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Volume No. 37. Bericht über das städtische Straßenreinigungswesen

Full text: Verwaltungs-Bericht des Magistrats zu Berlin (Public Domain) Issue 1908 (Public Domain)

Nr. 37. Straßenreiniguiig. 
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dieses Ziel noch nicht erreicht. Mietsdepots bestanden mit Ablauf des 
Rechnungsjahres 1908 noch 16, nämlich für die Abteilungen 1, 6, 7, 
8, 9, 10, 12, 13, 19. 21, 22. 23. 27, 30. 31 und 32. 
11. Kehrmaschinen. 
Während des Berichtsjahres waren 111 Kehrmaschinen vorhanden, 
von denen sich 88 in der Nacht im Betriebe befanden, während 14 
nur in 120 Nächten arbeiteten und 9 zur Aushilfe verblieben. 
Die Bespannung, Bedienung und Unterhaltung der Kehrmaschinen 
lieferten vertragsmäßig die Unternehmer Buchholz & Scheller für 
den 8.. 9.. 10.. 11., 14.. 16.. 18.. 21.. 22., 23., 24.. 25., 27., 29., 
30. und 31. Aufseherbezirk und die Unternehmer Brehme & Gebr. 
Krause für den 1. bis 7., 12., 13., 15., 17., 19.. 20., 26.. 28., 32. 
und 33. Aufseherbezirk, zum Preise von 8,so Ji. Dieser Preis be 
zieht sich auf die Leistung einer Kehrmaschine auf einen Tag. Die 
102 Kehrmaschinen erfordern einen Aufwand von 287 257,so Ji. 
Ueber die Haltbarkeit der Maschinenwalzen ist nach den Er 
fahrungen des Berichtsjahres 1908 folgendes anzuführen: 
Der Verbrauch betrug, wie bereits angegeben, 1183 Satz. Es 
entfielen demnach auf jede der im Betriebe befindlichen Kehrmaschinen 
durchschnittlich 13 Satz, d. h. ein jeder Satz Walzen hatte eine Halt- 
barkeit von rund 27 Arbeitstagen. 
Die Arbeitseinteilung der Kehrmaschinen (Beginn und Schluß usw. 
der Arbeit) ist im Berichtsjahre nicht verändert, d. h. sämtliche Ma 
schinen treten nächtlich um 111/2 Uhr gleichzeitig in allen Bezirken in 
Tätigkeit und arbeiten so lange, bis die Tagesaufgabe erledigt ist. 
Diese Arbeitsleistung ist in der Regel derartig bemessen, daß in 6V 2 
bis 7 Stunden die Arbeit beendet sein kann. 
12. Schrubbermaschinen. 
Im Berichtsjahre sind neue Schrubbermaschinen nicht beschafft 
worden. Es waren mithin 16 Maschinen im Betriebe. Für Be 
spannung, Bedienung, Aufbewahrung und Unterhaltung derselben sind 
rund 30175 Ji verausgabt worden. 
13. Spülwagen. 
Die bisher vorhandenen Hentschelschen Spülwagen haben sich 
weiter gut bewährt, besonders auch zur Beseitigung des gefährlichen 
Glibbers vom Asphalt während der feuchten Witterung. Es sind 
daher noch 14 Maschinen dieser Art beschafft worden, sodaß im Berichts 
jahr insgesamt 24 Spülwagen im Betriebe waren. 
Die Bespannung, Bedienung und Aufbewahrung ist einem Unter 
nehmer übertragen, welcher den Einheitssatz von 13 M für den Tag 
und die Maschine erhalten hat. Im ganzen sind 81 897,07 M ver 
ausgabt worden. 
Im Berichtsjahre ist von der Firma Hentschel & Co. ein Spül- 
wagen mit elektrischem Antrieb erbaut und der Verwaltung zu Ver 
suchszwecken übergeben worden. 
Diese Versuche sind gut ausgefallen; der elektrische Spülwagen 
ist von der Verwaltung erworben worden und die weitere Beschaffung 
solcher Maschinen in Aussicht genommen. 
14. Kehrichtabfuhr. 
Die Abfuhr des Straßenkehrichts ist vertragsmäßig an einen 
Unternehmer für eine Pauschalsumme von 1054 000 Ji für das Jahr 
und eine Entschädigung von 3 Ji für die Fuhre Schnee von 2 vdw 
Inhalt vergeben. 
Abgefahren sind im Rechnungsjahr 1908 von dem Unternehmer 
175 431 Fuhren Kehricht, durchschnittlich also 479 Fuhren täglich. 
Die Abfuhrmenge ist aber häufig in wenigen Stunden völlig ver 
schieden und hat wiederholt schon das Doppelte und Dreifache jener 
Durchschnittsleistung erreicht, wenn die Witterungsverhällniffe sich plötz 
lich ganz unvermittelt veränderten und beispielsweise auf Trockenheit 
unvermutet Regenwetter folgte. 
Die Kehrichtabfuhr stellte sich im Berichtsjahre auf rund 6 Ji 
für die Fuhre. 
Die vertragsmäßigen Pflichten des Unternehmers für die winter 
liche Schneeabfuhr sind dieselben wie in früheren Jahren. Insonder 
heit hatte der Unternehmer auch im Berichtsjahre dafür Sorge zu 
tragen, daß auf Erfordern jederzeit die notwendige Anzahl von Ab 
fuhrwagen zur möglichst schnellen Fortschaffung der zusammengebrachten 
Schneemengen in Betrieb gestellt werden konnte, und daß zur Unter 
bringung des abgefahrenen Schnees geeignete Lagerplätze in genügen 
der Zahl vorhanden waren. Die Feststellung der geleisteten Anzahl 
Schneefuhren durch Markenkonlrolle hat sich auch im Berichtsjahre, 
wie bisher, bewährt. Die hierbei ermittelte Schneefuhrenzahl ist auch 
in diesem Jahre nicht der Berechnung des an den Unternehmer zu 
zahlenden Entgelts zugrunde gelegt. Da der Unternehmer auch wäh 
rend der Dauer der Schneeabfuhr die Pauschalsumme für Kehricht 
abfuhr bezogen hat, Slraßenkehricht aber nicht getrennt von Schnee 
verladen und in der Fuhrmenge nicht getrennt gezählt werden konnte, 
mußte von jener, durch die Markenkontrolle ermittelten Fuhrenzahl 
zunächst der Durchschnitt der Kehrichtfuyren während der schneefreien 
Monate des Vorjahres in Abzug gebracht werden, um die zu bezah 
lende Schneefuhrenzahl festzustellen. Jener Durchschnitt der Kehricht 
fuhren betrug für das Berichtsjahr 14 375 Fuhren monatlich. Die 
Zahl der Schnccfuhren hingegen nach Abzug dieses Durchschnittes 
stellte sich in der Winterperiode 1908/09 auf 243 497 Fuhren. 
Die Schneebeseitigung und Abfuhr erforderten in der 
1. Schneeperidevom30.Dezemberl908 
bis einschließlich 5. Januar 1909 
an Abfuhrkosten 
an Löhnen für Hilfsarbeiter 
2. Schneeperiode vom 15. und 16 
Januar 1909 
an Absuhrkosten 
an Löhnen für Hilfsarbeiter 
3. Schneeperiode vom 1. bis 6. Fe 
bruar 190!» 
an Absuhrkosten 
an Löhnen für Hilfsarbeiter 
4. Schnecperiode vom 18. bis 23. Fe 
bruar 1909 
an Abfuhrkosten..... 
an Löhnen für Hilfsarbeiter 
5. Schneeperiode vom 1. bis 27 
März 1909 
an Abfuhrkosten.... 
an Löhnen für Hilfsarbeiter 
Insgesamt 
an Abfuhrkosten 762 848,so Ji. 
an Löhnen für Hilfsarbeiter 158 544,3»^. 
Für Schneebeseitigung und -Abfuhr sind demnach verausgabt 
916 392,85 Ji. 
Schneepflüge. 
Mit der Beschaffung von Schneepflügen ist im Berichtsjahr weiter 
vorgegangen worden und sind zu den im Jahre 1907 vorhandenen 
16 zweispännigen Schneepflügen (Shstem Hellmers-Hamburg) weitere 
16 in Betrieb gestellt worden, so daß nunniehr 32 Stück vorhanden 
waren. 
Schneeeinwurf in die Abwässerkanäle. 
Die Deputation für die städtischen Kanalisationswerke hatte auch 
in diesem Jahre die gemauerten Straßenkanäle, soweit sie mehr als 
700 m von der Pumpstation entfernt sind, zum Einwurf von Schnee 
zur Verfügung gestellt. 
Es sind rund 90000 odm Schneemasse in die Kanäle hinein 
geworfen worden, ohne daß Störungen in dem Abfluß vorgekommen 
sind. Die Einwurfsstellen waren so gewählt, daß nur wasserreiche 
Kanäle benutzt wurden und daß zur Nachtzeit, wo der Abwässerflutz 
nur gering ist, das Einwerfen von Schnee möglichst eingeschränkt 
wurde. 
An außerordentlichen Räuniungskosten infolge des Schneeeinwurfs 
hat die Direktion der Kanalisationswerke 11 946,ss M berechnet. 
Fuhrwerke der städtischen Rieselfelder. 
Die Schneeabfuhr, welche in den ersten 4 Perioden der Schnee- 
arbeit durch die vertraglich verpflichteten Unternehmer nach den von 
ihnen vorgehaltenen Abladeplätzen und durch Mannschaften der Straßen 
reinigung mittels der Schneekarren nach den Abwässerkanälen erfolgte, 
wurde in der 5. Schneeperiode unter Zuhilfenahme von Fuhrwerken 
der städtischen Rieselfelder ausgeführt. 
Es wurden von den Gutsverwaltungen während 17 Tagen täg 
lich ca. 160 zweispännige Kastenwagen mit den nötigen Fahrern und 
Inspektoren gestellt. 
15. Straßenbesprengung. 
a) Besprengung mit Reinwasser. 
Für die Straßenbesprengung waren 290 einspännige Spreng- 
wagen von 1500 Liter Wasferinhalt und mit Millerschen Patent 
brausen ausgerüstet, sowie ein Autosprengwagen von 5000 Liter 
Wasserinhalt, mit Druckpumpe und Miller'schen Patentbrausen ver- 
sehen, in Tätigkeit. 
Die Einführung der Millerschen Patentbrausen hat sich gegen 
über der früheren Röhrenbrause wiederum gut bewährt. 
Die Bespannung, Bedienung und Unterhaltung der städtischen 
Sprengwagen war auf Grund öffentlicher Ausschreibung an Unter 
nehmer vergeben. Der Vertrag lief Ende März 1909 ab. Die 
Unternehmer erhielten den Einheitssatz von 8,40 -M. für den Tag und 
Wagen. Die für die Straßenbesprengung aufgewendeten Gesamt 
kosten haben 465 528./« betragen. Der Wasserverbrauch, welcher sich 
auf 1 414 796,io odm beziffert, ist bei den vorstehenden Kosten nicht ein 
begriffen. 
d) Besprengung des Asphalt- und Holzpflasters mit einer 
1 proz. Westrumitlofung. 
Im Berichtsjahre sind in den verkehrsreichsten Teilen der Innen 
stadt zur Beseitigung des Straßenstaubes wiederholt umfangreiche 
Versuche mit der Aussprengung von Westrumitlösungen aus Asphalt- 
' 1* 
6 034,20 Ji. 
8 862,oo - 
3 453,90 - 
110769,00 - 
27 756,oo - 
29 532,oo - 
14 671,05 - 
573 089,60 - 
101628,60 -
	        
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