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Volume No. 24. Bericht über die Verwaltung städtischen Obdachs, der Desinfektionsanstalt II der hilfsstation für geschlechtskranke Frauen und des Obdachhospitals

Full text: Verwaltungs-Bericht des Magistrats zu Berlin (Public Domain) Issue 1909 (Public Domain)

Verwaltungsbericht 
des 
Magistrats zu Berlin 
für 
das Ltatsjahr 1909. 
M 24. 
WerichL über die Werwattung des städtischen Hböachs, der 
AesinfeKLionsanstätt II, der Kilfsstation für geschlechtskranke Jrauen 
und des HböclchHofpiLals. 
Personalien. 
Bei der Deputation sür das Arbeitshaus und das städtische 
Obdach sind im Lause des Berichtsjahres folgende Veränderungen ein 
getreten ; 
Zunächst hat die Deputation den Verlust des Stadtverordneten 
Augustin zu beklagen, welcher am 17. Juni 1909 verstorben 
ist. Er war seit dem Jahre 1901 Mitglied der Depulation. Für 
denselben ist der Stadtverordnete Dr. 33 e r n ft e in von der Stadtver 
ordnetenversammlung gewählt worden. Für den am Ende des Jahres 
1909 ausgeschiedenen Stadtverordneten Zacharias ist der Stadt 
verordnete Zucht eingetreten. 
Am Ende des Berichtsjahres bestand die Deputation aus fol 
genden Mitgliedern: 
Stadtrat F i s ch b e ck als Vorsitzendem, den Stadträlen Ja c o b y, 
M i e l e n z und M ü n st e r b e r g, den Stadtverordneten Dr. Bern 
stein, Tyhrensurth, Eckard, Hofs mann. Rettig, 
Riemer, Dr. Ritter, Schulze, Witkowski, Zucht und 
dem Magistratsassessor Dr. P r e r a u e r. 
Gesamtbild der Verwaltung. 
Der eingeführte Arbeitszwang, wonach seit Ansang des Jahres 
1909 arbeitsfähige Besucher des nächtlichen Obdachs morgens vor der 
Entlassung je nach der Witterung bis zu zwei Stunden mit dem 
Zerkleinern von Holz beschäftigt werden können, hat sich gut bewährt. 
Arbeitsverweigerung ist selten vorgekommen. Dagegen hat sich die 
Zahl der Jugendlichen im nächtlichen Obdach bedeutend vermindert. 
Tic Folgen der wirtschaftlichen Depression und die ungünstigen 
Verhältnisse aus dem Arbeitsmarkte finden auch im Berichtsjahre 
beredten Ausdruck in den Frequenzzissern beim nächtlichen Obdach. 
Tie Besuchsziffer ist um 103553 «Köpfe höher als im Vorjahre. 
Tie Kopfstärke im Familienobdach ist etwas geringer als im Vorjahre. 
Im Familienobdach fanden Ausnahme 833 Familien (gegen 
1028 im Vorjahre), mit 2618 Köpfen (3181) und außerdem 2492 
(2905) Einzelpersonen. Gewährt wurden 88 350 (104 531) Ber- 
pflegungstage, im Durchschnitt also von jeder Person 14 Tage (im 
Vorjahre 17 Tage). 
Das nächtliche Obdach beherbergte 969 853 Personen gegen 
866 300 im Vorjahre. Einen erheblichen Teil dieser Besucher stellen 
die Provinz und die in näherer Umgebung Berlins liegenden Ort 
schaften, die sich, einer Einrichtung, ivie sie Berlin besitzt, ermangelnd, 
ihrer Fürsorgeverpflichtung für ihre hierbei in Frage kommenden 
Gemcindeglieder umso leichter enthoben fühlen, als ihnen Kosten sür 
die Verpflegung ini nächtlichen Obdach von Berlin nicht in Rechnung 
gestellt werden. 
Nachfolgende Tabelle veranschaulicht die Bewegung der Ob 
dachsbevölkerung in den letzten 10 Jahren. 
Etatsjahr 
Familienobdach 
Nächtliches 
Obdach 
.. 
Außerdem 
Einzelpersonen 
Verpslegungstage 
Familien 
Köpfen 
Personen 
1900 
1 847 
6 835 
2 161 
216 137 
416 957 
1901 
2 202 
8 143 
2 175 
154 700 
562 858 
1902 
1 63-7 
5 610 
2 235 
106 661 
570 298 
1903 
1 249 
4 222 
2 489 
101 823 
586 863 
1904 
966 
2 996 
2 805 
80 733 
630 714 
1905 
752 
2 230 
2 846 
77 693 
575 546 
1906 
702 
2 091 
2 959 
93 827 
549 498 
1907 
807 
2 549 
2 948 
96 677 
629 178 
1908 
1 028 
3 181 
2 905 
104 531 
866 300 
1909 
833 
2 618 
2 492 . 
88 350 
969 853 
Auch im Berichtsjahre gelang es, einem Teil der Asylisten in 
Privatbetrieben und Arbeiterkolonien Beschäftigung zu verschaffen. 
Es wurden überwiesen. 
409 Personen der Arbeiterkolonie Strausberg, 
820 - - - Hoffnungstal, 
44 - - - Gnadental. 
Tic beiden letzteren Arbeiterkolonien werden von der Stadi- 
gememde Berlin unterstützt. 
Familienobdach. 
Von den 88 350 Verpslegungstagen entfielen 
Männer . . . 
Frauen 
Schulkunden 
Schulmädchen 
Knaben l . „ « , 
Mädchen / unter 6 Zähren 
Säuglinge, männlich 
weiblich 
zusammen 
auf: 
48 391, 
23 781, 
2 488, 
2 633, 
3 070, 
2 925, 
2 381, 
2681, 
88 350.
	        
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