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Volume No. 3. Bericht der Steuerdeputation

Full text: Verwaltungs-Bericht des Magistrats zu Berlin (Public Domain) Issue 1910 (Public Domain)

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Nr. 3. Gteuerverwaltung. 
in jedem Vierteljahr des Etatsjahres 1910 313 Steuererheber mit festem 
Revier, gegen 310 im Vorjahre, erforderlich. Diese hatten außer den 
Resten aus Vorjahren 3 232 014 Posten 
abzüglich der unter Abschnitt Sonderein 
ziehungen I mit 73 205 
und IV — 2a, b, c, d, e, f . . . . . . 8 007 
zmammen 31212 
noch 3 150 802 Posten 
einzuziehen oder durchschnittlich vierteljährlich 787 701 Posten gegen 
778 907 im Vorjahre. 
Die Zahl der aus jeden dieser 313 Steuererheber vierteljährlich 
entsallenden Posten ist hiernach von 2 512 im Vorjahre auf 2 517 im 
Berichtsjahre gestiegen. 
Dies allein gibt jedoch keinen richtigen Maßstab ab für das den 
Steuererhebern mit fcslei» Revier obliegende Arbeitspensum, denn die 
Tätigkeit der Steuererheber wird auch durch die ihnen obliegenden 
Schreib- und Rechnungsarbeiten, sowie durch die ihnen von den Bu 
reaus der 1. und II. Abteilung oft in großer Anzahl erteilten Auf 
träge (z B. Recherchen in Veranlagungssachen, Zustellung der Veran 
lagungen, Austragen uud Einsammeln verschiedener Listen), endlich 
aber dadurch in Anspruch genommen, daß sie die Quittungen der im 
Laufe des Etatsjnhres innerhalb Berlins verzogenen Steuer 
pflichtigen und die in den Geschäftslokalen der Besteuerten oder in 
anderweit angegebenen Zahlstellen vorzulegenden Quittungen auszu 
sondern undzwecksWeiterverfolguug in besondereListcn einzutragen haben. 
Die Verfolgung der innerhalb des Hebcreviers der einzelnen 
Steuerkassen verzogenen Steuerpflichtigen und die Berücksichtigung 
der besonders genehmigten Zahlstellen machte die Aussonderung 
von 231 024 Posten, 
erforderlich, die von den 313 Reviersteuererhebern be 
arbeitet wurden und die mit den am Schlüsse des 
Vorjahres in Rest verbliebene» 2 391 - 
zusammen 233 415 Posten 
— darunter 221171 Posten über Staats- und Ge- 
meindeeinkommensteuer — ergeben: 
a) durch die Steuererheber mit festem Revier wurden 
eingezogen 102 215 - 
gegen 108 320 ini Vorjahre, 
b) direkt zur Kasse gezahlt 35 225 - 
gegen 35175 im Vorjahre, 
c) durch fruchtlose Pfändung u. a. m. erledigt . . 89 157 
gegen 110 206 im Vorjahre, 
d) in die Restlisten eingetragen 6 818 - 
gegen 6 210 im Vorjahre, 
sind 233 415 Posten. 
Sondereinziehungen. 
I. Außer den Steuern aus ihrem Heberevier hatte die Steuer- 
kasse I noch einzuziehen: 
69 665 Posten Staatseinkommen-, Ergänzungs- und Ge- 
nieindeeiilkommensteuer der außerhalb Berlins 
Wohnenden, der Rechtspersönlichkeiten und der 
Gesellschaften m. b. H. sowie Gemeindeabgabe der 
Militärpersonen, 
3 457 Posten Forensalgewerbesteuer, 
83 - Warenhaussteuer, 
zusammen 73 205 Posten, für welche das Bringsystem eingeführt 
worden ist. 
II. Für Rechnung der hier in Garnison befindlichen Militär- 
personen wurden aus deren Gehältern durch Vermittelung der zu 
ständigen Kassenverwaltungen 2 827 Posten über zusammen 77 254,o« M 
Staatseinkommen-, Ergänzungssteuer, Gemeindeabgabe und Gemeinde 
einkommensteuer an die Annahmestelle für Postwertsendungcn ge 
zahlt: im Vorjahr 2 875 Posten über zusammen 78002,91 M. 
III. Nach dem mit der Bank des Berliner Kassenvereins ge 
troffenen Abkommen kann jeder in Berlin wohnende Steuerpflichtige 
seine Steuern bei einem beliebigen, genau zu bezeichnenden Bankhause 
zahlbar machen und daselbst auf besonderen Antrag durch Vermittelung 
der Bank des Berliner Kassenvereins einziehen lassen. Auf Grund 
solcher Anträge wurden im Berichtsjahre 63564 Quittungen bei der 
Buchhalterei für den Kassenverein bearbeitet und davon- 61575 
Quittungen über zusammen 28 591 971,«s M, — gegen 52 314 Steuer 
quiltungen über 26 118 218,93 ^ im Vorjahr — durch die Bank des 
Berliner Kassenvereins zur Einlösung gebracht das sind 17,? v. H. 
mehr als im Vorjahr. {J2 i M 
IV. 1. In der Steuerkasse XIV, welcher die Einziehung der 
Steuern der in einen andern Steucrkassenbezirk Verzogenen obliegt, 
waren einzuziehen: 
im Vierteljahre April/Juni 1910 83 246 Posten, 
- - Juli/September 1910 .... 92 656 - 
- - Oktober/Dezember 1910 . . . 118 838 - 
- - Januar/März 1911 . . . . 129 390 
sind 424130 Posten. 
Unter diesen für die Steuerkasse XIV ausgesonderten Quittungen 
befinden sich auch rund 115 000 Grund-, Gewerbe-, Einkommen- und 
Ergänzungssteuerquittungen von solchen Steuerpflichtigen, deren An 
trägen um Erhebung ihrer fälligen Steuern außerhalb des Ver- 
anlagungsbezirks in ihren Geschäftsräumen oder in einer ander- 
weit angegebenen Zahlstelle Folge gegeben worden ist. 
Die Zahl dieser Anträge, deren Genehmigung nur unter be- 
ltimmten Voraussetzungen bedingungsweise stattfinden kann, nimmt 
von Jahr zu Jahr zu 
2. Außer obigen, lediglich für Rechnung der 
Steuerkassen 1 bis XIII einzuziehenden ..... 424 130 Posten, 
und den am Schlüsse des Vorjahres als Reste nach 
gewiesenen , 31430 
zusammen 455 560 Posten. 
— darunter 397 045 Posten über Staats- und 
Gemeindeeinkommensteuer — sind der Annahme 
stelle für verzogene Steuerzahler zur Einziehumg 
und selbständigen Bearbeitung zugewiesen worden: 
' a) die Werlzuwachssteuer mit 284 Posten, 
b) die Umsatzsteuer mit 1 195 
c) die Gebühren für Feuersicherheitswachen mit 386 
d) die Anerkennungsgebühren mit 1 451 
e) die Rentenbankrenten mit 429 - 
f) die Waudergewerbesteuer mit.... __ 4 262 
überhaupt 463 567 Posten 
gegen 466 834 Posten im Vorjahre und im Durchschnitt 
vierteljährlich 115 892 Posten gegen 116 709 Posten im 
Vorjahre. 
Hiervon wurden 
a) durch die besonderen Steuererheber für Ver 
zogene eingezogen 
gegen 188 265 im Vorjahre, 
b) direkt zur Kasse XIV gezahlt und durch die 
Bank des Berliner Kassenvereins berichtigt . 
gegen 64 911 im Vorjahre, 
c) durchdruckst lose Pfändung u. a. m. erledigt . 
gegen 182 228 Posten im Vorjahre, 
d) in die Restlistc übertragen 
gegen 31 430 im Vorjahre, 
sind 463 567 Posten. 
Zur ordnungsmäßigen Erledigung dieser . . 463 567 
jedoch abzüglich der am Schluffe des Vorjahres in 
Rest verbliebenen . 31430 
also noch 432 137 Posten 
waren in jedem Vierteljahr 75 Steuererheber — wie im Vorjahr — 
in Tätigkeit, so daß aus jeden der 75 Steuererheber im Durchschnitt 
vierteljährlich 1 441 Posten entfallen, gegen 1 449 im Vorjahre. 
Diese anscheinend geringe Zahl stimmt jedoch nicht mit der Zahl 
der an die einzelnen Steuererheber wirklich erteilten Einziehungs 
aufträge überein. Letztere erhöhen sich vielmehr durch den mehrfachen 
Wohnungswechsel zahlreicher Steuerpflichtiger mindestens um 25 v. H. 
Eine Vergrößerung des Arbeitspensums dieser Steuererheber ist nicht 
angängig, weil sie durch die beträchtliche Ausdehnung der einzelnen 
Hebereviere bei der angegebenen Zahl der Einziehungsaufträge hin 
reichend belastet erscheinen. 
Die Jsteinnahme der Steuerkaffe XIV für verzogene Steuer 
zahler, sowie für Umsatzsteuer, Gebühren für Feuersicherheitswachen, 
Anerkennungsgebühren, Rentcnbankrenten und Wandcrgewerbesteuer 
belief sich einschließlich 27 077,m M aufgekommener Gebühren im ab 
gelaufenen Berichtsjahre auf rund 16 600 000 M gegen 16 800 000 .4L 
im Vorjahre. 
3. Mahnung und Zwangsvollstreckung. 
Von den im Laufe des Etatsjahres 1910 fällig 
gewordenen : 3 232 
und von den am Schluffe des Vorjahres in Rest 
verbliebenen . 116100 
zusammen 3 348 114 Posten 
— gegen 3 305 703 Posten im Vorjahre — hat nach erfolgloser Vor 
legung der Steuerquittungen ausweislich des in Anlage E zusammen 
gestellten Ergebnisses des Mahn- und Zwangsverfahrens die Mahnung^-^ 
bei 811119 Posten angeordnet werden müssen, gegen 811 245 Posten 
im Vorjahre — siehe Spalte 4 daselbst. 
Auf je 100 Steuerposten entfallen soinit 24,93 Mahnungen gegen 
24,54 im Vorjahre. 
Hiervon find bei oder nach erfolgter Mahnung zur Ab 
wendung der Pfändung durch Zahlung (siehe Spalte 5) 432 830 Posten, 
erledigt worden, gegen . 433 628 
im Vorjahre. Mithin weniger 
Auf je 100 Mahnungen sind somit 53,ss Zahlungen geleistet 
worden, gegen 53,45 im Vorjahre. 
182 896 Posten, 
66 378 - 
182 844 
31 449
	        
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