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Volume No. 30. Bericht der Gewerbedeputation des Magistrats

Full text: Verwaltungs-Bericht des Magistrats zu Berlin (Public Domain) Ausgabe 1915 (Public Domain)

Verwaltungsbericht 
des 
Magistrats zu Lerlin 
für 
das Ctatsjahr !9!5. 
j\q 30* 
Wevichl ber Kewev^edeputcrtion des ^Magistrats. 
m 
A. Allgemeines. 
Die Gewerbedeputation hat im Berichtsjahre keine wesentliche Ver 
änderung in ihrer Zusammensetzung erfahren. Der Läadtrat Dos lein 
ist aus her Deputation ausgeschieden, und für ihn Stadtrat Sasscu- 
bach als Mitglied eingetreten. 
B. Innungen. Handwerkskammer. Lehrlingsangelegenheiteu. 
Der Bestand d>r Innungen ist im Berichtsjahre unverändert ge 
blieben/ Es waren am Schlüsse des Jahres — wie im Vorjahre — 
im ganzen 65 Innungen vorhanden, und zwar 41 freie Innungen 
(darunter 33 Handwerker-Innungen) und 24 Zwangsinnungen. Im 
allgemeinen ist infolge des Krieges die Zahl der Mitglieder bei den 
einzelnen Innungen gesunken, auch war unter dem Einfluß des Krieges 
eine nicht mehr so rege Tätigkeit der Innungen, wie es in Friedens 
zeiten üblich war, festzustellen. Anträge aus Errichtungen von In 
nungen sind im Berichtsjahr nicht gestellt worden. 
Von der Aufstellung einer Nachweisuug der Verhältnisse der freien 
und Zwaugsinnungen und ihrer Nebenkassen haben wir für das Ber- 
waltungsjahr 1915 Abstand genommen. 
Die Betätigung der Zwangsinnuugen auf dem Gebiete des Ge 
sellen- und Herbergswesens und Fachschulwesens ergibt sich aus nach 
stehender Zusammenstellung, in der die Leistungen der beiden lei ten 
Jahre ausgeführt sind. 
Name 
der Zwangsinnung 
Zahl 
Mitg 
1914 
der 
lieber 
1915 
Tie 
Geselle 
Herber 
1914 
M 
Auswend 
für 
n- und 
gswesen 
1916 
M 
rngcn betragen 
das 
Fachschul 
wesen 
1914 ! 1915 
M \ Jt ' 
Bäcker 
1922 
1894 
3370 
96 
— 
Bildhauer 
100 
80 
50 
50 
— 
— 
Drechsler 
321 
294 
29 
— 
— 
— 
Feilenhauer .... 
40 
43 
10 
— 
— 
— 
Glaser 
543 
531 
1677 
2253 
542 
49 
Juiveliere ... 
276 
250 
277 
100 
750 
2250 
Korbmacher ... 
250 
230 
30 
30 
— 
— 
Kupferschmiede . , . 
30 
33 
30 
— 
— 
— 
Maler 
1448 
1278 
660 
660 
2456 
1400 
Photographen . . . 
Posamentiere . . . 
507 
523 
526 
27 
— 
100 
103 
98 
9 
200 
150 
Sattler 
618 
598 
235 
200 
700 
700 
Schmiede 
414 
325 
— 
— 
400 
400 
Schneider 
6865 
5860 
1737 
1147 
Schornsteinfeger. . . 
123 
124 
188 
200 
1879 
1593 
Schuhmacher .... 
2172 
2477 
1723 
1514 
600 
600 
Steinsetzer 
Taschenuhrgehäuse- 
k 74 
70 
438 
285 
— 
machcr 
37 
15 
— 
— 
— 
— 
Tapezierer 
1470 
1077 
964 
882 
550 
42 
Tischler 
1723 
1308 
10968 
9659 
2000 
2000 
Töpfer 
337 
■ 290 
— 
— 
650 
400 
Vergolder 
85 
79 
1 
—- 
— 
— 
Wagenbauer .... 
298 
295 
120 
120 
400 
400 
Zeugschmiede .... 
118 
120 
30 
— 
— 
— ' 
Die Mitgliederzahl ist bei den Glasern, Juwelieren, Korbmachern, 
upferschmieden,Posamentieren, Sattlern,Schornsteinfegern, Steinsetzern, 
Wagenbauern und Zcugschmieden gleich oder fast gleich geblieben, wäh, 
rend sie bei den Feilenhauern, Photographen und Schuhmachern ge 
stiegen ist. Bei allen übrigen Zwangsinnungen mst sie herabgegangen, 
bei den Tischlern und Tapezierern sogar um beinahe ein Drittel. Der 
Grund hierfür ist in den Einwirkungen des Krieges zu suchen 
Die Aufwendungen für das Gesellen- und Herbergswesen sind nur 
bei den Glasern und Schornsteinfegern höhere geworden, dagegen bei 
den Bäckern, Juwelieren, Sattlern, Schneidern, Schuhmachern, Stein 
setzern, Tapezierern und Tischlern zurückgegangen. Bei den übrigen 
Innungen sind sic gleich oder fast gleich geblieben. Nur geringe Auf 
wendungen haben die Korbmacher und Photographen gemacht, während 
die Drechsler, Feilenhaucr, Kupferschmiede, Posamentiere, Schmiede, 
Taschenuhrgehäusemacher, Töpfer, Vergolder und Zeugschmiede keine 
Aufwendungen hierfür zu verzeichnen haben. 
Für Fachschulzwecke haben die Juweliere das Dreifache gegen das 
Vorjahr und die Photographen 100 M (im Vorjahre nichts) geleistet, 
mährend die Sattler, Schmiede, Schuhmacher. Tischler und Wagenbauer 
in ihren Leistungen gleich geblieben sind. Weniger aufgewendet als 
im Vorjahre haben die Glaser, Maler, Posamentiere, Schornsteinfeger, 
Tapezierer und Töpfer. Die übrigen 11 Zwangsinnuugen haben — 
wie int Vorjahre — keinerlei Aufwendungen für Fachschulzw.cke gemacht. 
Der Durchschnitt der Aujwendungen für Fachschulzwecke im Be 
richtsjahr ergibt sich aus nachstehender Zusammenstellung: 
Name der Innung 
Zahl der 
Lehrlinge 
1915 
Gesamt- 
auslvendungen 
für Aachschul 
zwecke 1915 
M 
Durchschnittlich sind 
für den Lehrling 
aufgewendet 
1914 1915 
M M 
Bäcker 
1074 
Bildhauer 
18 
— 
— 
— 
Drechsler 
23 
— 
— 
— 
Feilenhauer 
— 
— 
— 
— 
Glaser 
87 
49 
4,44 
0,50 
Juweliere 
in 
2 250 
5,21 
20,-7 
Korbmacher 
10 
— 
— 
— 
Kupferschmiede .... 
18 
— 
— 
— 
Maler 
129 
1400 
12,70 
10,85 
Photographen 
54 
100 
— 
1,85 
Posamentiere 
18 
150 
10,oo 
8,33 
Sattler 
168 
700 
4,89 
4,17 
Schmiede 
170 
400 
1,48 
2,35 
Schneider 
1193 
— 
— 
— 
Schornsteinfeger .... 
41 
1593 
52,19 
38,85 
Schuhmacher . . 
72 
600 
10,71 
8,33 
Steinsetzer 
15 
— 
— 
— 
Tapezierer 
204 
42 
1,79 
0,21 
Taschenuhrgehäusemacher 
5 
— 
— 
— 
Tischler . - 
625 
2 000 
2,88 
3,20 
Töpfer 
II 
400 
23.-1 
36,36 
Vergolder 
14 
— 
— 
— 
Wagenbauer 
68 
400 
5,88 
5 88 
Zeugschmiede 
283 
— 
i 
— 
Von den Innungen, die überhaupt Aufwendungen für Fachschul 
zwecke gemacht haben, weisen hiernach die Tapezierer mit 0,3i M den 
kleinsten, die Schornsteinfeger mit 38,85 M den größten Durchschnitt auf. 
Wegen Heranziehung zur Zwangsinnung ist in diesem Jahre in 
72 Fällen Beschwerde erhoben worden (gegen 130 im Vorjahre.
	        
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