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Periodical volume No. 40 Bericht der städtischen Markthallen

Full text: Verwaltungs-Bericht des Magistrats zu Berlin Issue 1918/1920

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Nr. 40. Bericht der städtischen Markthallen. 
Gemüse- und Obstgrotzhandel. 
Die Gemüscversorgung >var reichlicher lvie i»i Vorjahre, da die 
Abschlüsse von Lieserungs und Aiibauvertragen mit Gemüsemibnucr» 
stärkere Zufuhren an den Markt brachten. 
Die. wichtigsten,, ihr die Bolksernährmig in Frage koininendcn 
Geiuüsearteii, ivie Spinnt, Kohlrabi und Kohl ivare» reichlich vor 
handen, ebenso Radieschen, Rettiche und Snppenaeinüse in genügender 
Menge ain Markt. Die Zufuhr in Kohlrüben Ivar dagegen im Gegensatz 
zu den enormen Zufuhren des Vorjahres bedeutend geringer. Die 
Frucht, au der das..Publikum ivähreird der Kriegsjahre den Geschmack 
verloren hatte, nmrde durch den im großen Umfange angebanleri 
Weißkohl ersetzt, so daß die Kauflust letzten Eirdcs nicht mehr rege 
genug ivar. 
Für Pilze ivar die Sommerivitteriiug besonders günstig. Der 
Markt tvar zeitweise überschivemmt, doch nahmeir die Verbraucher dieses 
ivichtige Nahrnngsmittel, das einen Ersatz von Fleisch bildet, tuillig ab. 
Das Obst ivar im Berichtsjahr noch beivirtschaftet, die Folge nmi 
große Knappheit. Die Stndtgcmeinde errichtete, um dem Preiswucher 
zu steuern und eine gleichmäßige Verteilung des Werderschen Frül-- 
obstes herbeizuführen, zwei Berteitungsstellcn für dieses Obst ein, eine 
am Urbanhafen und eine in der Zentralmarkthalle. 
Da die Verteilung au die Kleinhändler bezirksweise erfolgte, gelang 
es, das Werdersche Obst allen Verbrauchern zugänglich zir machen, 
während es in früheren Jahren nur von der wohlhabenden Bevölkerung 
gekauft tvurde. 
Amtlicher Marktbericht. 
Der Magistrat beschloß im Monat Februar des Berichtsjahres, 
daß vom 1. April 1919 ab wiederum ein amtlicher Marktbericht 
herausgegeben tvird, da die Gründe, die s. Zt. zur Einstellung des 
Erscheinens geführt haben, nicht mehr bestanden. . 
Eisenbahnanschluß. 
Der Anschluß diente im Berichtsjahr hauptsächlich den Anfuhren 
des Magistrats, Obst- und Gemüseversorgnng, für die Großhändler ivar 
er so gut wie gesperrt. 
> 
Einfuhr 
s\ 
Jahr 
davon in Wagen- 
Au sfuhr 
im ganze» 
ladungen 
int ganzen 
kg 
kg 
1914 
98 888 604 
88 865 867 
3 333 708 
1915 
126 585 144 
110 968 835 
3 641 281 
1916 
109 922 361 
93 318 687 
8 112 262 
1917 
111 045 149 
109 349 760 
7 443 089 
1918 
79 554 000 
70 290 000 
1 226 781 
Städtische Verkäufe. 
Auch im Berichtsjahre wurden städtische Vcrkanfsstellcu in den 
Markthallen eingerichtet: 
a) ein städtischer Gänseverkauf, 
d) ein städtischer Obst- und Geiuüseverkauf, 
c) ein städtischer Kartosfelverkaus. 
Sie erfreuten sich des lebhaften Zuspruchs seitens der Verbraucher, 
wurde ihnen hierdurch Gelegenheit geboten, ivcit unter dem Tagespreise 
Obst usw. zu erstehen. 
Tumultschädcn. 
Die Ttaatsumivälzung am 9. November 1918 blieb auch nicht 
ohne Einfluß ans die Markthallen, sie ivurden durch die stattgesuudeneu 
Slraßenkäinple in Mitleidenschaft gezogen^ Sie mußten zeitweise für 
den Verkehr geschlossen werden und erlitten teilivcise recht erhebliche 
Beschädigungen an den Baulichkeiten. Die Beseitigung der Schäden 
kostete zirka 80 000 ,h. 
Bauliche Unterhaltungen. 
Außer den aus das geringste Maß beschränkten baulichen Unter- 
Haltungen der Martthailengebäude, Läden und Wohnungen ivurden nach 
Beendigung des Krieges hauptsächlich zur Beschäftigung Arbeitsloser 
umsangreiche Rotstandsarbeilen in den Markthallen ausgeführt und zu 
diesem Zwecke vom Magistrat der Betrag von 1200000 M bewilligt. 
Trotzdem befanden sich 'die Markthallen noch immer in einem 
schlechten baulichen Zustande, und es bedarf noch großer Mittel, sie 
wieder in brauchbarem Zustand zn setzeir. 
Gefallen sind: die Pförtner T r e n s i ck e, K i s ch k e, 
Brauer: die Arbeiter Reh bock, Richter, Egel, Schulz, 
B n ch h o l z, Z ii n k e. Ehre ihrem Andenken. 
Im Rechnungsjahr 1919 betrugen die Betriebseinnahmen ein 
schließlich . Erneuernnäsmittel 4 949 397,4? M, gegen das Borjahr mehr 
970233,8» Jk, die Betriebsausgaben beliefen .sich auf 6 321 194,4« M. 
gegen das Vorjahr mehr. 1 242 451,«» M\ die Ausgaben haben dem 
nach die Einnahmen »in I 371 797,o, M überschritten. Unter Berück 
sichtigung der Einnahme- und Ausgabereste stellt sich gegen den Etats 
ansatz der Minderertrag ans 1130191,08 M. 
Sämtliche Markthalle» brachten gegen das Vorjahr erhebliche 
Mehreinnahmen.^ Die Ursache ist zunächst darin zu suchen, daß die 
Nachfrage nach Stünde» außerordentlich groß ivar. Ferner aber sind, 
um die immer höher steigende» Betriebsausgaben zn decken, sämtliche 
Mieten für Stände, Kelter, Lager- und Kühlränme, sowie die Ge 
bühren für die Benutzung ldes Bahnanschlusses erhöht worden. Die 
Erhöhmig ist am 1. April 1919 ab eingetreten. Die Besetzung 
der Markthallen ergibt sich ans nachstehender Zusammenstellung: 
Markthalle 
Zur Be 
setzung 
waren vor 
handen 
qm 
Nach dem Jahresdurc 
täglich gm 
1919 ' 1918 i 1917 
hschnitt waren besetzt 
in Prozenten 
1919 1918 ! 1917 
I 
5 393,2 
6 068 
5 766 
5528 
112,5 
106.» 
102,4 
la 
5 616,i 
3 489 
3 308 
3 456 
62,s 
58,« 
61,5 
11 
3 050,5 
3 013 
2 705 
2 658 
98,« 
88.« 
87,i 
V 
824,s 
455 
405 
380 
55,2 
49,o 
46,i 
VI 7. . 
1193,8 
992 
839 
795 
83,i 
71,» 
66,5 
VII 
897 
463 
418 
431 
61,« 
46,5 
48,o 
VIII 
1 789 
1263 
1049 
1032 
70,8 
58,« 
57,6 
IX 
1300 
414 
359 
409 
31,8 
27.« 
31,4 
X 
1345 
423 
381 
440 
31,4 
28,3 
32,7 
XI 
931 
383 
283 
309 
42,2 
30,« 
33,2 
XIV 
1 455,i 
942 
555 
564 
64,i 
38,i 
38,7 
Wild und Geflügel. 
Unseren städtischen Verknnfsbermittlcrn waren durch die Zwangs- 
belvirtschaftiing des Fleisches recht enge Geschäftsgrenzen gezogen, und 
getätigt iverden. Der Ge 
nus den Geflügelmarkt, dem 
zugeführt wurde». Obgleich 
recht hoch tuare», ging der 
der Höchstpreise fast kaum in 
weg. Erst die Aushebung 
es konnten daher nur mäßige Umsätze 
schäftsverkehr beschrankte sich hauptsächlich 
besonders geschlachtete Hühner und Gänse 
die Preise lvährend des ganzen Jahres 
Absatz glatt vonstntten. Wild kam infolge 
den Handel; es ging durch Schleichhandel 
der Höchstpreise Ende Dezember brachte reichlichere Zufuhren, 
lieh in Eiern konnte nach der aufgehobenen Rationierung ein reichlicher 
Umsatz notiert werden, der auch ans die Preisbildung sich in gewisser 
Weise bemerkbar machte. Es ilinß besonders daraus Hingelviesen werden, 
daß als Nahrnngsmittel auch viel Dachse, Füchse, Krähen, Elstern 
mit» sogar Eichhörnchen umgesetzt wurden. 
VerkanfsvcrmiUler. betrug 
an Wild und Geflügel: 
städtiseheil 
überhaupt 
Illl 
K>cr- 
Der Umsatz der 
nialtnngsjahr 1919/20 
Rotwild 
Dammwild..... 
Rehe . 
Wildschweine . . . 
Hasen 
Kaninchen, wilde '. . 
- zahme, geschlachtet 34787 
- - lebend 3 487 
Dachse 
Füchse ..... 
Ziegen, lebend . . 
- geschlachtet 
Fasanen 
Schnepfen . 629 
Wildenten .... T~, . 5 752 
Rebhühner 9 369 
Gänl'e, wilde 
- zahme, lebend 2 887 
- - geschlachtet. 43165 
Enten, wilde 5 1 
- zahme, lebend 6 592 
- - geschlachtet 26 876 
Tauben, wilde 
- zahme, lebend 3161 
- - geschlachtet 
Krähen 
Puten, lebend 
- geschlachtet 1803 
Krammetsvögel 
Schwäne. . I 
Sonstige Vögel 1 874 
Fische. 
Der Fischhandel stand bis zum 4. August 1919 in vollem Um 
fange unter öffentlicher Bcivirtschaftnng, d. h., alle 
47 Stück, 
21 
- 
42 
- 
27 
. 6 569 
- 
276 
34 787 
- 
. 3 487 
52 
- 
73 
- 
7 
- 
. 14 426 
- 
87 
629 
- 
. 5 752 
- 
. 9 369 
' ff 
32 
ff 
. 2 887 
ff 
. 43165 
ff 
. 5 752 
ff ■ ■ 
. 6 592 
.-fr- ’ 
. 26 876 
ff 
63 
ff 
. 3161 
. 19 135 
ff ■ 
. 6 438 
- 
196 
- 
. 4 803 
ff 
99 
' ff ' 
69 
ff ' 
. 1874 
- 
in vollem 
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