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Full text: Bericht über die Verwaltung und den Stand der Gemeindeangelegenheiten der Stadt Charlottenburg (Public Domain) Issue1910 (Public Domain)

brücke wurde in ganzer Ausdehnung mit Oclfarbe gestrichen, wofür ein Betrag in Höhe von 
6779,59 oft erforderlich war. Zu beiden Seiten der Caprivibrücke wurden je 3 Stück Schutz- 
pfhalwirke errichtet. An Kosten sind hierfür 1016,28 M entstanden. 
Ueber die im Neubau befindlichen Brücken ist folgendes zu berichten: 
Nachdem gegen Ende des vorigen Berichtsjahres der Unterbau der neuen Dovebrücke, 
d. i. die Gewölbe der Haupt- und Nebenöffnung mit ihren Widerlagern und Fundamenten, ausgeführt, 
die Fahrbahn gepflastert und der Verkehr über die Brücke geleitet worden war, wurden im Laufe dieses 
Berichtsjahres die zur Brücke gehörigen Anbauten, bestehend aus der unterirdischen Bedürfnisanstalt auf 
dem nördlichen Ufer und dem Lademeisterhaus auf dem südlichen Ufer, fertiggestellt und in Benutzung 
genommen. Ferner wurde die architektonische Ausschmückung der Brücke vollendet durch die Aufstellung 
der großen in Muschelkalk ausgehauenen Figur auf dem südlichen Ufer gegenüber dem Lademeisterhaus 
und durch die Ausführung der Steinmetz- und Bildhauerarbeiten an den Wappen und Gesimsen. Im 
April 1911 war die Brücke in allen Teilen fertiggestellt. 
Mit dem Bau der M a r ch b r ü ck e , die anstelle der alten im Zuge der March- und Franklin- 
stratze über den Landwehrkanal führenden Holzbrücke errichtet werden soll, ist im Monat Februar des 
Jahres 1911 begonnen worden. Die neue Brücke wird aus 3 Gewölben, einem mittleren Hauptgewölbe 
über den Landwehrkanal und zwei Nebengewölben über den unteren an den Ufern entlang führenden 
Ladestraßen bestehen. Sie wird durchweg aus Beton hergestellt, dessen sichtbare Ansichtsflächen mit 
Muschelkalkwerksteinen verkleidet werden. Auf dem südlichen Ufer des Landwehrkanals laufen die 
Brückengeländer in 2 turmartige Aufbauten aus, deren Jnnenräume von den städtischen Verwaltungen 
als Werkstatt und Lagerräume benutzt werden sollen. Die Architektur der Brücke ist vom Stadtbaurat 
Seeling entworfen. Die Bauausführung wurde der Firma Comct, Gesellschaft für Bauausführungen, 
in Stettin, übertragen. Bis zum 1. April 1911 sind die Spundwände zur Einfassung der Baugruben 
für die Fundamente eingeräumt worden, so daß im Anfang des 'nächsten Berichtsjahres mit den 
Betonierungs- und Steinmetzarbeiten begonnen werden kann. 
4. Die Stadtentwässerung. 
Entwässerungsgebiete. Das Gemeindegebiet mit Ausnahme der Berliner Anschluß 
gebiete „Martinikenfelde" und „Ostviertel" zerfällt in 3 Entwässerungsgebiete. Ueber Größe 
und Bebauung der „Berliner Anschlußgebiete" gibt nachstehende Zusammen 
stellung nach dem Durchschnitt des Berichtsjahres Aufschluß: 
Fläche 
Martinikenselde 
76 ha 72 a 36 qm 
Ostviertel 
101 ha 05 a 65 qm 
Durchschnittliche Zahl der bebauten Grundstücke im ganzen 
107 
603 
Durchschnittliche Zahl der Einwohner im ganzen . . . 
9 907 
32 339 
Durchschnittliche Zahl der an die Entwässerung, Radial 
system VIII und IX angeschlossenen Grundstücke . . 
101 
587 
Durchschnitliche Zahl der Einwohner in diesen Grund 
stücken . . 
9 887 
31 634 
Länge der anschlußfähigcn Straßenfronten am.Schluffe 
des Berichtsjahres (ausschl. der Fronten städt. Grund 
stücke) 
6 460,49 
17 959,73 
Die vertragsmäßig gezahlten Kosten bis zum Schluß des Berichtsjahres ergibt folgende 
Zusammenstellung: 
Marttniken 
selbe 
M 
4 
Ostviertel 
M 
4 
Zusammen 
M 
4 
Vertragsmäßig seit Beginn gezahlte Vergütung für den 
Bau 
323 024 
50 
897 986 
5n 
1 221011 
Vertragsmäßige Gebühr für den Betrieb und die Unter 
haltung im Berichtsjahre 
38 762 
94 
107 758 
146 521 
32 
Kosten für Spülwasser und Ausbesserung von Spülwasser- 
messern im Berichtsjahre 
422 
31 
1 968 
9> 
2 391 
29 
Das Entwässerungsgebiet I (Stadtviertel: Am Kurfürstendamm, Hoch 
schulviertel, Innere Stadt, Am Lietzensee. Schloßviertel, Lützow und Halbinsel, insgesamt 
842 ha 68 a 05 qm entwässerte Fläche mit 239 151 Einwohnern) nimmt seit dem 1. April 1907 
auch die Abwässer der Gemeinde und des Staatsbahnhofs Grunewald gegen eine Vergütung 
von 5 $ für 1 chm des an den Hubmessern der Maschinen der dortigen Pumpstation ge 
messenen Wassers auf. Ueber die Einwohnerzahl der an die Entwässerung angeschlossenen 
Gebiete, sowie die Wassermengen, welche diesen Gebieten von den Charlottenburger Wasser- 
werken zugeführt werden, gibt folgende Zusammenstellung Auskunft:
	        
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