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Volume No. 40. Bericht über die städtischen Markthallen

Full text: Verwaltungs-Bericht des Magistrats zu Berlin (Public Domain) Issue 1910 (Public Domain)

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9h. 40. Markthallenverwaltung. 
Die Zufuhr in Edel- und galizischen Krebsen war ivieder sehr 
reichlich. In der ersten Hälfte der Hochsaison war die Nachfrage 
gering, die Preise wurden daher etwas gedrückt. Von Mitte Mai 
bis Ende Juni ivurden dagegen besonders große Exemplare außer 
ordentlich hoch bezahlt. 
Der Jahresumsatz unseres städtischen Verkaufsvermittlers für 
Fische betrug 
1910 
1909 
1908 
Zentner 
Zentner 
Zentner 
In lebenden Süßwasserfischen 
In toten Süßwasserfischen 
und in Seefischen . . . 
13 741 
22 051 
13 503 
21 142 
15 891 
20 983 
Zusammen 
35 792 
34.645 
36 874 
Auf den Auktionen dieses Verkaussvermittlers wurden in den 
letzten drei Jahren folgende Jahresdurchschnittspreise erzielt: 
Fischarten 
Jahresdurchschnittspreis 
für 50 kg 
1910 
M 
1909 
tM) 
1908 
M 
Süßwasserfische. 
■ 
Lebende Fische: 
Hechle 
92,2 
95,8 
86,4 
Zander 
146,7 
132,5 
126,g 
Barsche 
80.4 
82,6 
75,o 
Karpfen 
91,5 
83,o 
74,o 
Schleie 
120,s 
119,8 
108,4 
Bleie 
55,8 
52,6 
49,2 
Aale, mittelgroß 
103,3 
105,3 
97,5 
Tote Fische (in Eis): 
Hechte 
70,8 
62,8 
65,7 
Zander 
105,5 
108,6 
105,7 
Barsche 
40,3 
44,6 
39,7 
Karpfen 
— 
— 
— 
Schleie 
65,3 
67,5 
58,8 
Bleie 
33,2 
29,4 
27,6 
Aale, mittelgruß 
78,6 , 
78,3 
79,7 
Seefische: 
Lachs 
92,7 
103,8 
106,3 
Seezungen 
118,4 
115,o 
99,s 
Schellfische 
27,2 
25,7 
19,8 
Kabeljau, mit Kopf 
12,2 
13,4 
11,7 
O 
vCT 
0 
-tr 
17,5 
17,0 
16,5 
d) Obsthandel. 
Die Ernteaussichten waren ursprünglich überall gut, die an 
haltend schlechte Witterung während der Reifezeit machte aber alle 
Hoffnungen zunichte. Der Ertrag an Kirschen war im Inlands 
gering und deren Qualität schlecht, weil diese Früchte während dev 
Ernte durch den anhaltenden Regen verdorben und ininderwertig 
wurden. Frankreich nnd Italien hatten unter denselben Umständen 
zu leiden, die Zufuhren aus diesen Ländern waren daher ebenfalls 
knapp und blieben hinter den Vorjahren weit zurück. Erdbeeren 
versprachen eine reichliche Ernte, der Regen verdarb aber auch hier 
viele Früchte. Französische Ware hielt nicht einmal den Transport 
aus, die Zufuhren mußten deshalb schnell eingestellt werden. Anderes 
Frühobst, wie Sommerbirnen und Pflaumen, war fast gar nicht am 
Markt, lveil die inländische Ernte sehr gering war und das Aus 
land so hohe Preise forderte, daß auf diese Bezüge verzichtet werden 
mußte. 
Aepfel und Birnen waren in Deutschland im allgemeinen etwas 
reichlicher geraten, auch ihre Qualität fiel gut aus. Tirol hatte 
dagegen nur eine kleine Ernte und Italien eine Mißernte, beide Länder 
kamen daher für Berlin überhaupt nicht in Frage. Auch in Wein 
trauben hatte Italien, das für die Versorgung Berlins hauptsächlich 
in Frage kommt, eine sehr schlechte Ernte.' Anhaltender Regen hatte 
auch diese Früchte verdorben und transportunfähig gemacht. Die 
Zufuhren betrugen etwa ein Drittel der in normalen Jahren ein 
geführten Mengen. 
Die Durchschnittspreise stellten sich in den Jahren 1908 bis 
1910 für die hauptsächlichsten .Obstsorten folgendermaßen: 
Obstarten 
Durchschnittspreis für 50 kg 
1910 
1909 
1908 
Aepfel: 
Amerikaner . 
27,o 
26,8 
27,4 
Tiroler 
41,3 
26,8 
26,o 
Italiener 
18,6 
16,8 
19,9 
hiesige 
17,1 
11,6 
7,7 
Birnen: 
Tiroler 
24,4 
24,3 
Italiener 
19,8 
18,7 
21,9 
hiesige 
16,8 
12,9 
16,8 
Pflaumen: 
auswärtige 
17,8 
12,2 
13,4 
hiesige 
10,3 
5,1 
6,9 
Reineclauden 
— 
— 
15,7 
Stachelbeeren: 
reife 
14,5 
8,6 
9,5 
Johannisbeeren: 
hiesige 
15,9 
15,7 
18,1 
Kirschen: 
auswäriige 
29,0 
26,5 
27,4 
hiesige 
33,2 
16,7 
20,3 
Erdbeeren: 
auswärtige 
54,6 
50,6 
27,3 
48,o 
hiesige 
39,8 
46,8 
Weintrauben: 
Italiener 
25,7 
18,8 
20,8 
Ungarn 
— 
14,o 
— 
Franzosen 
23,i 
21,4 
22,5 
Amtlicher Marktbericht über den Großhandel in 
den Zentralmarkthallen. 
Für den Druck des amtlichen Marktberichts lourde auch in diesem 
Jahre der bisherige Satz von 13,58 M für jeden Tag des Erscheinens 
gezahlt. Der Bezugspreis beträgt seit dem 1. Januar 1908 1,so M 
für das Vierteljahr. 
Die Einnahmen aus dem Vertrieb des Marktberichtes betrugen 
im Berichtsjahre nach Abzug 
der Postzeitungsgebühr ■ . 6 254,sr M, 
für den Druck wurden gezahlt 4 171,ao - 
fodaß ein Ueberschuß von 2 083,12 M 
verblieben ist. 
Die Zahl der Abonnenten betrug im Durchschnitt 1785 gegen 
1716 im Vorjahre und hat sich im Laufe der letzten 10 Jahre fast 
verdoppelt. 
Eisenbahn verkehr der Anschlußstelle 
Zentral Markthalle. 
Wie bereits eingangs erwähnt, hatten wir uns genötigt gesehen, 
das Standgeld und die Gebühr für die Benutzung des Eisenbahn 
anschlusses der Zentralmarkthallen zu erhöhen, um die ständig wach 
senden Ausgaben der Markthallenverwaltung decken zu können. 
In Frage konnte nur die Bahngebühr für Wagenladungen kom 
men, eine Erhöhung derjenigen für Stückgüter erschien dagegen nicht 
angängig, weil der Handel eine Steigerung dieser Kosten nicht 
verträgt. Die Wagenladungsgebühr stand aber noch immer im Miß 
verhältnis zu dem Nutzen, den die Anlage den Interessenten ge 
währt. 
Nun war diese Gebühr zwar erst vom 1. April 1909 von 
3 M auf 5 M für jede Achse erhöht worden, die städtischen Ein 
nahmen blieben aber noch immer um rund 125000 M hinter den 
Ausgaben einschließlich der Kosten für Tilgung und Verzinsung 
der Anlage- und Grunderwerbskosten zurück. Elite nochmalige Er 
höhung des Tarifs erschien uns daher gerechtfertigt, und zwar umso 
mehr, als der Eisenbahnanschluß, wenn er auch keinen Ueberschuß 
bringt, sich doch wenigstens selbst erhalten muß. Für die Benutzung 
der städtischen Anschlußgleise haben für Wagenladungen nunmehr 
zu zahlen: Empfangsberechtigte 10 JH, für jede Achse; Nichtempsangs- 
berechtigte, soweit die Entladung in den Zentralmarkthallen überhaupt 
zugelassen iverden kann, 5 M für jede Achse und außerdem einen 
Zuschlag vou 20 M für jeden Wagen. 
Die Zufuhren erreichten im Berichtsjahre nur die Höhe von rund 
103 Millionen Kilogramm gegen rund 116 Millionen Kilogramm im
	        
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