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Volume Nr. 31, 24.02.1922

Full text: Amtliche Nachrichten des Polizeipräsidiums in Berlin (Public Domain) Issue 1922 (Public Domain)

Abteilung 1. (O. 1114.) 
Gruppe A. (Gesundheits8polizei.) 
Verfügung vom 24. Januar 1922. 
-- 1,9. a. Allg. 174. 21. -- 
Betrifft: Leichenpässe. 
I. Zur Ueberführung einer Leiche aus dem Polizei- 
bezirk Berlin nach einem anderen Orte des Inlandes oder 
Auslandes behufs Erd- oder Feuerbestattung bedarf es, 
abgesehen von den unter VIII, X und XI dieser Verfügung 
aufgeführten Ausnahmen, eines von dem Polizeirevier aus- 
zustellenden Leichenpasses, gleichviel, ob die Beförderung auf 
dem Land- oder Wasserwege, mit der Eisenbahn oder auf dem 
Seewege, erfolgen soll. 
Unmittelbar nach dem Tode ist die Beförderung der 
Leichen solher Personen, die an Aussaß, Cholera, Fle>- 
fieber, Gelbfieber, Best oder Po>en verstorben sind, nach 
einem anderen al8 dem ordnungsmäßigen, für den Sterbe- 
ort bestehenden Begräbnisplatße verboten. Als ordnungs- 
mäßige Begrähnisplätße in diesem Sinne gelten vorläufig 
nicht der Ostkir<hof in Ahrensfelde und der Südwestkir<hof 
in Stahn3dorf. Ist der Tod im Verlauf einer der vorstehend 
benannten Krankheiten (außer Fledfieber) erfolgt, so ist die 
Beförderung der Leiche mittelst der Eisenbahn nur dann 
zuzulassen, wenn mindestens :+ein Jahr nach dem Tode ver- 
strichen ist. Dex Beförderung einer Flefieberleiche mit 
der Eisenbahn stehen mit Rüdsicht auf die vorgeschriebene 
luftdichte Einsargung in einem Metallbehälter gesundheit- 
liche Bedenken nicht entgegen. 
II. Zuständig für die Ausfertigung des Leichenpasses 
ist dasjenige Polizeirevier, in dessen Bezirk der Tod erfolgt 
ist oder, im Falle der Wiederausgrabung, in dessen Bezirk 
sich das Grab befindet. Zur Aufnahme eines mündlichen 
„ Antrages ist Vordru> 60 A zu benußen. 
„ IIL Die Stempelgebühren für die Ausfertigung eines 
- Leichenpasse8 betragen 20 Mark. 
IV. Der Leichenpaß wird ausgestellt zur Beförderung 
von Leihen
	        
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