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Volume No. 17. Bericht über die Verwaltung der städtischen Hospitäler und Siechenanstalten

Full text: Verwaltungs-Bericht des Magistrats zu Berlin (Public Domain) Issue 1909 (Public Domain)

Nr. 17. Hospitäler und Siechenanstallen. 
7 
Von den nach anderen Anstalten überführten Personen kamen 
in das Krankenhaus Friedrichshain 21 Personen. 
- die Irrenanstalt Herzberge 7 
. das Rudolf Virchowkrankenhaus 3 
. die Charite ^ . . . 1 Person, 
. - Augenklinik des Herrn Dr. Schulz-Zehden. 7 Personen, 
- - Universitätsklinik 2 
. das Krankenhaus am Urban 1 Person, 
- • Hospital Buch 8 Personen, 
- - St. Hedwigs-Hospital 2 
zusammen 47 Personen. 
In Außenpflege wurden 19 Personen gegeben. 
Es starben an 
Perloncn 
Altersschwäche . . . 
. . 21. 
Arterienverkalkung 
. - 4. 
Bauchfellentzündung . 
. - 1. 
Druckbrand .... 
. . 1. 
Gehirnschlag . . . 
. . 12. 
Gehirnerweichung . . 
. . 3. 
Gicht 
. . 1. 
Herzklappenfehler . . 
. . 6. 
Herzbeutelentzündung 
. . 1. 
Krebs verschiedener Organe 11, 
Luftröhrenkatarrh (chronisch) 7. 
Lungenentzündung (fibrinöse, 10, 
- (katarrhalische) 3. 
Lungeninfarct 1, 
Lungenerweiterung ... 2, 
Lungentuberkulose ... 4, 
Nierenentzündung.... 2, 
Rückenmarkentzündung . . 2, 
Rückenmarkschwindsucht . . 2, 
zusammen 94. 
Es starben im Monat April 7, Mai 8, Juni 4. Juli 4, August 10, 
September 7, Oktober 10, November 9, Dezember 7, Januar 3, 
Februar 9, März 16 Personen. 
Von den Verstorbenen erreichten ein Alter 
21- 
-30 Jahren . 
... 1 
Person, 
51 
60 
... 2 
Personen, 
61- 
-70 
... 22 
0 
71 
80 
... 33 
. 
81- 
-90 
... 34 
- 
91- 
-93 
. ... 2 
- 
Summe 94 Personen. 
Wegen größerer chirurgischer Eingriffe war dte Aufnahme in ein 
Krankenhaus bei mehreren Hospitalitinnen notwendig', auch mußten 
wegen Rose 9 Hospitalitinnen in ein Krankenhaus überführt werden. 
Gesamtkosten der Anstalt B für das Etatsjahr 1909. 
Nach dem Abschlüsse der Stadthauptkasse betrugen die 
Ausgaben 
Außerdem kommen noch in Betracht 3V 2 v. H. Zimen 
von dem Wert des Grundstücks und der Gebäude 
mit 2 818 020 jK . 
sowie des Inventars 98 775 Jt 
Ferner die Ausgaben für Besoldung der ausschließlich 
bei der diesseitigen Verwaltung beschäftigten Per 
sonen mit 
Der Anteil der diesseitigen Verwaltung an den all 
gemeinen persönlichen Kosten der Stadt . . . . 
desgl. an den allgemeinen sächlichen Kosten. . . . 
Erstattungen an Verpflegungsgeldern 
Geldwert der am 1. April 1909 übernommenen Bestände 
an Lebensmitteln usw 
252 968,12 JC, 
98 630,70 - 
3 457,13 - 
19 824,24 - 
23 199,69 - 
3107,ii - 
658,73 • 
Summe der Ausgabe 401845,72 Jt. 
Die Einnahmen haben betragen 31 240,is Jt, 
Hierzu Sterbekassenbeiträge 81,07 - 
Rückzahlungen auf Verpflegungsgelder — — 
Geldwert der am 31. März 1910 vorhandenen Bestände 
an Lebensmitteln usw 364,20 • 
Summe der Einnahme 31686,42 JC, 
Mithin Selbstkosten 370160.30 Jt. 
Die Zahl der Verpflegungstage betrug 201082 Jt, 
Davon ab für Dienst- und Pflegepersonal 20 595 - 
Bleiben für Hospitalitinnen 180 487 Jt. 
Bei 370160,so Jt Selbstkosten entfallen sonach auf den Tag 
und Kopf 2,os Jt. 
Anstalt C (Hospital Buch.) 
1. Bestimmung und Beschreibung der Anstalt. 
Das Hospital Buch ist bestimmt, armen, in Berlin ortsangehörigen, 
erwerbsunfähigen, unbescholtenen Personen beiderlei Geschlechts und 
jeglichen Alters (mit Ausnahme von Kindern), die mit einer Geld- 
Unterstützung außerhalb der Anstalt nicht mehr bestehen können, bis 
zu ihrem Lebensende Unterkunft und Verpflegung zu gewähren. 
Die Aufnahme geschieht auf Verfügung der Armendirektion nach 
Anhörung des Kuratoriums für die städtischen Hospitäler und Siechen- 
anstalten. 
In die Anstalt wurden am 24. Oktober 1908 dir ersten Hospi- 
taliten aufgenommen. Die Einweihung durch den Magistrat und die 
Stadtverordnetenversammlung fand am 19. Juni 1909 statt. 
Eine eingehende Baubeschreibung der in den Jahren 1905-1909 
errichteten Anstalt enthält der Verwaltungsbericht für 1908. 
Im Berichtsjahr (am 26. November 1909.) wurde das Ehepaar- 
haus in Benutzung genommen. 
Es ist ebenso groß wie die kleinen Pavillons und enthält in 3 
bewohnbaren Geschaffen 34 Zimmer mit je 2 Betten für 34 Ehepaare. 
Außer je einem Wärterinnenraum mit 2 Betten find in jedem Geschoß 
vorhanden: 
2 Tageräume. 
1 Baderaum mit 2 getrennten Bädern, 
1 Teeküche, 
2 Aborte, davon 1 mit Pissoirraum 
und außerdem 1 Speisenaufzug und 1 Abwurf für schmutzige Wäsche. 
Die Stuben und die Tageräume sind reicher mit Malereien geschmückt 
als die Räume in den anderen Häusern. 
Die Zimmer sind noch wohnlicher ausgestattet und in jedem 
befindet sich ein Waschtisch mit direktem Wafferzulauf. 
Besondere Sorgfalt ist auf die Tageräume verwendet worden. 
Scheibengardinen an den Fenstern und an den nach dem Flur 
führenden Glastüren, ein Blumentisch und ein großer runder Tisch 
mitten im Zimmer mit der großen Hängelampe darüber geben diesen 
Räumen das Aussehen eines gemütlichen gutbürgerlichen Wohnzim 
mers. Von den 34 Schlafzimmern find 6 zweifenstrige besonders 
geräumig, und vor 3 im ersten Obergeschoß belegenen befinden sich 
Loggien. Unter den alten Ehepaaren, denen es vergönnt ist, hier 
gemeinsam ihren Lebensabend frei von Sorgen um das tägliche Brod 
und fern dem Getriebe der Großstadt zu verbringen, herrscht infolge 
dessen auch allgemeine Zufriedenheit. Sie säubern ihre Zimmer selbst, 
soweit es ihr Gesundheitszustand erlaubt, und helfen zum Teil auch 
gern den Pflegerinnen bei den anderen Arbeiten. 
2. Hausordnung. 
Das Leben der Insassen in der Anstalt wird durch eine Haus 
ordnung geregelt, aus der zu erwähnen ist, daß sämtliche Hospitaliten, 
soweit sie nicht durch Krankheit oder Schwäche daran verhindert sind. 
im Sommer spätestens um 6 und im Winter um 7 Uhr morgens auf 
stehen müssen. 
Nachdem die Betten in Ordnung sind, steht es jedem frei, sich 
in den Anlagen zu bewegen und auch — nach Empfang der im Ver- 
waltungsbureau einzuholenden Erlaubnis — die Anstalt zu verlassen. 
Diese Erlaubnis wird selten, nur nach groben Verstößen gegen 
die Hausordnung und aus ärztlichen Gründen verweigert. Es ist 
den Hospitaliten auch gestattet, ihre Verwandten oder Bekannten auf 
kürzere oder längere Zeit zu besuchen. 
Die Mahlzeiten werden in den Zimmern eingenommen und 
werden zu folgenden Zeiten verabfolgt: 
Vormittags 7 Uhr erstes Frühstück, 
- 9 - zweites 
mittags 12 - Mittagessen, 
nachmittags 3 - Kaffee, 
abends 6 - Abendbrot. 
Im Sommer und im Winter muß sich jeder spätestens um 9 Uhr 
zu Bett begeben. Beurlaubte dürfen im Sommer bis 10 Uhr aus- 
bleiben. Nicht selten wird aber auch Urlaub bis 11 oder 12 Uhr 
erteilt. 
3. Bewegung der Belegungsziffer. 
Personal 
Hospitaliten 
Summe 
L ! § 
B 3 
=§ 2 
§ » 
U» ^ 
5= 2 
g 2 
A fco 
Bestand am 1. April 1909 . 
15 37 
261 260 
573 
Abgang im Berichtsjahre . . 
32 59 
80 1 112 
283 
Zugang im Berichtsjahre . . 
33 1 76 
150 1 216 
475 
Bestand am 31. März 1910 . 
16 | 54 
331 | 364 
765 
54 Männer und 75 Frauen von den Neuaufgenommenen waren 
laut ärztlicher Diagnose Sieche — 35 v. H. 
Von 574 im Jahre 1908 aufgenommenen Personen sind 
77 — 13,6 v. H., von 366 im Jahre 1909 aufgenommenen Personen 
sind 26 — 7,i v. H. verstorben.
	        
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