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Volume No. 8. Bericht der städtischen Schuldeputation

Full text: Verwaltungs-Bericht des Magistrats zu Berlin (Public Domain) Issue 1912 (Public Domain)

Nr. 8. 
Schuldeputation. 
ä) Urlaubsfälle mit Rücksicht auf das Lebensalter 
und Dienstalter der Fachlchrerinnen. 
1. Lebensalter. 
Fachlehrcrinnen 
Urlaubsfälle 
Urlaubszeit 
Anzahl 
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Auf die ein- 
Lebensalter 
von Jahren 
Zahl 
L jj, 
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82 
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Zahl 
der Tage 
zclnen Fach- 
Ichrninncn 
entfallen 
demnach 
Tage 
20-29 
30 
3 
3 
6 
20, oo 
143 
4,77 
30—39 
59 
7 
9 
16 
27,12 
580 
9,83 
40-49 
152 
34 
29 
03 
41,48 
2 841 
18,88 
50-59 
121 
39 
41 
80 
66,12 
2 508 
20,73 
00-69 
22 
18 
10 
28 
127,27 
2 542 
115,55 
Sunime 
384 
101 
92 
193 
50,26 
8 614 
22,43 
2. Dienstalter. 
Fachlchrerinnen 
Urlaubsfälle 
Urlaubszeit 
im 
Anzahl 
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Aus die ein- 
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Zahl 
zelnen Fach- 
Dienstalter 
von Jahren 
Zahl 
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-- 
der Tage 
lehrerinnen 
entfallen 
demnach 
Tage 
1-4 
28 
2 
2 
4 
14,57 
110 
3,23 
5—9 
54 
7 
8 
15 
27,78 
569 
10,35 
10—14 
51 
8 
12 
20 
39,22 
789 
15,47 
15-19 
73 
10 
11 
21 
28,77 
1158 
15,86 
20—24 
74 
33 
24 
57 
77,03 
1251 
16,21 
25—29 
97 
43 
20 
09 
71,13 
4 414 
45,51 
30-34 
7 
3 
4 
7 
100,oo 
333 
47,57 
Summe 
384 I 
106 
87 
193 
50,26 
8 014 
22,43 
e) Urlaubsgründe. 
Bezeichnung der Krankheit 
Krankt, 
XV SS 
V» SS 
«*s 
eitsfälle 
o * 
§ 
(5 
Akute Infektionskrankheiten 
95 
69 
19 
183 
Chronische konstitutionelle Krankheiten . 
12 
31 
12 
55 
Nervenkrankheiten 
178 
191 
44 
413 
Krankheiten der Zirkulationsorganc . . 
65 
47 
11 
123 
- - Atmungsorganc.... 
204 
178 
63 
445 
- - Verdauungsorganc . . 
69 
75 
15 
159 
- - .Harnorgane 
26 
ii 
6 
43 
- - BewegungSapparatc . . 
86 
63 
18 
167 
Hautkrankheiten 
43 
12 
1 
36 
Krankheiten der Sinnesorgane .... 
33 
37 
4 
74 
Summe 
791 
714 
193 
1 698 
4. Wissenschaftliche Veranstaltungen für d i c 
Fortbildung der Lehrpersonen. 
A. Aus Kosten der Stadt. 
Im Sommer- und Winterhalbjahr fanden statt: 
a) Kurse zur Ausbildung von Lehrern und Lehrerinnen im 
Gesangunterrichtx 
b) Fortbildungskursus im Turnen für junge Lehrer; 
c) Zeichenkurse an der Königlichen Kunstschule; 
ck) Doppelkursus für Fachlehrerinnen in der Viktoriafortbildungs- 
schulc zur Weiterbildung im Zuschneiden und Wäschenähen sowie 
im Zeichnen und in Verzierungsarbeiten; 
o) Chemiekursus für Lehrerinnen; 
k) Physikkursus für Lehrerinnen; 
Jni Sominersemester: 
Ein pflanzenphysiologischcs Praktikum für Lehrer und Lehrerinnen; 
Im Wintersemester: 
a) Turnkursus für wissenschaftliche Lehrerinnen, die die Turn 
lehrerprüfung nicht gemacht haben, aber auf der Unterstufe 
im Turnen unterrichten; 
b) Kursus zur Ausbildung der an der Taubstummenschule wir 
kenden technischen Hilfskräfte für den Taubstummenunterricht; 
c) Kursus über Wesen und Behandlung der in der Schule auf 
tretenden Sprachstörungen; 
d) Kursus für Atemübungen; 
e) Expcrimenticrkursus in Chemie für Lehrer; 
k) zwei Kurse im Modellieren für Lehrer und Lehrerinnen; 
g) Kursus in der Anweisung zum richtigen Gebrauch und zur 
Schonung der Stimme für Lehrerinnen; 
b) Jnformationskursus im Kochen von Seefischen für die Haus- 
Wirtschaftslehrerinnen. 
8. Auf Kosten des Staats. 
a) In beiden Semestern fanden Kurse im Zeichnen an der König 
lichen Kunstschule statt. 
b) Im Winterhalbjahr wurden abgehalten: HandfertigkcitSkurse 
für Lehrer, ein Turnkursus an der Königlichen Landcsturn- 
anstalt in Spandau und wissenschaftliche Vorlesungen an der 
Königlichen Augustaschule. 
v) ein Schreibkursus für Lehrer und Lehrerinnen, 
5. Di e n st ei n ko in m en. 
Mit Gültigkeit vom 1. April 1912 ab ist die Ortszulage der 
Lehrer um 100 bezw. 150 M, die der Lehrerinnen um 40 M erhöht 
worden; sie erreicht jetzt für Rektoren und Lehrer die Höhe von 
900 für wissenschaftliche Lehrerinnen 440 M und für Fach 
lehrerinnen 140 M. 
e) Lehreinrichtungcn in den Berliner Gcmeindrschulen. 
1. Religionsunterricht. 
Katholischer Religionsunterricht wurde an den 82 katholischen 
Schulen und an einem Filial sowie nach Bedarf an den Hilfs 
schulen erteilt. An allen übrigen Schulen wurde evangelischer Re 
ligionsunterricht und außerdem an 30 Schulen jüdischer Religions 
unterricht gegeben. 
Um für die jüdischm Kinder an den Schulen selbst jüdischen 
Religionsunterricht einzurichten, scheint es unserer Verwaltung er 
wünscht, diese Kinder, die jetzt auf die einzelnen Schulen spärlich 
verstreut sind in bestimmten Schulen mit Zustimmung der Eltern 
derart zu sammeln, daß eine für die Einrichtung von jüdischen 
Religionsstunden genügende Frequenz vorhanden ist. Mit dieser 
Einrichtung ist zunächst im IX. Schulkreise ein Versuch gemacht 
worden, das Ergebnis desselben hat sich bisher als wenig günstig 
für die allgemeine Durchführung der geplanten Organisation er 
wiesen. 
2. Schulen für Schwerhörige. 
In den Gemeindeschulen befindet sich eine ganze Reihe von 
Kindern, die an einer mehr oder minder erheblichen Herabsetzung 
des Gehörs leiden. Für diese Kinder wurde die erste Klasse für 
Schwerhörige im Jahre 1902 eingerichtet und hierdurch der Grund 
zu einem besonderen Schwerhörigenunterricht überhaupt ^gelegt. Dieser 
besondere Unterricht hat sich als ein Segen für die Schwerhörigen 
erwiesen, so daß nach dem Vorgänge Berlins eine Reihe anderer 
Großstädte ebenfalls Klassen für Schwerhörige eingerichtet haben. 
Bei der Neuartigkeit des Gebietes mußten sich jedoch im Lause der 
Jahre Mängel ergeben. So z. B. erfolgte die Zuweisung der 
Schüler zu den Schwerhörigenklassen nur auf Grund von Berichten 
und Gutachten verschiedener Stellen und nicht nach einheitlichen 
Grundsätzen, so daß das Schülermaterial ganz verschiedenartig war. 
Es befanden sich Schüler in der Schwerhörigenschule, die nicht dort 
hin gehören. Auch die in den Schwerhörigenklassen geübte Unter 
richtsweise entsprach bei der zum Teil unzureichenden Vorbildung 
der Lehrer für diesen Unterricht nicht in allen Fällen den Ge 
brechen der Kinder und erfüllte nicht in allen Fällen die Wünsche, 
die für die Errichtung von Sonderschulen für Schwerhörige maß 
gebend waren. 
Es ist daher mit der Neuordnung des Berliner Schwerhörigen- 
bildungswesens begonnen worden. Demgemäß sind die Rektoren und 
Lehrer der Volksschulen auf die äußeren Kennzeichen der Schwer 
hörigkeit hingewiesen worden nnd gehalten, bei mangelhaften Lei 
stungen der Schulkinder jedesmal auch die Möglichkeit einer Gehör- 
minderung zu erwägen. 
Den Eltern ist die Inanspruchnahme ohrenärztlichen Rates 
dringend empfohlen worden unter Hinweis auf die lebenswichtigen 
Funktionen des Hörorgans und die nicht selten unmittelbare Lebens 
gefahr bei Gehörerkrankungen. Für diejenigen Kinder, die zwar 
schwerhörig sind, dem Unterricht in der Volksschule aber noch zu folgen 
vermögen, treten besondere Maßnahmen ein. 
Diejenigen Kinder, die infolge stärkerer Schwerhörigkeit dem 
normalen Unterricht nicht folgen können, oder denen infolge der 
Schwerhörigkeit wesentliche Teile des Unterrichts verloren gehen, 
werden der Schwcrhörigenschule überwiesen. Zu diesem Zwecke findet 
durch den Direktor der Taubstummenschule in Gemeinschaft mit 
einein in der Methode der Gehörprüfung bewanderten Ohrenärzte 
eine Untersuchung sämtlicher aus den Gemeindeschulen gemeldeten 
Sckgverhörigen statt. Ta der genannte Direktor bestimmungsgemäß 
auch bei der Untersuchung mitwirkt, die nach dem Gesetz vom
	        
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