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Volume Nr. 45, 23. März 1922 Verfügung vom 6. März 1922 ... betrifft: Grundsätze für die Fortschaffung und Sicherstellung von Leichen, insbesondere im Hinblick auf die §§ 157, 161 St.P.O.

Full text: Amtliche Nachrichten des Polizeipräsidiums in Berlin (Public Domain) Issue 1922 (Public Domain)

zufeken, vorzug8weise durch "Zuhilfenahme der beim 
Erkennungsdienste der Abteilung IV 'eingerichteten (für ganz 
Preußen zuständigen) Nachrichtensammelstelle für Vermißte 
und unbekannte Tote (der sog. Vermißtenzentrale), ferner 
durch jeweils geeignete Mittel, insbesondere Depesche an die 
Polizeidienststellen und Mitteilungen an die Presse. Noc< 
am Tage der Einlieferung ist im Bereiche des Sc<auhauses 
Hannoversche Straße (Abschnitt A Ziffer 10) der Ex- 
kennungsdienst der Abteilung IV, sonst das Polizeiamt zur 
Herstellung von Lichtbildern des Leichnams und Aufnahme 
von Fingerabdrücken anzuregen. Auch ist eine Beschreibung 
der Persönlichkeit aufzunehmen (Personenkarte) und sind 
Stoffproben der Kleidung zu entnehmen (Kleiderkarte). Je 
ein Doppel der Personen- und der Kleiderkarte geben an die 
vorgenannte Nachrichtensammelstelle. 
6. Ist die Leiche eines Unbekannten in das Schauhaus 
Hannoversche Straße eingeliefert, so beteiligt sich dessen Ver- 
waltung an den weiteren Ermittelungen; wobei sie sih in5- 
besondere der dort gesammelten Vermißtenkarten und eines 
erprobten Depeschenverkehrs bedient. Auch wird in diesem 
Falle dort die Kleiderkarte hergestellt und zu Ermittelungen 
benußt. 
C. Polizeiliche Tätigkeit ohne Beschlagnahme. 
1. Wird auf der Straße oder sonst in der Oeffentlichkeit 
(fiehe auch Abschnitt D) eine Leiche aufgefunden, deren Pexr- 
sönlichkeit festgestellt ist, und liegt natürlicher Tod vor, jo 
besteht kein Grund zu den Anzeigen an die Justiz- 
behörde und Polizei (Abschnitt A, Ziffer 4). Solche Anzeigen 
sind zu unterlässen. Jedoch ist dafür zu sorgen, daß die 
Leiche, nötigenfalls im Polizeiwege, fortgeschafft nird. 
2. Die Leihen von Ar mx.n, die in ährer Wohnung 
eines mnatürliGen Todes --gestorben sind, deren Vesorgung 
äber niemand übernimmt, sind der Armenverwaltung zu 
überweisen. Näheres ist in der einschlägigen Verfügung 
vom*) 1.9. a. Allg. 346. 21.--- betr. 
Beerdigung der Armenleichen (Amtl. Nachr. ) enthalten. 
3. Jst jemand, der in einem möbliexten Zimmer 
oder Hotel wohnt, dort eines natürlichen Todes. gestorben, 
jo braucht die Leiche nicht deshalb polizeilich weggeschafft zu 
werden, weil die Zimmervermieterin bzw. der Hotelwirt 
sich schnellstens der Leiche zu entledigen wünscht. 
4. In die amtlichen Leichenverwahrungsstellen (Ab- 
schnitt A, Ziffer 10) sind die Leichen in den vorgenannten 
*) Exscheint später.
	        
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