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Volume No. 14. Bericht über die städtische Armenpflege

Full text: Verwaltungs-Bericht des Magistrats zu Berlin (Public Domain) Issue 1909 (Public Domain)

Nr. 14. Armenpflege. 
15 
Zu den Uebersichten VII und VIII wird bemerkt, daß am 
31. März 1910 unter den dauernd unterstützten Personen 627 Almosen- 
empfänger und 532 Pflegekinder, zusammen 1159 Personen mit 
auswärtigem Unterstützungswohnsitz bezw. auswärtiger Landarmen 
eigenschaft enthalten waren, für die jährlich rund 170 OM JC auf 
gewendet und zur Erstattung liquidiert wurden. 
Im Vorjahre waren vorhanden 1497 Personen mit einem Jahres- i 
bezuge von rund 221 OM JC. Der Rückgang wird hauptsächlich der 
Novelle zum Unterstützungswohnsitzgesetz zuzuschreiben sein, die es 
seit dem 1. April 1909 den von auswärts zuziehenden Personen er 
möglicht, in jüngerem Alter und in kürzerer Zeit den Unterstützung?- 
Wohnsitz zu erwerben als vordem, und die durch die Erleichterung 
des UnterstützungswohnsitzerwerSes insbesondere die größeren Stadt 
gemeinden belastet. 
IX. 
Höhe der monatlichen Almosenbeträge. 
Zahl am 31. März 
männliche Empfänger 
1910 1909 1908 
weibliche Empfänger 
1910 1909 i 1908 
1910 
Zusammen 
1909 | 1908 
1907 
bis 6 Jt einschließlich 
119 
137 
168 
333 
426 
501 
452 
563 
669 
829 
über 6 - bis 12 Jt einschließlich.... 
2 221 
2182 
2 098 
6 544 
6 648 
6 636 
8 765 
8 830 
8 734 
8 915 
- 12 - - 18 - - .... 
2 670 
2576 
2 540 
8 561 
8 580 
8 388 
11231 
11 156 
10 928 
11 219 
- 18 - - 24 - - .... 
2 232 
2 214 
2140 
8184 
7 838 
7 593 
10 416 
10052 
9 733 
9 640 
-- 24 - - 27 - 5 .... 
886 
824 
709 
2 213 
1926 
1597 
3 099 
2 750 
2 806 
2004 
- 27 - - 30 - - .... 
475 
419 
398 
453 
337 
266 
928 
756 
664 
572 
- 30 - 
306 
262 
214 
50 
46 
32 
356 
308 
246 
219 
8909 
8614 
8 267 
26 338 
25 801 
25013 
35 247 
34 415 
33 280 
33 398 
Wie in den Vorjahren ist eine Zunahme in der Zahl der höheren 
Almosenbeträge zn verzeichnen. Der Prozentsatz der Almosen über 
18 je gegen deren Gesamtzahl ist in den Jahren 1905 bis 1910 
weiter gestiegen von 33, 35, 37%, 38% 0 , 40'/ 4 auf jetzt rund 42 JC, 
während die Zahl der Beträge unter 18 JC entsprechend von 67, 65. 
62%, 61 Vio, 59% auf jetzt 58 zurückgegangen ist. 
X. 
Familienstand der weiblichen Almosenempfänger. 
Zahl am 
31. März 
in Prozenten 
1910 der 
Gesamtzahl 
1909 
in Prozenten 
der 
Gesamtzahl 
1908 
in Prozenten 
der 
Gesamtzahl 
ledig 
4 532 17,2i 
4 455 
17,27 
4 282 
17,12 
verehelicht 
215 0.82 
204 
0,79 
182 
0,78 
eheverlaffen 
1 119 4,25 
1 081 
4,ii 
1 Oll 
4,94 
geschieden 
740 2,81 
744 
2,88 
718 
2,87 
verwitwet 
19 732 j 74,si 
19 837 
74,95 
18 820 
75,24 
zusammen 
26 338 
25 801 
25 013 
XI. 
Alter der Almosenempfänger. 
Zahl 
a m 31. 
März 
1910 
1909 
1908 
1910 
1909 
1908 
1910 
1M9 
1908 
männlich 
weiblich 
z us a m m e 
n 
unter 20 Jahr. 
54 
59 
49 
60 
66 
70 
114 
125 
119 
über 20 bis 
einschließlich 40 - . 
817 
821 
775 
1 005 
1007 
993 
1 822 
1828 
1 768 
- 40 - 
50 - . 
967 
958 
917 
1 465 
1 519 
1 473 
2 432 
2 477 
2 390 
- 50 - 
60 - . 
1 662 
1 409 
1 351 
4 411 
3 647 
3 492 
6 073 
5 056 
4 843 
- 60 - 
70 . . 
2 433 
2 434 
2 335 
8 732 
9 177 
8 895 
11 165 
11 611 
11 230 
- 70 -j 
80 - . 
2 433 
2 391 
2 315 
8 395 
8 110 
7 922 
10 828 
10 501 
10 237 
. 80 - 
90 - . 
520 
523 
506 
2 174 
2 192 
2 093 
2 694 
2 715 
2 599 
- 90 - 
1003 . . 
23 
19 
19 
96 
83 
75 
119 
102 
94 
8 909 
8 614 
8 267 
26 338 
25 801 
25 013 
35 247 
34 415 
33 280 
Das Zahlenverhältnis zwischen männlichen und weiblichen Almosen- 
empfängern stellte sich am 31. März 1910 auf 1 zu 2,ss, 1M9 auf 
1 zu 3. 1928 auf 1 zu 3,os, 1907 auf 1 zu 3,oi, 1906 auf 1 zu 2,94. 
Es zeigt also eine weitere Zunahme von männlichen Empfängern 
gegenüber den Vorjahren, in denen bis dahin anteilig die Zahl der 
weiblichen Empfänger gestiegen war. 
Auch in den einzelnen Altersgruppen ist dieses Verhältnis ver 
schieden. Während es bei den jüngeren Empfängern bis zu 40 Jahren 
sich auf 1:1,22 stellt, zeigen die Zahlen der höheren Altersgruppen 
eine Zunahme der weiblichen Empfänger. Letztere überwiegen z. B. 
in der Altersgruppe von 80—90 Jahren nach 1:4,u. 
Diese Erscheinung dürfte, wie schon früher erwähnt, in der er 
werbenden Tätigkeit des männlichen Geschlechtes, auch seiner minderen 
Mäßigkeit begründet sein, die zu schnellerem Verbrauch der Krärte 
und zu früherem Ableben führen. 
Wegen Erwerbsunfähigkeit infolge hohen Alters (über 65 Jahres 
wurden am Jahresschluffe rund 20 OM Personen, d. h. ungefähr * - 
aller Almosenempfänger unterstützt.
	        
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