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Volume Nr. 72, 23. Mai 1922 Dienstanweisung für die Gewerbemedizinalräte in Preußen

Full text: Amtliche Nachrichten des Polizeipräsidiums in Berlin (Public Domain) Issue 1922 (Public Domain)

klärende Vorträge in den beteiligten Kreisen das Verständ- 
nis für die gewerbehygienischen Aufgaben nach Möglichkeit 
zu fördern. 
- 8 4. 
Die Gewerbemedizinalräte haben die zuständigen Re- 
gierung3= und Gewerberäte über alle von ihnew beabsichtig- 
ten Betriebsbesichtigungen zu unterrichten, damit diese die 
Beteiligung der Gewerberäte veranlassen und wegen ihrer 
eigenen Teilnahme Entschließung fassen können. Von der 
beabsichtigten Besichtigung von Betrieben, die der Berg- 
behörde unterstehen, ist in gleicher Weise das zuständige 
Oberbergamt rechtzeitig in' Kenntnis zu sehen. Jst aus- 
nahmsweise eine vorherige Benachrichtigung nicht möglich, 
jo hat sie nachträglich zu geschehen. Die Vornahme der Be- 
sichtigung ist durch die Teilnahme des Gewerbeaufsichts- oder 
Bergaufsiht8beamten nicht bedingt. Ueber besondere Er- 
hebungen in den Betrieben ist eine vorherige Verständigung 
mit den Regierungs- und Gewerberäten, Regierungs- und 
Medizinalräten oder dem Oberbergamt herbeizuführen. 
8:5. 
Finden die Gewerbemedizinalräte bei Besichtigungen, 
an denen der Gewerberat (Bergrevierbeamte) nicht teilnimmt, 
Gesepwidrigkeiten oder Uebelstände, so haben sie hiervon dem 
zuständigen Regierungs- und Gewerberat, dem Oberbergamt 
oder, wenn dies in besonderemwFällen erforderlich erscheint, dem 
Gewerberat oder Bergrevierbeamten unmittelbar Mit- 
teilung zu machen. Selbständiger Anordnungen in dew Be- 
trieben haben sie sich zu enthalten, sofern es sich nicht um 
dringliche ärztliche Anordnungen handelt, die an Ort und 
Stelle vorzunehmen sind. In solchen Fällen ist der zu- 
ständige Gewerbeaufsichts- oder Bergrevierbeamte möglichst 
sc<nell unmittelbar zu verständigen. 
8 6. 
Die Gewerbemedizinalräte haben über Ort, Zeit und 
Ergebnis sämtlicher Dienstreisen und Betriebs3besichtigungen 
ein Reise- und RevisionSnotizbuch zu führen und alle dienst- 
lichen Schriftstü>e einer nach behördlichen Gepflogenheiten 
einzurichtenden Registratur  einzuverleibem 
87. 
Werden die Gewerbemedizinalräte durch die Gerichte 
1. als Sachverständige, 
9. als außerhalb des Wohnorts zu vernehmende Zeugen, 
3. al3 Zeugen über Umstände, auf welche sich ihre Pflicht 
zur Amtsverschwiegenheit bezieht,
	        
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