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Volume No. 40. Bericht über die städtischen Markthallen

Full text: Verwaltungs-Bericht des Magistrats zu Berlin (Public Domain) Issue 1910 (Public Domain)

1 
Verwaltungsbericht 
des 
Magistrats zu Berlin 
für 
das Ltatsjahr 1910. 
— ~M 40. 
WerichL über 6xc städtischen Markthallen. 
Der abnehmende Verkehr in mehreren Detailmarkthallen hatte 
iin Jahre 1909 znm ersten Male einen Zuschuß in Höhe von 
4 904.07 M erfordert. Bei dem stetigen Rückgänge der Einnahmen 
in diesen Markthallen und den steigenden Betriebskosten der ge 
samten Markthalleuverwaliung war auch für die Zukunft auf 
eine günstige Gestaltung der Geschäftslage nicht zu hoffen. Unter 
diesen Umständen mußte der Frage, auf welche Weise eine Ver 
besserung der Einnahmen zu erzielen sei. näher getreten werden. 
In Betracht kam für diesen Zweck nur eine mäßige Erhöhung 
der Stand- und Kellergelder und ferner der Gebühren für die Be 
nutzung des Eisenbahnanschlusses der städtischen Zentralmarkthallen. 
Der Standgeldertarif besteht in seiner bisherigen Form'seit dem 
Jahre 1888/1890. eine Erhöhung der Standmieten hat inzwischen 
nicht stattgefunden, obgleich die Läden in der Umgebung der Hallen, 
wie auch im allgemeinen bedeutend teurer geworden und die Kosten 
für Gehälter, Löhne und Betrieb ständig gewachsen sind. Eine 
Steigerung der Tarifsätze für alle Marktartikcl mit Ausnahme der 
groben Holz-, Stroh-, Korb- und sonstigen Waren dieser Klasse, 
deren Handel nur geringen Nutzen abwirft und deshalb eine weitere 
Belastung mit Unkosten nicht verträgt, erschien geboten. Wir haben 
daher beschlossen, das Standgeld für Abonnementsstände um 5 4 
und für tageweise vergebene Stände um 5 bis 10 4 für den Tag 
und das Quadratmeter zu erhöhen. Die einzelnen Standinhaber 
sind durch diesen geringen Aufschlag nicht wesentlich belastet worden. 
Allein aus diesem Anlaß sind denn auch Stände nicht aufgegeben 
worden. Das Abonnementsgeld für Kellerverschläge, die bisher zu 
dem überaus billigen Satze von 50 4 fiir den Tag und das Quadrat 
meter vermietet wurden, ist in Anlehnung an die Preise in der 
Umgebung der Markthallen aus 75 4 festgesetzt worden. Der 
Tarif für die Benutzung der Verkaufsstände, Keller-, Lager 
und Kühlräume ist nunmehr seit dem 1. Juli 1910, wie folgt, 
geregelt: 
Das Standgeld für einen Verkaufsstand beträgt pro Quadrat 
meter und Tag 
in der Gruppe 
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5 Lt« 
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4 
A. Verkaufsstände 
a) für Fleisch, Fleischwaren, Wild und Geflügel . 
b) für Süßwasserfische, ausschließlich des Wasser 
verbrauchs 
45 
60 
35 
40 
c) für Seefische, Austern, Muscheln, Krabben, 
Hummern, Krebse usw 
25 
35 
d) für gesalzene, gedörrte, geräucherte und ein 
gemachte Fische, Kaviar, Milch, Butter, Käse, 
Margarine, Schmalz, Honig, Eier, alle eßbaren 
Garten-, Wald- und Feldfrüchte (frisch, getrocknet, 
gebacken oder eingekocht), Mühlenfabrikate, Back 
waren, Hefe, Blumen, Kränze usw. 
1. in nicht verschließbaren Ständen 
25 
3-5 
2. in verschließbaren Ständen 
35 
50 
e) für Topfpflanzen und Schnittblumen usw. in 
der Blumenhalle der Markthalle II: 
in der Gruppe 
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4 
in der Abteilung für Topfpflanzen: 
1. im Sommerhalbjahr 
30 
40 
2. im Winterhalbjahr 
35 
45 
in der Abteilung für Schnittblumen: 
3. in den Monaten März bis einschließlich 
November 
30 
40 
4. in den Monaten Dezember bis einschließlich 
Februar 
35 
45 
f) für Kartoffeln ausschließlich 
15 
25 
g) für grobe Holz-, Stroh- und Korbmaren, Haus 
und Küchengeräte und Geschirr, gewöhnliche 
Hausseife, Posamenten, Stoffschuhe und dergl. 
mehr 
10 
10 
Werden Waren verschiedener Tarifklassen in einem 
und demselben Verkaussstande feilgeboten, so ist für 
den ganzen Stand das Standgeld der höheren Tarif 
klasse zu entrichten bezw. die Differenz nachzuzahlen. 
8. Keller- und Lagerräume 
zur Aufbewahrung von Waren: 
a) pro Quadratmeter und Monat 
75 
b) pro Quadratmeter und Tag 
— 
10 
mit Ausnahme der als Lagerräume dienenden Zimmer, 
Bahnsteigverschläge usw., für welche pro Quadratmeter 
und Tag zu erheben sind 
5 
C. Kühlräume 
pro Quadratmeter und Tag 
30 
60 
I). Für Unterbringung von Handwagen 
a) in bedeckten Räumen pro Monat 
300 
b) in unbedeckten Räumen (Höfen) pro Monat . 
200 
— 
c) pro Quadratmeter und Tag 
10 
Ueber die Erhöhung der städtischen Bahngebühren für Be 
nutzung des Eisenbahnantchlusses der Zentralmarkthallen wird weiter 
unten auf Seite 4 berichtet. 
Die Gesamteinnahmen betrugen iin Berichtsjahre 3,949 786,»» M, 
gegen das Vorjahr also 298 252,34 M> mehr. Neben der Tarif 
erhöhung haben die Kühlränme in den Markthallen VIII und IX, 
die in größerem Umfange benutzt worden sind, und die für den 
Marktverkehr geschlossene Markthalle III, lucldjc verpackstet wurde, 
größere Einnahmen gebracht. Die Betriebsausgaben beliefen sich 
insgesamt auf 3 053 875,es M, waren also um 2362,4s M ge 
ringer, als im Vorjahre. Die Mehraufwendungen für Schuldentil 
gung nnd Verzinsung^ Lasten und Abgaben, sowie für bauliche 
Unterhaltung wurden durch Ersparnisse bei anderen Titeln wieder 
ausgeglichen. Ter Gesamtüberschuß der Betriebseinnahmen über die 
Betriebsausgaben betrug 295 910,«g M. Mit Zustimmung der Ge 
meindebehörden werden dem Erneucrungsfonds, dessen alte Bestände
	        
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