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Volume No. 34. Bericht der städtischen Tiefbaudeputation

Full text: Verwaltungs-Bericht des Magistrats zu Berlin (Public Domain) Issue 1909 (Public Domain)

Nr. 34. TiesbauverwaltuNg. 
" II. Plankammer. 
Die Tätigkeit der Plankammer ist im wesentlichen dieselbe ge 
wesen, wie sie. von uns in unserem Bericht von 1905, aus wel 
chen wir Bezug nehmen, geschildert worden ist. Mehrarbeiten sind 
ihr in diesem Berichtsjahre hauptsächlich aus Anlaß des Wettbewerbs 
„Groß-Berlin" erwachsen. 
Die Anzahl der erledigten Aufträge betrug 6562 gegen 6049 
im Vorjahre. Die größere Zahl erklärt sich zum Teil auch aus 
dem Anwachsen der Bautätigkeit; namentlich sind zahlreiche Um 
bauten an den Straßenfronten zu verzeichnen gewesen. 
II. Weichbild. 
Die Verhandlungen wegen Eingemeindung von Teilen des Guts 
bezirks Plötzensee sind auch in diesem Berichtsjahre noch nicht zum 
Abschluß gelangt. 
Auch die mit der Gemeinde Pankow schwebenden Verhandlungen 
über Umgememduna von Teilen des Berliner und Pankower Ge 
bietes zum Zwecke der Geradelegung der Weichbildgrenze einerseits 
zwischen der Schönhauser Allee und der Straße 9 b, Abteilung XI, 
andererseits im Zuge der Stockholmer Straße sowie die aus dem 
gleichen Grunde mü der Gemeinde Reinickendorf angeknüpften Ver 
handlungen zur Geradelegung der Gemeindegrenze im Zuge der 
Straße 80 c, Abteilung X-, waren bis zum Schlüsse des Berichts 
jahres noch nicht beendet. 
Gelegentlich des mit der Stadtgemeinde Charlottenburg geschlosse 
nen Abkommens wegen Zahlung eines Beitrages zu den Kosten des 
Neubaues der GotzkowSkpbrücke (vergl. Abschnitt VIII b Nr. lOi 
ist mit Charlottenbura vereinbart worden, daß abweichend von der 
unregelmäßig zu der festgesetzten Normalspreeuferlinie zwischen dem 
Schafgraben und der Beusselstraße verlaufenden Weichbildgrenze 
eine mit der Normaluferlinie sich deckende Linie als neue Verwal 
tn ngsgrenzr beider Gemeinden gelten soll. 
III. Bebauungsplan. 
a) Aut Grund des § 8 des Gesetzes vom 2. Juli 1875 
find mit Allerhöchster Genehmigung Fluchtlinien zur Festsetzung ge 
langt: 
Im Innern der Stadt. 
,Für die Nordwestseile der Neuen Königstraße zwischen Alexander- 
und Alte Schützenstraße. 
Für die Verlängerung der Lindenstraße von der Kommandanten- 
straße nach dem Spittelmarkt. 
In Abteilung IV des Bebauungsplanes. 
Für die Grunewaldstraße zwischen Haupt und Gleditschstraße. 
In Abteilung X I des Bebauungsplanes. 
Für zwei Straßen A und B auf dem Gelände der Gasanstalt 3 
in der Müller- und Sellcrstraße. 
Für die Straße 28 b. 
Für die Veränderung des Zeppelinplatzes. 
In Abteilung XII des Bebauungsplanes. 
Für die Straße 19 b zwischen Prenzlauer Allee und Dnncker- 
sträße. 
In Abteilung XIII 1 des Bebauungsplanes. 
Für das von der Kniprode-, Elbinger, Greifswal,der Straße 
und Ringbahn begrenzte Gelände. 
b. Im Stande des Auslegungsverfahrens nach § 7 des ge 
nannten Gesetzes befanden sich am Schlüsse des Berichtsjahres die 
nachstehend verzeichneten Fluchtlinienentwürfe: 
Im Innern der Stadt. 
Für die verlängerte Jostystraße zwischen Mendelsohn- und 
Landsberger Straße. 
In Abteilung II des Bebauungsplanes. 
Für die Verlegung der Alten Jakobstraße von Gitschiner Straße 
bis Planufer. 
In Abteilung IV des Bebauungsplanes. 
Für die beabsichtigte Durchlegung der Frobenstraße von Kur 
fürsten- bis Steglitzer Straße. 
In Abteilung XIII 2 des Bebauungsplanes. 
Für die verlängerte Rigaer Straße von der Pettenkoferstraße 
bis zur Ringbahn. 
In Abteilung XIV des Bebauungsplanes. 
Für Aenderungen und Verlängerung der Revaler Straße und 
Aufhebung der Fluchtlinien für die Straße 43. > 
IV. Oeffentliche und andere Wafferläufe. 
Spree. 
Die aus Anlaß der Regulierung der Straße am Hansaufer zwischen 
Tile Wardenberg- und Levetzowstraße im Vorjahre begonnene 
Errichtung einer Usermauer ist bis aus eine kurze durch den Neubau 
der Hansabrücke beeinflußte Anschlußstrecke fertiggestellt. 
Ferner ist anläßlich der Uingestaltung des S.chleswiger Ufers 
von der Lessingbrücke bis zuin Borsigsleg ein Uferdeckwerk aus 
Eisenbeton zur Ausführung gekommen. 
Auch am rechten Spreeufer unterhalb der Waisenbrücke ist be 
hufs späterer Anlegung des RolanduserS zwischen Neue Friedrich 
straße und Straße am Mühlendamm mit dem Bau einer massiven 
Usermaucr in einer Länge von rund 75 m begonnen worden. 
Pauke. 
Die mit den Staatsbehörden wegen Beseitigung des an der 
Talldorfer Straße belegenen Wehres angeknüpften Verhandlungen 
find zunächst ausgesetzt worden, weil eine Regulierung des Panke- 
flusses beabsichtigt ist, bei der auch die Frage der Beseitigung deS 
Wehres ihre Erledigung finden soll. Dieses Projekt wird, wie wir 
bereits im vorjährigen Berichte erwähnten, bei der Kanalisatious- 
verwaltuna bearbeitet und war bis zum Schlüsse dieses Berichts 
jahres noch nicht beendet. 
V. Straßen und Plätze. 
1. Landcrwerb. 
Aus Grund von Entschädigungsbeschlüssen des Polizeipräsidiuus 
und von richterlichen Entscheidungen wurden rund 882 978 M für 
Landerwerb gezahlt. Einen Ueberblick über die in den letzten 5 Jahren 
unentgeltlich oder gegen Entgelt abgetretenen Flächen sowie über 
die in demselben Zeitraum verausgabten Kosten des Landerwerbs er 
geben die folgenden Nachweisungen. 
Unsere in früberen Berichten gemachten Angaben, nämlich, daß 
die unentgeltlich abgetretenen Flächen zumeist auf neu angelegte 
Straßen in den äußeren Stadtgebieten, die gegen Entgelt abgetretenen 
aus ältere Straßen oder auf solche neue Straßen entfallen, deren 
Anlage notwendig war, um neue Verkehrswege zu schaffen, treffen 
auch für dieses Berichtsjahr zu. 
Abgetreten sind: 
Etatsjahr 
Unentgeltlich 
qm 
Gegen Entgelt 
qm 
Zusammen 
qm 
1905 
234 320 
45 132 
279 452 
1906 
130 887 
29 388 
160 275 
1907 
120 843 
25 925 
146 768 
1908 
160 130 
28 105 
188 235 
1909 
213 621 
12 649 
226 270 
Verausgabt und: 
Etatsjahr 
Ordinariuin 
Jt 
Extraordinarium 
Jt 
Summe 
M 
1905 
2 941 003 
5 435 425 
8 376 428 
1906 
1 173 104 
11 453 233 
12 626 337 
1907 
2 445 332 
8 676 778 
6 122 110 
1908 
883174 
941 688 
1 824 862 
1909 
1557 393 
2 262 706 
3 820 099 
Diesen Ausgaben stehen an Einnahmen gegenüber die Beträge, 
die auf Grund des Ortsstatuts vom 7./19. März 1677, sowie vom 
l^epumbei " 1906 von den Anliegern neuer Straßen mit den übrigen 
Kosten der Straßenanlagen in ungetrennter Summe entrichtet sind, 
sowie ferner der Erlös aus dem Verkauf von Reftparzellen, dem Ab 
bruch der Baulichkeiten usw. 
Letzterer betrug: 
1905 1906 1907 1908 1904' 
897 653 Jt. 653 921 Jt, 267 979 Jt, 578166 Jt. 469 502 Jt. 
Die aus dem Extraordinariunt im Jahre 1909 für Landerwerb 
aufgewendeten Mittel dienten zum Ankauf von Grundstücken und 
Grundstücksteilen: 
1. zur Verbreiterung der Landsberger Straße zwischen Alexander 
und Kl. Frankfurter Straße, 
2. zur Wetterführung der Kaiser Wilhelmstraßc, 
3. zur Verbreiterung der Wallstraße zwischen Neue Roß- und 
Jnselstraßc, 
4. zur Verlängerung der Eisenbahnstraße vis zur Lvree >ept 
Brommpstraße genannt), 
5. zur Verbreiterung der Roßstraße und Neuen Roßstraßc. 
Der Werk des aus dem Straßenlanderwerbuixgsfonds unter 
wordenen Baulandes, dessen Verwaltung zumeist durch die Städtische 
Grundeigentumsdcputation erfolgt, betrug am Schlüsse des Ver 
waltungsjahres etwa 18979 607 Jt. 
I
	        
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