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Volume Nr. 45, 23. März 1922 Verfügung vom 6. März 1922 ... betrifft: Grundsätze für die Fortschaffung und Sicherstellung von Leichen, insbesondere im Hinblick auf die §§ 157, 161 St.P.O.

Full text: Amtliche Nachrichten des Polizeipräsidiums in Berlin (Public Domain) Issue 1922 (Public Domain)

Fällen (Ziffern 1--3) nur dann einzuliefern, wenn ihre 
Unterbringung oder Belassung in der Wohnung oder an 
sonst passendem Ort durchaus nicht tunlich ist. 
5. Soll, obgleich natürlicher Tod vorliegt, doch, gemäß 
Ziffer 4, die Ueberführung einer Leiche in die amtliche Ver- 
wahrungsstelle erfolgen, so ist, außer dem Begleitschein (Ab- 
schnitt G), ein Totens<ein (Vordr. 117), der als Untex- 
lage für die standesamtliche Eintragung des Sterbefalles 
erforderlich ist, an die bearbeitende Dienststelle (Abschnitt A, 
Ziffer 13) zu senden. Jst im Totenschein die Todesursahe 
mit „unbekannt“ bezeichnet, während nach den Umständen 
kein Zweifel an natürlichem Tod bestehen kann (Abschnitt A, 
Ziffer 3), so hat die Dienststelle den Totens<ein mit 
dem Vermerkzu versehen, daß der Verdacht eines 
nicht natürlichen Todes, insbesondere einer strafbaxen Hand- 
lung, ausgeschlossen ist. Die Einsendung des TotensLeines 
ist auf dem Begleitsbein zu vermerken. Kann der Toten- 
schein nicht sogleich eingesandt werden, so ist für nachträg- 
liche Einsendung zu sorgen und auf dem Begleitschein der 
Vermerk anzubringen: „Totenschein folgt nach.“ Auf dem 
Begleitschein ist ferner zu vermerken: „Anzeigen an Justiz- 
behörde und Kriminalpolizei sind nicht erstattet.“ 
6. Die Beerdigungsscheine (Vordr. 313 1 und 314 A) für 
eine in der amtliten Verwahrungsstelle gemäß den Vor- 
schriften dieses Abschnittes untergebrachte Leiche werden, 
wie sonst, von der zur Vearbeitung der Leichensache zu- 
ständigen Dienststelle (Abschnitt A, Ziffer 13), jedoH un- 
mittelbar auf Grund des Totenscheines erteilt. Der Toten- 
schein ist alsdann der Kalkulatur des Polizeipräsidiums (jür 
statistische Zwe>e) zu übersenden. 
D. Leichen auf Bahnhöfen und Bahngelände. | 
Die Polizei ist auch dann zum Einschreiten zuständig, 
wenn Leichen auf Bahnhöfen oder auf Bahngelände auf- 
gefunden werden. Die Forts<haffung liegt dem örtlich zu- 
ständigen Revier oder der selbständigen Bahnhofswache ob. 
Die polizeilihen Maßnahmen zur erstmaligen Unter- 
bringung der Leichen sind im Einvernehmen mit der Eisen- 
bahnbehörde zu treffen. In erster Linie haben sich die 
Polizeibeamten an den Bahnhofsvorsteher zu wenden. Die 
Eisenbahnbehörde wird auf Ersuchen den Bahnarzt und 
einen Aufbewahrungsort zur Verfügung stellen. 
E. Leichen von Sciffsführern. 
Wird in einem Wasserwege die Leiche eines Schiffs- 
führers gefunden, so hat das Polizeirevier neben Wahr- 
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