose Jugendliche sind wegen Bettelns, wenn 
die Einleitung der Strafverfolgung notwendig erscheint, im Be- 
reich der Polizeiämter 1- 6 während der Dienststunden dem
	        
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