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Periodical volume No. 40 Bericht der städtischen Markthallen

Full text: Verwaltungs-Bericht des Magistrats zu Berlin Issue 1918/1920

Der waltungsbertckt 
des 
Magistrats zu Berlin 
für 
die Rechnungsjahre >918/20. 
JVe 40. 
Wericht 6er städtischen Markthallen 
für öie Jeit vom 1. April' 1918 bis 30. September 1620. 
Im-Rechnungsjahr 1018 betrugen die Einnahmen 3 970 163,57 ,U, 
gegen das Borjahr mehr 1375 926,oi M\ die Ausgaben beliefen sich 
auf 5 078 742,59 JK, gegen das Borjahr um 1 715 478,33 M mehr. 
Die Ausgaben tjaben die Einnahmen um 1099 579,02 ,M überschritten. 
Unter Berücksichtigung der Einnahme- und Ausgabereste stellt sich 
der Minderertrag ans 2 825 230,oi 
Folgend-' Markthallen brachten Mehreinnahmen an Standgeldern,: 
Zentralmarkthalle I 32 890,17 M, 
» Ia 8 257,80 - 
Markthalle II 7 385,ss - 
V 2 215,51 - 
- VI 3 139,28 - 
- IX 9,s« - 
- XIV 1 324,82 - 
zusammen 55 221,87 M. 
Mindereinnahmen brachten folgende Markthallen: 
Markthalle VII 1 615,92 M, 
» VIII 804,23 - 
- X 2 306,61 - 
- XI 2 144,58 - 
zusammen 6 871,3i M. 
Gegen Ende des Berichtsjahres fand eine stärkere Besetzung der 
stände statt, die Nachfrage nach Ständen steigerte sich dauernd. 
Die Besetzung der Markthallen ergibt sich aus nachstehender Zn- 
stnnmenstellung: 
Markthalle 
Nr. 
Zur Be 
setzung 
Nach 
dem Jahresdurchschnitt 
waren 
besetzt 
waren vor- 
Handen . 
t 
jglich gm 
in 
Prozenten 
qm 
1918 
1917- 
1916 
1918 
1917 
1916 
5 393,2 
5 766 
6 538 
5 483 
106,9 
102,i 
101,7 
5 616,i 
3 308 
3456 
4 114 
58,8 
61,5 
73,3 
3 050,5 
2 705 
2 658 
2 854 
88,e 
87,i 
93,« 
824,3 
405 
380 
432 
49,o 
46,i 
52,i 
1 193,» 
839 
795 
854 
71,9 
66,5 
71,s 
897 
418 
431 
458 
46,5 
48,o 
51,5 
1 789 
1049 
1032 
1169 
58,s 
57,6 
65,i 
1300 
359 
409' 
416 
27,6 
31,i 
32,o 
1345 
381 
440 
453 
28,. 
82,7 
34,i 
931 
283 
309 
397 
30,i 
33,2 
42,s 
1 455,i 
565 
564 
689 
38,i 
38,7 
47,i 
I 
IA 
II 
V 
VI 
VII 
VIII 
IX 
X ..... . 
XI 
XIV 
Vorhanden waren ursprünglich 14 Markthallen, von denen 2 ver 
laust und 2 verpachtet sind. 
Der Ueberschuß der besetzten über die zur Besetzung vorhandenen. 
Flächen erklärt sich durch die tageweise Besetzung von vorübergehend 
nicht benutzten Abonnementsständen. 
Wild und Geflügel. 
Ter Umsatz der städtischen Berkanfsvermiltler für Wild und Ge- 
ftüget ging infolge der Zwangsbewirtschastung immer mehr zurück, 
die Oleschäftsluge war idmher mehr wie ungünstig. Für Wild war 
eine amtliche Bertcilungsstelle eingerichtet und Höchstpreise festgesetzt, 
Maßnahmen, die eine völlige Entblößung des Marktes von Wild 
im Gefolge hatten und kille Ware in den Schleichhandel tviebe.iu 
Die Ergebnisse der Treib- und Lappjagden wurden gedrittelt, 
>/i erhielt die Wildverteilnngsstclle, Vs mußte dem Kreise übermittelt 
werden, V» verblieb dem Jagdherrn. Daß unter solchen Umständen 
kein Wild an die. öffentlichen Märkte gelangte, ist leicht erklärlich. 
Im Verwaltungsbericht für 1917 sind die großen Zahle,! der 
Unisütze bei unseren städtischen Berkaiifsvcrinittlern in Wild aufgeführt, 
ihre "Wiederholung erübrigt sich 
Bon der amtlichen Wildvcrteilnngsstelle erhielten die städtischen 
Berkanssvermittler insgesamt zugewiesen: 
65 Stück Rotwild, 
95 - Rehe, 
14 - Schwarzwild und 
148 - Hasen, 
für die Höchstpreise festgesetzt waren. - 
Dieselbe Wirkung — nämlich ein gänzliches Verschwinden der 
Ware vom Markte — löst die Festsetzung von Höchstpreisen für Gänse 
ans, die Berkanssvermittler erhielten nur 4419 Stück geschlachtete Gänse. 
Für das übrige Geflügel und Kaninchen waren Höchstpreise jnicht 
festgesetzt, infolgedessen lvar eine reichlichere Zufuhr vorhanden, wenn 
sie auch nicht an die Friedenszusuhreu heranreichte. 
ES wurden umgesetzt: 
63 784 Stück Kaninchen zum Preise von 3—7 M je V 2 kg, 
4 874 - lebende Enten zum Preise von 15—38 jt je Stück, 
39 412 - geschlachtete Enten zum Preise von 5,5«—11 M je x / 2 kg, 
76 - lebende Gänse zu Höchstpreisen, 
4 419 - geschlachtete Gänse zu Höchstpreisen, 
78 081 - lebende Hühner zum Preise von 13—34 M je Stück, 
99 005 - geschlachtete Hühner zun, Preise von 5—10 Jt je 1 / 2 kg, 
1100 - lebende Tauben zum Preise von 2,50—3,so M je Stück, 
24 271 - geschlachtete Tauben zum Preise von 2,5°—3,so M je Stück, 
9 433 - geschlachtete Tauben zum Preise von 5—10 M je 7« kg. 
Fische. 
Der Fischhandcl unterlag ebenfalls der Kriegsbewirtschistung, die 
eingegangenen Fischsendnngen wurden schlüsselmäßig verteilt und aus 
Lebensmittelkarte au das Publikum abgegeben. Es bestanden für alle 
Fischarten Höchstpreise. Während Seefische zeitweise etwas stärker zur 
Verteilung kamen, verschwanden lebende Flußfische fast gänz vom Markt, 
trotzdem Berlin für lebende Fische das beste Absatzgebiet ist. Auch ldie 
Festsetzung der jgleichen Höchstpreise für lebende und tote Flußfische 
trug daran Schuld, daß lebende Fische nicht an den Markt ikameu; 
die. Fischer waren froh, die Mühen und Kosten, die mit dem Lebeud- 
transport von Fischen verbunden sind, erspare» zu können. Auch 
war bei der herrschenden Lebensmittelknappheit der Verbrauch an Fischen 
»m Fnngort und der nächsten Umgebung bedeutend grosse wie im 
Frieden, so daß au toten und lebenden Flußfischen der Versand fast 
unterblieb. 
Aus die Teichwirtschaft — Karpfen und Schleie — wirkte nebenbei 
»och der kalte Sommer schädigend ein, die Fische zeigten bei der kalten 
Witterung keine Freßlust und nahmen an Gewicht nicht zu, so daß 
die Prodnllivu gegen. Eie Vorjahre bedeutend abnahm. Die Krebs- 
zufuhren litten unter denselben Kältevcchültnisscn, die Preise waren 
bei den geringen Zufuhren hoch.
        
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