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Volume No. 40. Bericht der städtischen Markthallen

Full text: Verwaltungs-Bericht des Magistrats zu Berlin (Public Domain) Issue 1911 (Public Domain)

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Nr. 40. Städtische Markthallen. 
Tabelle Nr. 6 des Anhangs Auskunft. Nachstehend geben wir noch 
eine Nachwcisung der niedrigsten, höchsten und der durchschnittlichen 
Verkaufspreise. 
Fischarten 
Die betr. 
Fischart 
wurde ver 
kauft an 
Tagen 
Berka u 
für i 
niedrigste 
4 
spreise 
/- k g 
höchste 
4 
Durch 
schnitt 
aller 
Preise 
Schellfisch, im ganzen . . . 
59 
15 
33 
27,oi 
- ohne Kopf . . . 
2 
32 
32 
32,oo 
Kabeljau, im ganzen . . . 
10 
16 
26 
22,4» 
- ohne Kops . . . 
65 
15 
32 
20,86 
- im Ausschnitt . . 
66 
18 
35 
23,95 
Seelachs, im ganzen . . . 
1 
20 
20 
20,oo 
- ohne Kopf . . . 
62 
12 
29 
19,89 
- im Ausschnitt . . 
63 
15 
32 
22,94 
Goldbars 
17 
16 
26 
21,47 
Schollen (Flundern) . . . 
54 
17 
30 
24,37 
Rotzungen 
26 
14 
30 
23,46 
Dorsch 
2 
20 
23 
21,50 
Lemante 
1 
22 
22,00 
Lengfisch, ohne Kops . . . 
1 
25 
25,00 
- im Ausschnitt . . 
1 
28 
28,oo 
Grüne .geringe, pro Mandel 
1 
18 
18,oo 
Unsere Absicht, der weniger bemittelten Bevölkerung einen guten 
und wohlseilen Ersatz für das teure Fleisch zu verschaffen, wurde zu- 
nächst in dem erwarteten Umfange nicht erreicht. Diese Kreise, die 
die hohen Preise in den ersten Monaten nicht anlegen konnten oder 
mochten, traten in dieser Zeit hinter dem besser gestellten Mittel 
stände zurück. Erst vom Monat Februar 1912 ab konnte eine regere 
Beteiligung derselben beobachtet werden, die wohl in der Hauptsache 
auf den bereits erwähnten Preisrückgang zurückzuführen ist. Da 
gegen unterliegt es keinem Zweifel, daß das Publikum durch den 
städtischen Seefischverkauf, wenn auch nicht in dem erhofften Maße, 
so doch mehr als früher für Seefischnahrung gewonnen und daß 
diese volkstümlicher geworden ist. Daß es durch unsere Maßnahmen 
und durch die von uns getroffenen Einrichtungen gelungen ist, dieses 
Ziel unter Beteiligung des ansässigen Seefischhandels und unter mög 
lichster Schonung seiner' Sonderinteressen zu erreichen, wird auch 
von dieser Seite anerkennt. 
Mehrere Berliner Vororte, die ihren Einwohnern ebenfalls 
billige und gute Seefischnahrung zugänglich machen wollten, waren 
an uns niit dem Ersuchen herangetreten, ihren Bedarf durch die 
Organe unseres städtischen Scefischverkaufs beziehen zu dürfen. Unser 
Berkaufsvermittler M e l tz e r übernahm mit unserm Einverständnis 
auch für diese Gemeinden die Bestellung und Lieferung von See 
fischen. Schließlich bezogen auch noch die städtischen Krankenhäuser 
am Urban und in Moabit auf dem gleichen Wege größere Mengen 
von Seefischen. 
Die Beteiligung der Vororte und Krankenhäuser ergibt sich aus 
folgender Zusanimenstellung: 
Namen der Gemeinden 
bcztv. Krankenhäuser 
Dauer der Beteiligung 
von | bis 
Zahl 
der 
Liefe 
rungen 
Gelte 
Qua 
im 
ganzen 
Ztr. 
fertes 
ntum 
Durch 
schnitt 
vro 
Liefe- 
rung 
Ztr. 
Neukölln 
1. 11. 1911 
27. 6. 
1912 
30 
291,6 
9,72 
Friedenau 
2.11.1911 
25. 1. 
1912 
11 
57,5 
5,22 
Reinickendorf.... 
15.11.1911 
16. 4. 
1912 
21 
76,o 
3,62 
Friedrichsfelde . . . 
15.11.1911 
26, 3. 
1912 
16 
32,5 
2,0» 
Karlshorst ..... 
15.11.1911 
25. 1. 
1912 
8 
32,» 
4,04 
Pankow 
16.11.191123.11. 
1911 
2 
14,6 
7,»0 
Velten 
29. 11 
. 1911 
1 
5,4 
5,40 
Treptow 
6.12.1911 
12. 3. 
1912 
13 
47,r 
3,6» 
Krankenhaus ant 
Urban 
9. 5.1912 
2. 7. 
1912 
5 
15,o 
3,00 
Krankenhaus Moabit 
6. 6. 
1912 
1 
9,o 
9,00 
Amtlicher Marktbericht über den Großhandel in 
den Zentral Markthallen. 
Der Firma Eyck & Friedlaender, die seit dem 1. Ok 
tober 1906 für den Druck des amtlichen Marktberichtes 13,5» M 
ssür jeden Tag des Erscheinens erhielt, ist in Anbetracht der im 
Buchdruckereigewcrbe eingetretenen Lohnerhöhungen vom 1. Januar 
1912 ab ein Zuschlag von 10 v. H. zu dem bisherigen Preise be 
willigt worden. Es find demnach von dem genannten Zeitpunkt ab 
für die gesamte Auflage und für jeden Tag des Erscheinens 
14,85 M zu zahlen. , > s 
Ter Bezugspreis beträgt seit dem .1. Januar 1908 für das 
Vierteljahr 1,2» M. 
Die Einnahmen aus dem Vertrieb des amtlichen Marktberichts 
betrugen im Berichtsjahr nach Abzug der 
Postzeitungsgebühr 6 369,w M r 
für den Druck wurden 4 221,45 - 
gezahlt, es ergab sich also ein Ueberschuß von 2 147,59 M. 
Die Zahl der Abonnenten betrug im Durchschnitt 1845 gegen 
1785 im Vorjahre. 
EisenbahnverkehrderAnschlußstelle 
Zentralmarkthalle. 
Der Verkehr aus dem Markthallenanschluß, der im Jahre 1910 
gegen das Vorjahr um rund 13 Millionen Kilogramm zurückgeblieben 
war. erreichte im Berichtsjahre wieder die Höhe des Jahres 1909. Durch 
den Markthallenanschluß wurden den Zentralniarkthallen zugeführt: 
im Jahre 1909 116.068 528 kg, 
- - 1910 103 289 034 - 
- - 1911 116 859127 - 
Von der Königlichen Güterabfertigungsstelle Zentralmarkthallc 
wurden für Rechnung der Markthallenverwaltung erhoben und an 
die Stadthauptkasse abgeliefert: 
an Bahngebühren 335131,so M, 
- Lager- und Wiegegeld 1741,8» - 
Zusammen 336 873,4» M, 
im Jahre 1910 dagegen nur . 224 471,4» - 
- - 1911 also mehr ' 112 402,»» M 
Die Mehreinnahme ist auf die stärkere Zufuhr und ferner darauf 
zurückzuführen, daß der neue Tarif für Wagenladungsgüter, der 
erheblich höhere Gebühren für die Benutzung des Anschlusses vor 
sieht, 1911 während des ganzen Jahres in Anwendung gekommen 
ist, während er im Vorjahre erst vom 1. Oktober 1910 dem Tage 
seines Inkrafttretens ab, also nur während eines halben Jahres zur 
Erhebung kam. 
Die Zahl der für nicht empfangsberechtigte Standinhaber, denen 
die Benutzung des Anschlusses nur ausnahmsweise gestattet war, 
eingegangenen Wagenladungen betrug 45 gegen 46 im Jahre 1910. 
Von diesen Händlern wurden für Wagenladungs- und Stückgüter, 
sowie für Beiladungen nach dem höheren Tarif erhoben: 
im Jahre 
für Wagen 
ladungen 
für Stückgut u. 
Beiladungen 
Zusammen 
M 
M 
M 
1911 
1910 
1 350,oo 
1 218,oo 
6 001,50 
7 720,oo 
7 351,50 
8 938,oo 
1911 
1 mehr 
\ weniger . . . 
132,oo 
1 718,50 
1586,50 
Die Mehreinnahmen für Wagenladungen ist die Folge der er 
wähnten Tariferhöhung, die Mindereinnahme für Stückgut ist darauf 
zurückzuführen, daß Fleischfendungen in größerem Umfange als bisher 
von den Außenbahnhöfen abgeholt worden sind. 
Eine Uebersicht über die Ein- und Ausfuhr auf dem Markt 
hallenanschluß während der letzten drei Jahre und über die Betriebs 
einnahmen und Kosten während des Berichtsjahres geben wir im 
Anhang in der ersten Tabelle. 
Kühl- und Zerlegeräume. 
Die Kühlräume in der Zentralmarkthalle IA 
waren sämtlich dauernd besetzt. Die Einnahmen aus der Vergebung 
der Kuhlzellen betrug in der Betriebsperiode vom 1. Apkil bis 31. Ok- 
wber 1911 43 575,54 M> gegen 43 483,97 M in der gleichen Zeit 
des Vorjahres. 
Die am 11. Mai 1909 in Betrieb genommene Kühlanlage 
in der Markthalle VIII in der Andreasstraße ist im Berichts 
jahre wieder in größerem Umfange benutzt worden. Im September 
1911 waren von den vorhandenen 107 Zellen mit 300,8 qm Flächcn- 
raum 94 Zellen mit 247,2 qm — 88 v. H. der vorhandenen Zellen 
besetzt. In den Sommermonaten war die Besetzung im allgemeinen 
recht gut, im Winter dagegen, der Jahreszeit entsprechend, geringer. 
Im Februar 1912 wurde die Anlage zwecks Instandsetzung der 
maschinellen Einrichtungen außer Betrieb gesetzt. 
Nach dem Jahresdurchschnitt waren vergeben: 
1911 von 107 Zellen mit 300,» qm 70 Zellen mit 177 qm, 
1910 - 107 - - 300,» - 63 - - 159 - 
1909 - 107 - - 300,» - 49 - - 116 - 
Die Einnahmen an Kühlraumgeld betrugen 
im Jahre 1911 18 179,4» M, 
- - 19iq 16191,12 - 
- - 1909 10 690,5» -
	        
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