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Volume Nr. 87, 13. Juli 1922

Full text: Amtliche Nachrichten des Polizeipräsidiums in Berlin (Public Domain) Issue 1922 (Public Domain)

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denen die Bettelei - offensichtlich unter Den Polizeiamtsleitern bleibt es über- 
Störung der öffentlihen Ordnung oder lassen, nach eigenem Ermessen anzuordnen, 
gar des Verkehrs zutage tritt, unverzüglich ob und inwieweit in den Revieren be- 
einschreiten, auch ohne daß ein Beamter sondere Beamte mit der Ueberwachung des 
der Verwaltungspolizei zur Verfügung Bettelunfugs zu betrauen sind. In den 
steht. Ein möglichst enges Einvernehmen von Straßenbettlern besonders heim- 
der Schußpolizei mit den Polizeirevieren gesuchten Revieren halte ich die Abordnung 
zweds dauernden Austausches der Er- estimmter Beamten zu diesem Zwede für 
fahrungen und wirksamer Zusammen- unbedingt erforderlich. Die Kontrollen 
arbeit ist herzustellen. sind erforderlichenfalls auch in den Abend- 
Die nötigenfalls zur nächsten polizei- und Nachtstunden durchzuführen. | 
lichen Dienststelle. zwangsgestellten Bettler Den ordnungömäßig sich ausweisenden 
sind, falls wohnungslos, dem Polizei- Beauftragten der Kriegsbeschädigtenfür- 
gewahrsam, bei begründetem Verdacht des sorge und der Kriegsbeschädigtenorganisa- 
betrügerischen Bettels, 1205 die Voraus- tionen ist seitens der Dienststellen auf An- 
sezungen für eine vorläufige Festnahme suchen weitgehendste Unterstüßung zu ge- 
vorliegen, der Kriminalpolizei und al3- währen. Jusbesondere sollen tunlichst den 
dann dem Polizeigefängnis zur Verfügung Beauftragten auf Wunsc< Beamte zur Be- 
der Kriminalpolizei, Inspektion B I], ein- dPleitung mitgegeben und persönliche Nach- 
zuliefern. Bei Sistiexung anschtinend ge- fragen im Polizeigewahrsam gestatte! 
brechliher Bettler ist mit möglichster werden. (Allg. 76 W. 22.. 
Sc<onung, gegebenenfalls unter Verwen- Berlin, den 19. Juni 1922. 
dns Meter Transportmittel, zu ver- Der Polizeipräsident. 
Falls es sich um angebliche oder echte ge5- Mäh ter: 
Sriegbeshudige, gane it anmittelhe 
nach der Zwangsgestellung durch die zuerst . 
mit der Sache besaßte Dienststelle der Ma- Bekanntmachung 
gistrat, Kriegsbeschädigtenfürsorge, telepho- Der Hebamme Frau Anna Broß- 
nisch (Magistrat 733 bis 3 Uhr nach- mann, geb. Wernes, geschiedene Tauschert, 
mittags) zu verständigen, damit diesex in 3U Berlin, Chausseestraße 55, wohnhaft, isi 
der Lage ist, vereinbarungsgemäß einen ist durch Erkenntnis des Oberverwaltungs- 
Beauftragten zur Dienststelle zum Zwete gerichts in Berlin - vom 26. Januar 1922 
der Jeststellung .zu entsenden, ob es sich das erteilte Prüfungszeugnis und die ihr 
tatsählih um einen KriesSbeschädigten erteilte Konzession als Unternehmer einer 
handelt. In jedem Falle ist dem Magistrat Entbindungsanstalt auf die Dauer des 
von der Dienststelle über die Zwangs- gegen sie durch Urteil der II. Straffammer 
gestellung unverzüglich schriftliche Mit- des Landgerichts I Berlin vom 21. Jum 
teilung nach Vordru> zu machen, ver bei 1919 erfannten Ehrverlustes aberkannt 
der Geräteverwaltung anzufordern ist. worden. . . 
Veber die erfolgte telephonische und schrift- Sie ist daher nicht befugt, das Heb- 
liche Benachrichtigung ist ein kurzer Akten- ammengewerbe und die Privatentbindungs- 
vermerk zu machen. anstalt weiter zu betreiben. 
Bei allen Strafanzeigen wegen Bettels Berlin-Schöneberg, den 20. Mai 1922. 
haben die Bolizeireviexe zu prüfen, ob Der Polizeipräsident. 
Notstand im Sinne des 854 St. G. B. vor- IJ. V.: Dr. Lehmann. 
liegt. Wird Notstand als vorliegend an- N 1. 9b. Seb. 25. 21.) 
genommen, so kann von einer Weitergabe 2 DÜNE WEL NNN 
an die Strajversolgungsehehörde Abstann 
genommen und die Anzeige dem agistra 2:0: 
behufs Armenpflege oder Fürsorge ab- Berichtigung. 
gegeben werden. Andernfalls ist die An- In der Anlage zu den „Amtlichen Nach- 
zeige mit etwa vorhandenen Bersonalakten richten“ vom 21. Ain 1922 Nr. 83 ist in 
an die zuständige Amtsanwaltschaft weiter der Ueberschrift statt 6. Juni 1922  -- 
zu geben. 10. Juni 1922 zu sezen. In Zeile 3 des 
Die auf Grund meiner Verfügung vom 8 1 muß es statt „des „Jürgengrabens“ 
6. Mai 1921 -- 1045 P. 2. 21 -- wöchent- heißen „den Jürgengraben“. 
UM Samia Betiseliten fami Berlin, den 1. Juli 1922. 
iche Feststellungen enthalten müjjen, jin .. 
von der Abteilung 5 (V.-P.) von nun an Hauptgeschäftsstelle. 
durch Abteilung W an den Magistrat I. A.: Shlichting. 
weiter zu leiten. - ---
	        
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