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Volume No. 9. Bericht über das städtische Fach und Fortbildungsschulwesen

Full text: Verwaltungs-Bericht des Magistrats zu Berlin (Public Domain) Issue 1909 (Public Domain)

Rr. 16. Waisenpflege. 
in die Lehre 7 Zöglinge, 
- das Krankenhaus 6 - 
21 jährig 5 - 
ins Gefängnis 2 - 
zu den Eltern (beurlaubt oder widerruflich entlassen) . 14 - 
es entliefen 20 - 
vom Urlaub blieben weg 20 - 
zusammen 117 Zöglinge. 
III. 
Frequenz in den 
einzelnen Monaten. 
April 190!» . 
48 Zöglinge, 
Oktober 1909 . 41 Zöglinge, 
Mai - 
46 
November - . 49 - 
Juni 
43 
Dezember - . 49 - 
Juli - . 
40 
Januar 1910 . 48 - 
August - 
35 
Februar - . 50 - 
September - . 
32 
März - . 47 - 
IV. Gesundheitspflege. 
Der Gesundheitszustand war im allgemeinen befriedigend. Die 
häufigsten Erkrankungen, die ärztlichen Eingriff nötig machten, waren 
Furunkel und Panaritien. Verhältnismäßig selten waren, wohl dank 
der günstigen Witterung des Winters, Erkrankungen der Atmungs 
organe. 99 Krankheitsfälle wurden im Ganzen behandelt und 7 Gut 
achten erstattet. 
V. Seelsorge und Unterricht. 
Gottesdienst wurde monatlich einmal in der Anstalt durch Herrn 
Pastor Devrient aus Diedersdorf abgehalten. An den übrigen Sonn 
tagen hielt der Anstaltsleiter Andachten, in denen den Zöglingen be 
sonders das Leben Jesu nahe gebracht wurde. Hinsichtlich der Zeit 
des Unterrichts mußte mit den gegebenen Arbeitsverhältnissen ge 
rechnet werden. 
In den Monaten November bis Februar einschließlich wird von 
8—3 Uhr in der Landwirtschaft gearbeitet. Der Unterricht wurde 
deshalb auf die letztgenannten Monate gelegt. 
In täglich 2 Stunden wurde im wesentlichen der Lehrplan durck>- 
gearbeitet, der für die ungelernten Arbeiter der städtischen Fortbildungs 
schulen in Berlin gilt. 
An einzelnen Abenden wurde gesungen oder vorgelesen. 
Das Arbeitspensum mußte so gehalten sein, daß jeder Schüler 
dem Unterricht folgen konnte. 
Qualitativ gehörten die Zöglinge der Nebenkasse bis zur I. Klasse 
der Gemeindcschule an. 
VI. Kosten. 
Die Ausgabe betrug 30 409,36 JC, 
die Einnahme aus der Beschäftigung aus dem Rieselgut 
aus dem Verkauf der Speisereste, aus der Schuhmacher- 
werkstatt . f . . ■ . 6 701,39 - 
Zuschuß 23 707,»7 JC 
Durchschnittlich verpflegt wurden 44 Zöglinge. Der Zuschuß für 
einen Zögling stellt sich demnach jährlich auf 538,82 JC oder 1,48 JC 
täglich. Die Kosten für den einzelnen Zögling sind für 190!» ver 
hältnismäßig hoch, weil in der Ausgabe der Wert von Jnventarien- 
stücken vorhanden ist, die für die Einrichtung der Anstalt benötigt 
wurden lWascheinrichtung, Schränke rc.). 
Birkholz, den 20. Juni 1910. 
Wanke, Anstaltsleiter. 
X. Bericht des städtischen Erziehungshauses in Kleinbeeren. 
1. Frequenz. 
Bestand am 31. März 1909 24 Zöglinge, 
Zugang im Berichtsjahr ■ 62 - 
zusammen 86 Zöglinge, 
Abgang im Berichtsjahr 62 
Bestand am 31. März 1910 24 Zöglinge. 
Die höchste Zahl der zu gleicher Zeit in der Anstalt befindlichen 
Mädchen betrug 31, die niedrigste 17. 
2. Zugang und Abgang. 
In den 
einzelnen Monaten 
war die Bewegung folgende: 
Zugang. 
Abgang 
im 
April 1909 
8 Zöglinge, 
8 Zöglinge, 
- 
Mai 
6 - - 
2 
- 
Juni 
6 
4 
- 
Juli 
4 
10 
- 
August 
h - 
1 
- 
September - 
6 
3 
- 
Oktober 
3 
5 - 
- 
November 
11 
4 
- 
Dezember 
6 
7 - 
- 
Januar. 1910 
3 
10 
- 
Februar 
1 
4 
- 
März 
3 
4 
Summe 
62 Zöglinge, 
62 Zöglinge, 
Von den 62 entlassenen Zöglingen kamen 
zu 
den Eltern. . . 
5 Zöglinge, 
in 
einen Dienst . . 
41 
in 
andere Anstalten . 
12 
es 
entliefen.... 
4 
3. Der Gesundheitszustand 
war im Berichtsjahr ebenso günstig wie im Vorjahre. 
4. ^Seelsorge und Unterricht 
wurden in üblicher Weise geleitet. Lehr- und Beschästigungsplan 
blieben wie in den Vorjahren. Die Schulkenntnisse der Neuhinzu- 
gekommenen entsprachen bei 20 der Unterstufe, bei 35 der Mittelstuse 
und bei 7 der Oberstufe. Ein Zögling hatte bis zum 14. Jahre die 
Nebenklasse besucht. 
L.ZlDie Berichtes 
über die in Dienst befindlichen Mädchen lauteten mit wenigen Aus 
nahmen gut. Acht sind wegen guter Führung aus der Fürsorge 
erziehung entlassen worden. Ein Mädchen dient schon über 5 Jahre 
bei derselben Herrschaft. 
6. Das Personal 
hat im Berichtsjahr keine Aenderung erfahren. 
7. Kosten. 
Durch den Verkauf geernteter Gartenerträgnisse Ivurden einge 
nommen 418,88 JC. 
Der Wert aller in der Wirtschaft verwendeten landwirt 
schaftlichen Erträge betrug 766,09 - 
zusammen 1 184,97 JC. 
Die Wäsäh! und Strickerei für die Birkholzcr Anstalt ergab 
eine Einnahme von 736,37 - 
für Sackflickereien wurden eingenommen 38,oo 
Summe 1 959,34 JC. 
Dieser Einnahme von rund 1 95!» JC steht eine Gesamtausgabe 
von 24 345 JC gegenüber, der Zuschuß hat also 22 386 JC betragen. 
Ta durchschnittlich 24 Zöglinge verpflegt wurden, hat jeder Zögling im 
Jahre 933 JC Zuschuß gekostet. 
Kleinbeeren, am 7. Juli 1910. 
Margarete Böhme geb. von Usedom, Vorsteherin. 
XI. Bericht über die augenärztliche Untersuchung der Zöglinge der Waisenhäuser zu Rummelsburg in der Erziehungs 
anstalt zu Lichtenberg für das Jahr 1909/10 von Prof. P. Silex. 
Auch in diesem Jahre ist die Zahl der untersuchten Kinder infolge 
des veränderten Systems, wonach die Waisen in größerer Anzahl 
in Hauspflegc gegeben werden, keine sehr große gewesen. 
Es wurden mir vorgestellt 87 Schüler mit 174 Augen. Hiervon 
waren 62 Knaben und 25 Mädchen der verschiedensten Altersklassen. 
Von den 174 Augen hatten sogenanntes Normalblau 68; übersichtig 
ivaren 59 und kurzsichtig 21 Augen. An einem angeborenen 
Krümmungssehl er der Hornhaut, sogenanntes Astigmatismus litten 26 
Augen (68 -s- 59 -st 21 -j- 26 = 174). Ein wesentlicher Unterschied 
zwischen den Augen der Mädchen und Knaben war nicht fest 
zustellen. Ausfallend sind die hohen Zahlen bei der Kurzsichtigkeit 
und deni angeborenen Krümmungsfehler der Hornhaut, 21 resp. 26. 
Es »varen dies 12 v. H. bei der Kurzsichtigkeit, doch ist zu bemerken, 
daß bei so kleinen Untersuchungsreihen Berechnungen nach Prozenten 
wohl nicht zulässig sind, weil man dabei leicht zu falschen Schluß 
folgerungen kommt.
	        
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