128 8. Abschnitt, BERLIN. Reichsbank.
und der Architekt und Archäologe X. Bötticher (+ 1889; Marmorstele mit
Bronzerelief von Geyer); schrägüber an der Ecke Heinrich Steffens (+ 1845);
am Hauptwege r. Charlotte v. Kalb (+ 1843); an der nächsten Ecke, dicht
bei einander, Schleiermacher (+ 1834; vgl. 8. 107), Z. Tieck (+ 1853; vgl.
S. 133), der Philologe K. Lachmann (+ 1851); gegenüber Minister Altenstein
(+ 1840) und. Marheineke (+ 1846; vgl. S, 107); am folgenden Quergange r.
der TE DCTEt F. Bopp (+ 1867) und der Buchhändler Georg Reimer
(+ 1842); 1. vom Hauptwege F. vo. Raumer (+ 1873). — Auf dem FRIEDRICH-
WERDERSCHEN KIRCHHOFE, gleich r. vom Eingange, Grel7 (+ 1886 ; vgl. 3. 57).
— Auf dem NEUEN KIRCHHOFE. DER JERUSALEMER U, NEUEN KIRCHE, am
Hauptwege 1., Charlotte Birch- Pfeifer (+ 1868).
Pen am Anfang der Hasenheide gelegenen Kaiser-Friedrichs-
nplat” rimmt die zweite evang, Garnisonkirche ein, frühgotischer
San *cinbau nach den Plänen von Roßteuscher, 1894 begonnen.
Nahchei der in demselben Jahre angefangene Bau der kath. Gar-
„ter=kirche, romanische Basilika nach dem Entwurf von Menken. —
14 Min. südl, von dem gen, Platze der neue 7Yarnisonkirchhof mit
einem imposanten Kriegerdenkmal f"ir die 18C5, "1/71 Gefallenen,
Daneben die Ruhestätte der 1° '”'*4 in Berlin an ihren Wunden
verstorbenen Krieger und seit 1866 die charakteristisch ausgestat-
tete muhammedanische Begräbnisstelle.
Weiterhin an der Straße das 1887 von Schmieden erbaute Zlisa-
beih-Z.inder-Hospital, Am Ende der Hasenheide, gegenüber der
Unio”-brauer-‘, ein Turnplatz mit dem 1872 errichteten Bronze-
standbilde des Turnvaters Jahn, von Encke; der Unterbau besteht
aus Steinen, die von den deutschen Turnvereinen aus Deutsch-
land und allen Weltteilen eingesandt wurden. Der erste, von Jahn
begründete Turnplatz lag südl. im jetzigen Karlsgarten. Östl. da-
von der Friesenhügel, mit Gedenktafel. — „Neue Welt“ s. S, 29.
Wenige Minuten davon beginnt Rixdorf (Rest. at eler a Dorf mit
60000 Einw., Station der Ringbahn (S. 3). Pferdebahnen S, 15 ff, n° 2, 3, 19,
8, Luisenstadt. Ravenesche Gemäldesammlung.
Die beim Palais der Kaiserin Friedrich (S. 60) beginnende
Obermwallstraße ("L. r: X 2, 5) kreuzt unweit des Werderschen
Marktes (3. 61) die Französische Straße und führt am Ostende der
Jägerstraße vorüber zum Hausvogteiplatz. Zwischen der Französi-
schen und der Jägerstraße r, das Haupt- Telegraphen - Amt , mit
reicher venetianischer Fassade an der Jägerstraße. Die inneren
Finrichtungen, namentlich die Typendruckapparate, sind der Be-
sichtigung nicht unwert: Erlaubnis wird nach Anfrage im Inspek-
tionszimmer meist anstandslos gewährt.
Weiter 1., mit der Hauptfassade nach der Jigerstraße, der Palast
der sutschen Reichsbank (Pl. r: K 3), 1869-76 von Hitzig
in edlem Renaissancestil aufgeführt, ein vollendetes Beispiel für
die durch Verbindung von Sandstein und Backstein zu erzielende
Farkrawirkun”. Der Skulpturenschmurk, Germania als Beschütze-
rin des Handels, der Schiffahrt, der Viehzucht und der Industrie.
ist von Franz, Auch das reich ätsgestattete Innere ist schenswert:
Dönhoffplatz. BERLIN. 8. Abschnitt. 129
das schöne Treppenhaus ist ohne weiteres zugänglich. Am Ein-
gange ‘,\ eine Gedenktafel von Friedrich Wilhelm IV. für gen bei
der * 1rückziehung der Truppen vergessenen, aber pflichtgetreu
ausha--enden Militärposten vom 19. März 1848, als „erstes Opfer“
des Forliner Straßenkampfes. — Ein Erweiterungsbau der Reichs-
bank für die Abteilung fir Wertpapiere mit stattlicher Sandstein-
fassade am L’zusvogteiplatz wurde nach den Plänen von Emmerich
u. Hasak © 24 beendet; von vortrefflicher Raumwirkung die große
innere ©. »schäftshalle.
Über den von großen Kaufhäusern umrahmten Hausvogtei- Platz
gelanet man durch die Jerusalemer Straße zum Dönhoffplatz
(FX.“ 4). Der Fatz, an dessen Nordrand die Leipziger
Straße (x. 108) entlang läuft, ist mit Gartenanlagen geschmückt.
Nördi. begrenzen ihn das Theater der Beichshallen ‘ ‘. ©7) und,
Leinzigerstr. 75, das preußische Abgeordnetenhaus, das in dem
eins. “on Palais des Fürsten Hardenberg eingerichtet ist (Eintritt
8. 5° Neubau s. 8. 110). — Gegenüber das Denkmal, welches
1875 „(em Minister Freiherrn vom Stein (1757-1831) das dank-
bare ; a%erland“ errichtete; das Standbild des gewaltigen Mannes,
der Ge Grundlagen zu Preußens und Deutschlands innerer Ent-
wicklung legte, ist 3,43m hoch; am Sockel allegorische Figuren
(Frömmigkeit, Weisheit, Tapferkeit, Wahrheit), sowie ein Relief-
Fries aus Steins Leben. Das von Schievelbein (+ 1867) begonnene
Werk vollendete Hagen.
Vom Dönhoffplatz gehen Pferdebahnen über den Molkenmarkt
u. Alexanderplatz nach Zichtenberg. (Viehhof) u. Friedrichsberg (S. 20,20 49
u. 50). — Denselben Platz berühren die Pferdebahnen: vom Gesundbrunnen
über den Hackeschen Markt, Opernplatz, die Jerusalemersir., Lindenstr.
nach dem Marheinekeplatz (&. 46, n° 7); — vom Gesundbrunnen über den
Hackeschen, Molken- u, Spittelmarkt, die Lindenstr. nach dem Kreuzberg
(S. 16, n° 8); — vom Spittelmarkt über die Jerusalemerstr., den Opernplatz,
die Karlstr., den Königsplatz nach Moabit (S. 17, n° 20); — von der Schle-
sischen Brücke über die Köpenickerstr., den Spittelmarkt, das Potsdamer
Thor nach der Großgörschenstr. (S. 18, n° 30); — vom Schlesischen Bahnhof
über. die Köpenickerstr., den Spittelmarkt, das Potsdamer u. Branden-
burger Thor nach Moabit (S. 18, n° 32); — vom Küstriner Platz über den
Molken: u. Spittelmarkt, das Potsdamer Thor, die Lützowstr. nach dem
Kurfürstendamm (S. 19, n° 38); — vom Alexanderplatz über den Molken- u,
Spittelmarkt, das Potsdamer Thor nach Schöneberg (S. 19, n° 35); — vom
Alexanderplatz über den Molken- u. Spittelmarkt, das Hallesche Thor, die
Bellealliance- u. Yorkstr. nach dem NoNlendorfplatz (S. 19, n°36); — von der
Behrenstr.. über die Charlottenstr., den Spittelmarkt, die Köpenickerstr.
nach dem Schlesischen Thor (S. 20, n° 46). .
Vom nahen Spittelmarkt (S. 131) it auch eine Pferdebahn über
die Köpenickerstr. nach 7reptow (S. 20, n° 47). — Denselben Platz berühren,
außer den oben gen. Linien, die Pferdebahnen: von. der Schönhauser Allee
über den Hackeschen- u Molkenmarkt, die Kommandantenstr., Oranienstr.,
Dresdenerstr. nach Rixdorf (S. 15, n° 8); vom Moritzplatz über die Ora-
nienstr., Kommandantenstr., den Molkenmarkt, Alexanderplatz nach dem
Viehhof (8. 20, n° 48),
Südöstl. und östl. vom Dönhoffplatz dehnt sich die gewerbreiche
Luisenstadt aus, der größte und bevölkertste Stadtteil Berlins,
jedoch vön sehr einförmiger Erscheinung,
Bedekers Berlin und Umgebungen. 9, Aufl.
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