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Volume Nr. 43, 20. März 1922

Full text: Amtliche Nachrichten des Polizeipräsidiums in Berlin (Public Domain) Issue 1922 (Public Domain)

Beilage zu Nr. 43 der „Amtlichen Nachrichten“. 
Polizeiverordnung. 
(Veröffentliht im „Deutschen Reichsanzeiger und Preußischen Staatsanzeiger“ 
Nr. 172 vom 26. Zuli 1921. 
Auf Grund des Gesetzes vom 8. Juli 1920 (Gesehsamml. S. 487); betreffend die 
Abänderung des 8 34 des Feld- und Forstpolizeigesezes vom 1. April 1880, in Verbindung 
mit 8 136 des Gesetzes über die allgemeine Landesverwaltung vom 30. Juli 1883 (Geset- 
samml. S. 195) wird für den Umfang des Staatsgebiets folgendes angeordnet: -.. 
8.1. 
Die in den Anlagen 1 und 2 bezeichneten Tier- und Pflanzenaxten sind geschützt. 
Der Schutz erstre>t sich, soweit es nicht anders bestimmt ist, auf das ganze Jahr. 
Anordnungen, die einen über diese Verordnung hinaus8gehenden Shut von Tier- 
arten, Pflanzen oder Naturs<ußgebieten bestimmen, bleiben in Kraft und können auch 
künftig erlassen werden. 
Die Erklärung zum Natursc<hutgebiet erfolgt dur< Anordnung der zuständigen 
Minister. 
8 2. 
Es ist verboten, Tieren ges<üßter Arten =- Anlage 1 =- nachzustellen, sie mutwillig 
zu beunruhigen, zu ihrem Fang geeignete Vorrichtungen anzubringen, sie zu fangen oder 
sie zu töten. Auch ist verboten, Eier, Nester oder sonstige Brutstätten sol<her Tiere foxt- 
zunehmen oder zu beschädigen. 8 1 Absatz 3 des Reichsvogelschubgesehes vom 30. Mai 1908 
(RGBl. S. 317) gilt jedo< auch für die Vögel, welche dur< die auf Grund des Gesetes 
vom 8. Juli 1920 (Gesezsamml. S. 437) erlassenen Verordnungen gesc<hüßt sind. 
Diese Bestimmungen gelten auch für den Meeresstrand und das Küstenmeer. 
" Die Bestimmungen über das Sammeln der Eier der eigentlihen Möwen 
Larinae =, jedo< nicht der Seeshwalben, bleiben unberührt. 
33. 
Es ist verboten, Vögeln, mit Ausnahme der Enten -- Avpatidae =, der Gänse -- 
Angeridae --, des Auerhuhns -- Tettao urogallus --, des Birkhuhns -- Lyrurus tetrix 
-- und der Schnepfen -- Scolopacinae -- zur Nachtzeit nachzustellen. 
Als Nachtzeit gilt die Zeit von einer Stunde nach Sonnenuntergang bis eine 
Stunde vor Sonnenaufgang. 
84. 
Es ist verboten, ges<ütbte Pflanzen =- Anlage 2 -- zu entfernen oder zu beschädigen, 
ins8besondere sie aus8zugraben, auszureißen, Blüten, Zweige oder Wurzeln abzupflüen, 
abzureißen oder abzuschneiden. Dieses Verbot hat, soweit nichts anderes bestimmt ist, 
feine Geltung gegenüber dem Nußungsberedhtigten.
	        
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