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Volume No. 27. Berichte über die Altersversorgungsanstalten und Hospitäler städtischen Patronats

Full text: Verwaltungs-Bericht des Magistrats zu Berlin (Public Domain) Issue 1911 (Public Domain)

Verwaltungsbericht 
I 
des 
Magistrats z u Berlin 
für ' . 
das Ltatsjahr 1911 
Werichte über die Akterversorgungsclnstatten unö KofprLäter 
städtischen 'Uatroncrts. 
Seite 
1. Kaiser Wilhelm- und Augustastiftung 1 
2. Dietrichs-Thorastiftung 1 
3. St. Gertraudthospital 1 
4. Hospitäler zum Heiligen Geist und St. Georg 3 
6. Hollmannsche Wilhelminen-Amalieristiftung 4 
6. Jerusalemstift 5 
Seite 
7. Kösterstistung 5 
8. Dr. phil. Friedrich Wilhelm Kubestiftung 5 
9. Lange-Schuckestiftung 5 
10. Nikolaus-Bürgerhospital 5 
11. Reuterstiftung 6 
12. Weydingersche Stistungen 6 
1. Kaiser Wilhelm und Augustastiftung. 
Der Gesundheitszustand der Hospitaliten war ein sehr günstiger. 
Es traten zumeist Erkrankungen der Gefäßsysteme (Aderverkalkung), 
der Herzmuskulatur und Entartungen des Herzens, also Alters 
krankheiten, in die Erscheinung. 
Von den Insassen starben 30, und zwar 20 weibliche und 
10 männliche. 
Ende März 1912 befanden sich 243 Personm in der Anstalt, 
gegen 238 am 31. März 1911. 
Unter den Insassen befanden sich: 
40 Ehepaare 80 Per sonen 
alleinstehende weibliche Personen (meist Witwen) . . 121 - 
alleinstehende männliche Personen . 42 
sind obige 243 Personen. 
Von den in der Anstalt befindlichen männlichen Personen waren 
ihrer früheren Beschäftigung nach 9 Handelstreibende, Lehrer und 
Beamte, 16 Arbeiter oder früher im Lohndienst beschäftigte Per 
sonen, 57 Handwerker. 
Das Durchschnittsalter der am 31. März 1912 in der Anstalt 
vorhandenen Insassen betrug rund 76 Jahre. 
Da in der Anstalt der Grundsatz besteht, alle Insassen gleichzu 
stellen — es soll jeder neben einent nwnatlichen Taschengelde von 
3 M täglich 70 $ zu verzehren haben —, so erhielten diejenigen, 
welche Renten oder Pensionen beziehen, nur entsprechende Zuschüsse. 
Die vollen Benesizien erhielten 193 Personen, Zuschuß enrpsingen 43, 
während 7 ohne Zuschuß in der Anstalt waren. Den Insassen, 
welche nicht selbst kochen wollen, ist die Möglichkeit geboten, bei 
dem Hausvater gegen Zahlung von 40 $ ein schmackhaftes Mittag 
essen zu erhalten.' Von dieser Einrichtung wird lebhafter Gebrauch 
gemacht. Bei den außerordentlichen Revisionen in bezug auf die^Preis- 
würdigkeit und ordnungsmäßige Zubereitung der verabreichten Speisen 
durch die Mitglieder des Kuratoriums ist stets die Güte und Reich 
haltigkeit des Essens anerkannt worden. 
Anläßlich des Geburtstages Sr. Majestät des Kaisers und Ihrer 
Majestät der Kaiserin ist den Hospitaliten vom Magistrat, wie all 
jährlich, ein Geldgeschenk von l,so M gewährt worden. 
Die Weihnachtsfeier, von dein Kuratorium aus Stiftungsmitteln 
ausgerichtet, nahm einen alle Tellnehmer befriedigenden, würdigen 
und schönen Verlauf. In der Anstaltskapelle wurde alle zwei Wochen 
ein rege besuchter Gottesdienst abgehalten, im Anschluß an den 
Gottesdienst wurde den Insassen zweimal das heilige Abendmahl 
gereicht. 
Das Vermögen der Anstalt betrug am 31. März 1912: 
1. Hypotheken 297 500 M, 
2. Jnhaberpapiere nach dem Kurswert 1 265166 - 
3. Grundbesitz 1321790 - 
4. Wett des Inventars 13 917 - 
5. Bare Kassenbestände ■ 9 428 - 
. zusammen 2 907 830 M. 
Ende März 1911 betrug es . . . . . . 2 921050 
weniger 13 220 M. 
Das Weniger ist in der Hauptsache auf niedere Kurse zurück 
zuführen. Leider reicht das Vermögen der Stiftung noch nicht aus, 
allen Insassen die Wohltaten der Stiftung zu vermitteln, wir sind 
vielmehr, trotz des von der Stadtgenieinde Berlin gezahlten Zu 
schusses von 34 030 M, gezwungen, noch eine Anzahl Zimmer zu 
vermieten, deshalb wenden wir uns an unsere Mitbürger mit der 
Bitte, durch Zuwendungen von größeren und kleineren Bettägen 
uns recht bald in den Stand zu setzen, den Erweiterungsbau der 
Anstalt vollständig mtt Hospitaliten belegen und dadurch alten, wür 
digen und bedürftigen Einwohnern Berlins einen sorgenfreien Lebens 
abend gewähren zu können. 
Unseren bishettgen Gönnern sagen wir hiermit herzlichen Dank. 
Berlin, den 21. Juni 1912. 
Kuratorium der Kaiser Wilhelm- und Auguftastistung. 
M ie lenz. 
2. Dietrichs Thorastislung. 
Im Berichtsjahre 1911 konnte das Haus mit 7 Benesiziatinnen. 
wie vom Stifter gewünscht, voll belegt werden, welche die vollen 
Benesizien und zwar freie Wohnung, 25 M monatlichen Zuschuß und 
25 M jährlich zur Beschaffung von Brennmaterial erhielten. 
Die Einnahmen der Stiftung betrugen . . 4 421,seM, 
denen eine Ausgabe von 4 356,03 - 
gegenübersteht, so daß ein Barbestand von 65,23 M 
vorhanden ist. 
Die Vermögensverhältnisse der Stiftung stellen sich am Schluffe 
des Etatsjahres 1911 unter Zugrundelegung des Kurswertes vom 
31. März 1912 
Grundbesitz 75 278,oo M, 
Jnhaberpapiere 10 533,oo - 
Wett des Mobiliars 150,oo - 
Bestand am 31. März 1912 . . . 65,23 
zusammen 86 026,23 
Berlin, den 3. Juni 1912. 
Kuratorium der Dietrichs Thorastiftung. 
Mielenz. 
3.« Das St. Gertraudthospital. 
In unseren Befugnissen und in unserem Mitgliederbestände sind 
im Berichtsjahre Veränderungen nicht vorgekommen. 
Am 1. Januar 1911 trat der Königliche und Magistratsbaural 
F r i tz H a a ck in den Ruhestand, womit auch seine Tätigkeit als 
unser Bausachverständiger ein Ende finden mußte. Herr Haack ist 
uns seit dem Jahre 1894 ein treuer Berater in unseren baulichen 
Angelegenheiten gewesen, namentlich hat er sich durch den unter seiner 
Oberleitung entstandenen und zu unserer vollen Zufriedenheit her 
gestellten sogenannten Gartenbau um unsere Anstalt wohlverdient gemacht. 
Wir werden ihm deshalb stets ein dankbares Andenken bewahren. 
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