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Volume No. 14. Bericht über die städtische Armenpflege

Full text: Verwaltungs-Bericht des Magistrats zu Berlin (Public Domain) Issue 1912 (Public Domain)

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Nr. 14. Armenpflege. 
II h. Sic Versa in tu I tut fl nt d c r A r »i e >i k o m in isst o n s - 
vor st c h c r. 
Im Berichtsjahre fanden 3 Versammlungen statt, in denen 
verschiedene, für die Armenpflege wichtige Gegenstände beraten 
wurden. 
In der Zusammensetzung des Vorstandes ist gegen das Vorjahr 
eine Veränderung nicht eingetreten. 
IIc. Armenspeisn ng. 
Auch im verflossenen Jahre ist die Nachfrage nach. Speisung 
gegen das Vorjahr sehr erheblich gestiegen, offenbar infolge der 
aus immer weitere Schichten der Bevölkerung sich erstreckenden Arbeits 
losigkeit. 
Die Speisung fand während der Zeit vckm 0. Dezember 1912 
bis 15. März 1913 statt. Verausgabt wurden 521 325 Portionen 
gegen 447 509 Portionen im Winter 1911 12 und 399 807 Portionen 
im Winter 1910/11, so das; also gegen das Vorjahr ein Mehr 
verbrauch von 73 816, geegen 1910/11 ein solcher von 121 458 Por 
tionen eingetreten ist. 
Im Betrieb der Anstalt standen 16 Küchen. Ten größten 
Umsatz hatte, wie im Vorjahre, die im Osten der Stadt liegende Küche 
„Lange Straße" mit zusammen 53113 Portionen, den geringsten 
die im Südwesten belegene Küche „Nostizstraße" mit zusammen 17 956 
Entnahmen. 
Tie durchschnittliche Tagesausgabe aller Küchen betrug 5374 
gegen 4661 Portionen im Vorjahre. Ten überhaupt höchsten Be 
such zeigt der 20. Februar mit 7242 Entnahmen. 
Tie Tatsache, daß die Nachfrage an den Sonn- und Feier 
tagen erheblich nachläßt, ist auch in diesem Jahre wieder deutlich 
hervorgetreten. 
Tie durch die Speisung entstandenen Kosten betragen nach den 
Angaben der Armenspeisungsanstalt etwa 0,is M für die Portion. 
Unter Zugrundelegung dieses Satzes würde der von der Armendirektion 
zu übernehmende Kostenbeitrag bei 519130 zur Bereithaltung be 
stellten Portionen rund 83 000 M betrage». Da jedoch die nach 
dem Etat zur Verfügung stehenden Mittel nur rund 53900 M 
betrage», konnte der Anstalt nur dieser Betrag überwiesen werden. 
IIä. Der a r men ärz tl i che D ien st. 
In der Einteilung der Medizinalbezirke ist gegen das Vorjahr 
eine Aenderung nicht eingetreten. Es bestehen nach lvic vor 118 
Bezirke. 
Ile. Unterbringung von Bedürftigen in heim-, 
heil- und Erholungsstatten. 
1. Anzahl der im Berichtsjahre gestellten Anträge: 
Es gingen ein 
im Monat April 363 Anträge, 
- - Mai 438 - 
- - Juni 380 - 
- - Juli 301 - 
- - August 184 - 
- - September 171 - 
im Sommerhalbjahr 1837 Anträge 
gegen 1 739 des Vorjahres. 
im Monat Oktober 158 Anträge, 
- - November 205 - 
- - Dezember 156 - 
- - Januar 226 - 
- - Februar 320 - 
- - März 367 - 
im Winterhalbjahr 1432 Anträge 
gegen 1 297 des Vorjahres. 
Im Sommerhalbjahr 1 837 Anträge, 
- Winterhalbjahr l 432 
insgesamt. . . . 3 269 Antrage gegen 303t! des Vorjahres. 
2. hieran waren beteiligt als Antragsteller: 
r») die Anskunst und Fürsorgestcllen für Lungen 
kranke mit ' '. . 1290 Anträgen, 
b) das K Inder ha uS Borgsdorf, Blumenstraße 97, 
mit 420 
c) die Armenärzte mit 342 
cl) die Landesversichcrungsanstnlt Berlin, Tnber- 
lnlosenstation mit 340 
e) die Armenkommissionen mit 175 
f) Eltern, Angehörige, Vormünder mit .... 205 - 
g) der Verein vom Roten Kreuz mit I2«> 
h) das Heimstätten Kuratorium mit 02 
i) Wiederholungen der Kur auf Grund der Nach 
untersuchung mit 112 - 
k) die Zentrale für private Fürsorge mit . . 59 
l) die städtischen Krankenhäuser mit 40 - 
in) Kinderrettungsverein mit 14 
n) sonstige Vereine mit 18 
zusammen 3209 Anträge. 
3. Im Berichtsjahre wurde» Kuren bewilligt in 2285 Fällen 
gegen 2253 des Vorjahres. Ablehnungen erfolgten in 934 Fällen 
gegen 800 des Vorjahres, zusammen 3219 Fälle gegen 3059 des 
Vorjahres. 
Die Differenz zwischen der Zahl der Anträge und der Summe 
der bewilligten und abgelehnten Kuren resultiert daraus, daß 50 
von den im März 1912 beantragten Kuren erst im Etatsjahr 1913 
bearbeitet wurden. 
4. Tic Begründung der Ablehnungen ergibt die nachfolgende 
Zusammenstellung: 
a) wegen nachträglichen Verzichts der Eltern usw. i» 272 Fällen- 
b) weil der Armenarzt die Kur nur für wünschenswert 
hielt in 218 - 
c) weil der Armenarzt die Kur nicht für notwendig 
hielt in 180 
d) weil Krankenhausbehandlung notwendig war in 50 
e) weil die Altersgrenze überschritten war in *) . . 54 
i) weil die Hilfsbedürftigkeit der Eltern nicht vor 
lag in 32 
g) weil die Kinder sich nicht zur Aufnahme in eine 
Heilstätte eigneten (Idioten, Epileptiker usw.) in 32 - 
li) weil die Kinder inzwischen von privater Seite 
untergebracht waren in . 30 - 
i) wegen unbekannten Verzuges der Eltern in . . 19 - 
k) wegen Todes der Kinder in 7 - 
l) aus sonstigen Gründen in . 28 
zusammen wie oben 934 Fälle. 
♦) Die über 14 Jahre alten Kinder wurden den Heimstätten für 
Erwachsene überwiesen. 
6. Art der Unterbringung und höhe der Kosten. 
& 
JQ 
£7 
Bezeichnung der Heim-, 
Heil- und Erholungs 
stätten 
Anzahl de 
Männer Frauen 
Kinder 
höhe der ü 
Erstatti 
Kapitel XIIP 
M 
kosten und 
ng ans 
Kapitel V 1 
M 
1 
Städtische Heimstätten 
j 
942 
58 227,oo 
4 007,50 
2 
Privatheilstätten 
a) Walderholungsstätten 
für Männer .... 
7 — 
— 
106,40 
— 
- Frauen .... 
— 24 
— 
507,35 
44,io 
- Kinder .... 
212 
3 730,55 
— 
b) Borgsdorf 
— — 
247 
22 051,70 
1 027,30 
c) hohenlychen .... 
I 
418 
90 458,65 
10 714,03 
d) Norderney 
01 
12 292,92 
1 140,06 
e) Wyk auf Föhr . . . 
— — 
90 
13 009,ii 
044,oo 
l) Siloah-Kolberg . . . 
76 
5 909,55 
205,20 
g) Burg Daber .... 
7 4 
— 
1 291,80 
— 
h) Lichterfelde .... 
— 
108 
11 517,50 
498,75 
i) Salzwedel 
47 
4 437,54 
— 
k) Lenzheim 
2 
120,oo 
Summe der 
Kosten einschl. 
Fahrgeld 
M 
5 
'o CTTjg 
o 
(s* » 
'5-0 tt 
SsS 
||S 
e>° 
Woche» 
. §» 
'S"5,2 
J-» Ü M 
«D s 
S. ä 
M 
Bemerkungen 
02 294,50 
17,50 
»u 
66,12 
166,40 
4,20 
5V» 
23,77 
551,45 
4,20 
5 
22,98 
3 730,65 
3,85 
4 
17,50 
23 079,oo 
14,00 
6 Vs 
95,87 
107 172,68 
17,50 
14 
256,39 
13 432,98 
16»/., 
IOVs 
220,21 
In der Saison beträgt 
das Pflegegeld 25 M 
13 713,n 
16»/, 
7 V. 
152,37 
pro Woche 
In der Saison beträgt 
das Pflcgcgeld so M 
0 234,75 
13,76 
6 
82,04 
pro Woche. 
1 291,80 
21,oo 
5‘/s 
117,43 
12 010,25 
12,25 
9 
111,25 
4 437,54 
12,»5 
7Vio 
94,42 
120,oo 
15,00 
4 
60,oo
	        
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