Porzellanmanufaktur.
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Minden-Ravensberg besaß Steinbrüche in genügender Zahl, aber das Material
galt nicht als besonders wertvoll. Sandsteine fand man bei Werther, Kalksteine
zwischen Halle und Werther und noch an anderen Stellen. An einigen Orten waren
Kalkbrennereien eingerichtet, auch Mühlsteine wurden gewonnen.
Besonders wichtig als Ort für die Gewinnung von Mühlsteinen war damals der
preußische Anteil an der Grafschaft Mansfeld. Die Mühlsteine hatte man früher aus
den obersächsischen Gebirgen kommen lassen müssen. Der König ließ sich
die Ausnutzung der Sandsteinbrüche am Südostrande des Harzes angelegen sein,
aber erst 1752 gelang es ihm, einen unternehmenden Steinmetzmeister zu ge-
winnen, der es bald verstand, die Brüche bei Siebkenrode und in der Umgegend soweit
auszunutzen, daß sie für alle Mühlen der mittleren Provinzen und eine Zeitlang auch
für die großen Bauten in Berlin und Potsdam die Steine zu liefern vermochten. Sobald
der König sich von dieser Möglichkeit überzeugt hatte, verbot er 1754 zum Schutz
der eigenen Steinbrüche die Einfuhr aller fremden Fliesen, Quadern und Mühlsteine.
Auch’ in Schlesien bemühte sich der König sofort um die Ausbeutung der vorhan-
denen Gesteine. Besonders lag ihm daran, den Baustoff der Könige, Marmor, in seiner neuen
Provinz zu gewinnen. Schon 1742 mußte ihm der schlesische Minister Graf Münchow
von Glogau aus Marmorproben mit Fundortsvermerk übersenden. Der König war mit
der Güte und Schönheit nicht zufrieden und schrieb, er werde seinen Baumeister
v. Knobelsdorff, den Erbauer von Sanssouci, selbst nach Schlesien reisen lassen,
um die Marmorbrüche zu untersuchen. 1746 wurde die Nachforschung nach Marmor
wieder aufgenommen. 1747 ließ der König durch einen besonderen Abgesandten
alle Marmorbrüche untersuchen. Den Kauffunger erklärte er für den besten und ließ
dort auf seine Rechnung arbeiten. 1748 wurde ihm ein Plan eingereicht,
alle „Marmor- und Edelsteinbrüche‘ zum Regal zu erklären und unter königliche Beamte
zu stellen. Marmor und Edelsteine sollten in den Zuchthäusern zu Brieg und Jauer
verarbeitet werden. Ein Verzeichnis der Fundorte von Marmor in allen Farben, Achat
und Alabaster wurde ihm vorgelegt. Nach dem siebenjährigen Krieg suchte der schlesische
Minister von neuem dem Wunsch des Königs, Marmor in großem Umfang zu gewinnen,
nachzukommen. Einige große Stücke wurden auch von Breslau aus nach Berlin gesandt.
1764 befahl der König, Marmor, Chrysopras und Kristall aus Schlesien nach Potsdam
zu senden. Im folgenden Jahrzehnt 1775 und 1779 wurden auf seinen Befehl die
Nachforschungen nachdrücklich fortgesetzt, und die Marmorbrüche in der Grafschaft
Glatz von dem schlesischen Minister bereist. Die eingesandten Proben befriedigten
den König, der sie sehr genau untersuchte, nicht ganz.
Porzellanmanufaktur.
Unter die sogar während der harten sieben Kriegsjahre begründeten
Fabriken gehört in erster Linie die heute noch in vollster Blüte stehende Königl,
Porzellanmanufaktur in Berlin. Schon 1714 hatte der preußische Minister Fr. von
Goerne in Plaue an der Havel versucht, nach Meißner Muster eine Porzellanfabrik
zu gründen. Der Unternehmer kam aber nicht vorwärts; 1730 ging die Fabrik
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