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Periodical volume No. 16 Bericht der Städtischen Waisendeputation

Full text: Verwaltungs-Bericht des Magistrats zu Berlin Issue 1918/1920

2 
9fr. 16. Waisendeputation 
Lebensalter 
am 1. April 1919 
Zahl 
davon 
ehelich 
unehelich 
Ohne Angabe 
ob ehelich oder 
unehelich 
bis zu 1 
Jahr . . ■ 
420 
47 
373 
1 
bis 2 J 
ahre .... 
293 
45 
247 
1 
2 
- 3 
418 
73 
344 
1 
3 
- 4 
- 
446 
92 
350 
4 
4 
- 5 
0 
531 
140 
387 
4 
5 
- 6 
- 
505 
156 
345 
4 
6 
- 7 
0 
619 
256 
358 
5 
1 
- 8 
- 
659 
238 
419 
9 
8 
- 9 
- 
603 
283 
319 
i 
9 
- 10 
- 
635 
299 
330 
6 
10 
- 11 
- 
727 
369 
356 
2 
11 
- 12 
-- 
687 
396 
290 
i 
12 
- 13 
-- 
715 
426 
287 
2 
13 
- 14 
612 
373 
238 
1 
14 
- 15 
0 
384 
259 
125 
— 
über 15 
* .... 
24 
14 
10 
— 
Summe 
8 278 
3 466 
4 778 
34 
Davon waren geboren: in Berlin 6 478, in der Provinz Branden 
burg 712, anderwärts 533, ohne Angabe 655, zusammen 8 278 Kinder. 
Am 1. April 1919 waren 1368 Voll waisen in der städtischen Waisen 
pflege. Von der Armenverwaltung wurden in der Zeit vom 1. April 
1918 bis 31. März 1919 70 und in der Zeit vom 1. April bis 13. No 
vember 1919 92 Waisenkinder überwiesen. Ueber das Verhältnis, in 
dem einerseits die Zahl der verpflegten Waisenkinder zu der Einwohner 
zahl von Berlin, andererseits die Kosten der Waisenpflege zu den Ge- 
smntkosten des städtischen Haushalts in ' der Zeit vom 1. April 1918 
bis 30. September 1920 standen, gibt folgende Uebersicht Aufschluß: 
Nach den 'Zählungen des Statistischen Amtes der Stadt Berlin waren im 
täglichen Durchschnitt 7242 Kinder in Soft pflege, d. h. in der Pflege von 
Familie» nud privaten Anstalten (eingerechnet die in, Kinderasyl besind- 
liche» Waisenkinder). 
ES sind vvn alle» »»seren Waiseiikiiideru verstorben: 
in der Zeit vom 1. April 1918 bis 31. März 1919: 
in der Kostpflrge in Anstalten zusammen 
im 1. Lebensjahre. . . 
26 
278 
304 
s: r> s 
22 
122 
144 
* 3.—3. - . . . . 
18 
90 
108 
- 7.—16. - . . . . 
11 
37 
48 
Summe 77 
527 
604 
In der Berichtszeit 
von, 1. April 1918 bis l: 
IS. November 
1919 jiiid 
im Waisenhause Berlin 2028 Säuglinge aufgenommen worden, die durch 
schnittlich 24 Tage in der Anstalt verpflegt wurden. Bo» diesen Kindern 
wurdet, »in Pslegestellen und Kinderheime abgegeben 569 (28 pCt.), in die 
Familie der Eltern gingen zurück 266 (18 pCl.), gestorben- sind 220 Kinder 
(Mi pCt.). Durchschnittlich war die Anstalt mit 133- Kindern täglich belegt. 
In der Zeit Uvi» 1. April 1918 bis 13. November 1919 gingen durch 
die Schulen des Waisenhanses Berlin 9230 Knaben und 1915 Mädchen, zu 
sammen 5145 Kinder schulpflichtigen Alters. Tie MädchenforlbildnngSschnle. 
wurde durchschnittlich van 02 Schülerinnen besucht. Bon zwei Erziehniigs» 
inspektoreli und einer Erziehiingsinspektorin sind 6613 Pfleglinge (darunter 
415 Fiirsorgezöglinge) besucht worden, tuid zwar 3856 Knaben und 2757 
Mädchen. Davon waren 4998 Kinder schulpflichtig. Der Schulbesuch unserer 
Kinder war durchweg regelmäßig. In 67 Fällen mußte ein Pflegestellenwechsel 
beantragt werden. 
Tie Gesamtkost«» für Unterhaltung itnd Bcrtvaltnng des Waisenhauses 
Berlin, die Zcntralverwallnng lind das Büro der Städtischen Waisendepntatioii 
haben (ohne Berücksichtignng der Gehälter der, Bürokräfte) in, Rcchiiiings» 
iahre 19,8 592 993 ,M, im Rechnungsjahre 1919 1570366 M> betragen. Tie 
Ausgaben für alle hiesigen und auswärtigen Kostkinder haben (ausschließ 
lich der Berwaltnngskosten > im Rechnungsjahre 1918 4 303 047 M, im Rechnungs 
jahre 1919 6 888 550 M betragen. 
B. Das Waisenhaus RummclSburg zu Bcrlin-Lichtenbcrg. ' 
Tie ?lnstalt toar im täglichen Durchschnitt mit 392 Kindern belegt, 
nicht eingerechnet die Kinder der Amiiieii, von denen täglich 7 dnrchschtiilllich 
Jahr 
Mittlere 
Be- 
völkerungs- 
ziffer 
Durch 
schnitts 
zahl 
der 
Waisen 
kinder 
I i s 
hS-2 
■28| 
e3.§ 
S 
StriS 
K 5 
Jstausgabe 
für die 
Waiienpflege 
(Ordinarium 
und Extra- 
ordinarium) 
M 
Gesamt 
ausgabe bet' 
Waiseripslege 
auf den Kovf 
der 
Bevölkerung 
Ist- 
einnahme 
M 
JstqMgabe 
nach Abzug 
der 
Einnahme: 
Zuschuß 
M 
Reinausgabe 
der Stadt 
(Zuschuß) 
auf den Kopf 
der 
Bevölkerung 
M 
vO -2 
«iC. 
Ö JE. o 
JH) 
Gesamt 
ausgabe 
des 
städtischen 
. Haushalts 
M 
Tic Jstausgabe 
der Waisenpstege 
(Spalte 5t 
beträgt von der 
gesamten Haus 
haltsausgabe 
ISvalte N> 
v. H. 
• 1 
2 
3 
4 
5 
6 
7 
8 
9 
10 
11 
12 
1. April 918/19 
,1 873 080 
8 282 
* 5 648 418 
3,oi 
2 793 911 
2 854 507 
1,52 
344 
318 941009 
1,4 
1. - 1919/20 
1. April 1920 bis 
1 907 937 
7 639 
4 
* 10 539 630 
5,52 
1 435 151 
9 104 479 
4,77 
1191 
631925 073 
1,« 
30. Sept. 1920 
1 932 907 
7 907 
4 
*11894 064 
6,15 
898 003 
10996 061 
5,68 
1 504 
— 
' — 
Die Durchschnittszahl (Spalte 3) der von uns verpfleglen Kinder 
ist infolge des durch den Krieg begründeten Geburtenrückganges unter 
die der legten Jahre heruntergegangen. Erst vom 1. April 1920 ab ist 
wieder eine Zunahme der Kinderzahl zu bemerken, was möglicherweise 
auch aus die Rückkehr der Väter aus deui Felde und eine Hebung der 
Geburtenziffer zurückzuführen ist. Der Zuschuß, den jedes Kind er 
fordert hat . Spalte 10), ist im Jahre 1918 um 56 M, im Jahre 1919 
um 847 M, vom 1. April bis 30. September 1920 um 313 Jb gegen 
über deni Vorjahre gestiegen. 
III. Bericht über 
A. das Waisenhaus Berlin und die Kostpflege, 
B. das Waisenhaus Rummelsburg. 
A. Das Waisenhaus Berlin und die Familienkojkpflcge. 
Vom 1. April 1918 bis 31. März 1919 sind 2040 Knaben und 1573 
Mädchen, zusammen 3613 Kinder in oie Wagenpflege ausgenommen worden. 
Tee Abgang beträgt 3475 Entlassene und 604 Verstorbene, zusammen 4079 
Kinder. Tie genaue Zählung am l. April 1919 ergab 8278 Kinder, die 
sich in unserer Pflege besanden. Außer den eigentlichen Waisenkindern, d/c 
das Berliner Waisenhaus ausgenommen hat, wurde noch eingesegneten erwerbs- 
sühigen Waisenkindern, eingesegneten, aber kranken und erwerbsunfähigen 
Kindern und Fürsorgczöglingcn vorübergehend Obdach und Verpflegung geboten. 
Ter Umfang des Verkehrs im Waisen Hause und im benachbarten 
K l n d e r a s y l wird durch folgende Zisscrn veranschaulich!: In der Zeit vom 
l. April 1918 bis 13. November 1919 wurden in beiden Anstalten 14 845 
Waisenkinder und Fürsorgezöglinge aufgenommen, 14 782 schieden aus. Tie Be- 
ivegnng drückt sich in der Ziffer 29 627, d. h. in einem Wechsel von täglich 
50 Kinder», aus. 
Durchschnittlich wurden täglich 314 Waisenkinder iin Waisenhause Berlin 
verpflegt. Tic einzelnen Abteilungen ivarc» durchschnittlich belegt: die Auf- 
»ahnicabteilniig mit 28 Kindern, die Sänglillgsabtciliuig mit 127, die Ab 
teilung der Kinder. von 1—6 Jahren mit 42, die Abteilniig der schnl- 
pslichtigen Knaben mit 50, die Abteilung der srbnlpslichtigen Mädchen mit 35, 
die Krankcnabtcilung mit 26, das Asyl für eingesegnete Mädchen mit 6, zu- 
saulincn 314 Kinder». Außerdem wurde» täglich durchschnittlich 8 Ammen- 
linder verpflegt. 
verpflegt wurden. Diese 392 Kinder verteilen sich auf das Mädchcnhans, 
die beiden Knabenhäuser und das Lehrliugsheim mit zusammen durchschnitt 
lich 108 Pfleglingen, auf das Lazarett einschließlich der ihm überwicsenc» 
Säuglinge mit 135 Kindern, auf das Jnfektionshaus einschließlich der insi- 
zicrten Säuglinge mit 45, aus die Quarantäne einschließlich der ihr übc» 
tviescnen Säuglinge mit 37, auf die Säuglingshäilser einschließlich der ihnen 
übcrlviesciieil über 1 Jahr alten Kinder mit, 67 Kindern. Im Lazarett, 
im Jnfektioiishansc,' in der Quarantäne, und in den beiden Säuglingshäilser» 
sind durchschnittlich 35 Säuglinge verpflegt ivordcit, sv daß sich folgende 
Gruppierung ergibt: 108 gesunde, schulpflichtige oder der Schule entwachsene 
Kinder, 249 kranke über 1 Jahr alle Kinder und 35 gesunde und kraule 
Säuglinge, ziisainmen 392. Bon diescii durchschnittlich vecpslegle» Kinder» tvaren: 
355 schulpflichtige und »och nicht schulpflichtige Waisenkinder, 7 eingesegnete, 
ertverbsnnsähigc Waisenkinder, 12 eingesegnete erwerbsfähige Waisenkinder »nd 
18 Fürsorgczöglingo. /In der Waiscnhausschiilc empsiugc» Unterricht im 
Soimncrhalbjahr 1918 251 Kinder, im Winterhalbjahr 1918/19 322 Kinder, 
un Sommer Halbjahr 1919 245 Kinder. Eingesegnet würben in der Zeit vom 
l. April 1918 bis 13. November 1919 64 Knaben und 13 Mädchen. Die 
eiugesegneien Knaben wurden leils einem Handwerker in. Lehre gegeben, Icil» 
der Landwirtschaft zngewieseu. Folgende Berufe ivurdcn erwählt: Bäcker, 
Schlächter, Kausmaun, Töpfer, Glaser, Maurer, Sckflosser, Schneider, Mechaniker, 
Graveur, Schinicd, Schnhinacher, Korbmacher, Sattler und Werkzeugmacher. 
Die Mädchen siedelten in das Waisenhaus Berlin über, um dort 1 Jahr sin 
der Hauswirtschaftslchre unterrichtet zu werden. Es wurden in der Zeit vom 
1. April 1918 bis 13. November 1919 
ärztl. behandelt davon sind verstorben 
im Lazarett (einschl. Pslegehans und Baracke) 813 Kinder 44 Kinder, 
- Jnfektionshaus 462 - 60 - 
in den Säuglingshäusern 439 - 57 * . 
Die Ausgaben der Anstalt haben nach dem Jahresabschlüsse im Rcchnu»gs- 
jahre 1918 648 820 M, die Einnahme» 38111 M betragen, das ergibt 
einen Zuschuß von 610 709 M oder bei einer Verpflegung von täglich 
392 Kindern im Durchschnitt ciiieil Zuschuß vvn 1558 M auf den Kopf. Im 
Rechnungsjahre 1919 betrugen die Ausgaben der Anstalt 1891 009 J6, die 
Einnahmen 39 284 M, so daß sich ein Zuschuß von 1 851 725 M und auf den 
Kops eines verpflegten Kindes ein diirchschnittlicher Zuschuß von 4723 M 
ergibt. Im Rechnungsjahre 1917 hat der Zuschuß bei einer durchschnittlichen 
Belegung mit 404 Kindern 1092 M für jedes Kind betragen, so daß er 
im Jahre 1918 um 466 M, und im Jahre 1919 um 3165 M, gegenüber deni 
*Ohne die Kosten des Bormundschaftsamtes.
        
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