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Volume No. 3. Bericht der Steuerdeputation

Full text: Verwaltungs-Bericht des Magistrats zu Berlin (Public Domain) Issue 1908 (Public Domain)

Nr. 3. Steuervcrwaltung. 
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Uebertrag 48 249 
Fällen Zugänge und wegen Verzuges Steuerpflichtiger nach 
anderen preußischen Gemeinden in 72 720 
Fällen Abgänge liquidiert. Für jede dieser 120 969 
Positionen' war ein Uebcrweisungsbcleg zu beschaffen bczw. zu erteilen. 
Aus anderen Gründen, wie z. B. durch (Zugänge) Zuzüge vom 
Auslande Ermittelungen übergangener Personen, durch Erbanfälle, 
Mitteilung von Grundstücks, und Hypothekenbesitz, vermehrte Ein- 
nahmen, Austritt aus einem Haushalt w. können Zugänge, durch 
Verzüge nach dem Anslande. längeren als zweijährigen Aufenthalt 
preußischer Untertanen im Anslande, wegen irriger Veranlagung zu 
einem Haushalte gehöriger Personen, Eintritt in den Militärdienst, 
wegen Ablebens und aus den verschiedensten anderen Gründen können 
Abgänge im Laufe des Jahres eintreten. 
Aus diesen Ursachen waren in 61 957 
Fällen Zugänge und in 144 449 
Fälle Abgänge zu liquidieren, im ganzen 206 406 
Fälle. 
Bei den in den Zu- und Abgangskontrollen eingetragenen Posten 
kommt es nicht immer zur Liquidation eines Steuerbetrages, weil nach 
dem eingeholten Gutachten der Voreinschätzungskommission ein steuer- 
Pflichtiges Einkommen nicht vorhanden ist oder nach den anderweit 
eingezogenen Nachrichten eine Steuerpflicht nur bezüglich der Ge- 
meindeeinkommcnsteuer vorliegt, oder kein gesetzlicher Grund zur Ab 
setzung einer bestehenden Veranlagung geltend gemacht werden kann. 
Es trafen diese Uinstände zu bei 249 727 
Zugangsposilionen und bei 72 882 
Abgangspositionen, zusammen bei 822609 
Eintragungen der Kontrollisten. 
Nachdem die Monats-, Zu- und Abgangslisten festgestellt sind, 
werden jedesmal Nachtragshebelisten über die in Zugang nachge 
wiesenen Beträge aufgestellt. Einschließlich der Vierteljahrshebelisten 
sind im Laufe des Jahres, unter Berücksichtigung des Umstandes, daß 
sür die Steuerpflichtigen über und bis 8 OM Jt Einkommen getrennte 
Listen erforderlich sind, auch wegen der Abrechnung mit der Staats 
kasse die Nachtragshebelisten für Steucrbeträge aus Vorjahren be 
sonders aufgestellt werden müssen, mindestens 27 OM besondere Hebe- 
listen gefertigt. 
Ueber die dadurch verursachten fortwährenden Sollveränderungen 
werden entsprechend eingerichtete Kontrollen geführt und nach jedes 
maliger Steuerausschreibung Abschlüsse der kalkulatorisch geprüften 
Erhebungskataster vorgenommen. 
Im Jahre 1908 mußten derartige Abschlüsse in jedem Monate 
bewirkt werden; das dabei fortgeschriebene Veranlagungssoll sämtlicher 
Staats- und Gemeindesteuern, deren Veranlagung von der Steuer- 
deputation, Abteilung II, vorgenommen wird oder bei deren Ver 
anlagung sie mitwirkte, betrug 92 748 879,»7 Jt wie dies vorher 
nachgewiesen worden ist. 
III. Abteilung. 
Steuerkasse. 
1. Ergebnis der Steuereinziehung. 
Das finanzielle Ergebnis der Steuereinziehung ist in der bei- 
.gefügten Hauptübersicht N. getrennt nach Gemeindesteuern (A), 
Staats steuern (Bi und Kirchensteuern (C) zusammengestellt 
Unter Absonderung der unter 0 eingetragenen evangelischen und 
katholischen Kirchensteuer, deren zwangsweise Beitreibung der Steuer- 
kasse übertragen worden ist. betrug nach den der Sleuerkasse zu- 
gegangenen Hebclisten und ausweislich der am Schluffe des Vorjahres 
in der Steuerkasse aufgestellten Restlisten das wirklich einzuziehende 
Steuersoll (stehe Spalte 4 der Anlage N.): 
A. An Gemeindesteuern 89 402 292 
gegen 84 908 930 im Vorjahre, mithin 
mehr 4 493 362 Jt. 
Die etatsmäßige Solleinnahme der Ge 
meindesteuern mit zusammen 79 643 210 Jt 
(stehe Spalte 3 der Hauptübersicht N) ist hier- 
nach von dem wirklich zur Ausschreibung ge 
langten Steuersoll um 9 759 082 jt über- 
schritten worden. 
B. Für Rechnung des Staates waren ferner 
einzuziehen an Staatssteuern .... 47241 101 - 
gegen 44 315 944 Jt im Vorjahre, mithin 
mehr 2 925 157 Jt. 
Ueberhaupt 136 643 393 Jt 
gegen 129 224 874 - 
im Vorjahre, also mehr 7 418 519 Jt, 
t. i. 5,43 v. H. des gesamten Steuersolls der Gemeinde- und 
Staatssteuern. 
Von diesem Steuersoll sind 
I. Eingezogen: 
A. an Gemeindesteuern ... 84 286 780 Jt — 94,28 v. H. 
B. - Staatssteuern . . . . 42 886 83 t - — 90,78 - ■ 
zusammen 127173 611 Jt = 93,07 v. H. 
gegen 120995 326 - = 93,63 - - 
im Vorjahre, also mehr 6 178 285 Jt — 4,62 v. H. 
des gesamten Steuersolls, welche mit 3 799 730 Jt auf Gemeinde- 
und 2 378 555 Jt auf Staatssteuern entfallen. 
II. Niedergeschlagen wurden: 
Wegen Nichtverpflichtung (Abgang) und wegen Unbcitreiblichkeit 
(Ausfall): 
A. An Gemeindesteuern: 
als Abgang 2118 501 Jt — 2,87 v. H., 
- Ausfall . 1 266 383 - = 1,42 - -, 
zusammen 8 384 884 Jt — 3,7» v. H. 
gegen 2 996 131 Jt — 3,62 v.H. 
im Vorjahre. 
B. an Staatssteuern: 
als Abgang 2107 457 Jt — 4,46 v. H. 
- Ausfall I 233 472 - - 2,ei - . 
zusammen 3 340 929 Jt — 7,»7 v. H. 
gegen 2 929 106 Jt — 6,ei v. H. 
im Vorjahre. 
Ueberhaupt 6 725 813 Jt — 4,92 v. H. 
gegen 6 925 237 - — 4,58 - - 
im Vorjahre, also mehr 8M 676 Jt — 0,68 v. H. 
des gesamten Steuersolls. 
111. In Rest verblieben: 
A. an Gemeindesteuern .... 1 730628 Jt — 1,93 v. H., 
B. - Staatssteuern . . . . . 1013 341 - — 2,16 - -, 
zusammen 2 743 969 Jt — 2,oi v. H. 
gegen 2 304 811 - — 1,78 - - 
im Vorjahre, mithin mehr 439 658 Jt — 0,33 v. H. 
des gesamten Steuersolls, welche mit 304 879 .36 auf Gemeinde- 
und mit 134 779 Jt auf Staatssteuern entfallen. 
IV. Zurückgezahlt wurden: 
infolge von berechtigt befundenen Einsprüchen, Berufungen, Erlaß- 
gesuchen, Beschwerden: 
A. an Gemeindesteuern .... 886 609 Jt — l,oo v. H. 
B. - Staatssteuern . . . . . 481053 - = 1,oa - -, 
zusammen 1 367 662 Jt — l,oi v. H. 
gegen 1 351647 - — 1,04 - ■ 
im Vorjahre, also mehr 16 035 M — O.oi v. H. 
des gesamten Steuersolls. 
Die Rückzahlungen verringerten sich bei den Gemeindesteuern um 
21815 Jt und bei den Staatssteuern um 37 830 Jt. 
V. AIs Reineinnahme verbleiben: 
A. an Gemeindesteuern . . . 83 403171 Jt = 93,28 v. H., 
B. - Staatssteuern . . . . 42 405 778 - — 89,76 - - 
zusammen 125 805 949 Jt — 92,o? v. H. 
gegen 119 643 679 - — 92.6» - - 
im Vorjahre, mithin mehr 6 162 270 Jt — 4,si v. H. 
des gesamten Steuersolls. 
Hiervon entfallen 3 821546 Jt auf Gemeindesteuern und 
2 340 725 Jt auf Staatssteuern. 
Verglichen mit dem Vorjahre sind bei den einzelnen Steuer 
arten von dem Steuersoll (siehe Spalte 4 der Hauptübersichti die auf 
der Anlage O. berechneten Prozente eingezogen, niedergeschlagen und 
in Rest verblieben. 
Die auf IM Jt Steuersoll entfallende Jsteinnahme hat sich hier- 
nach gegen die des Vorjahres bei den Gemeindesteuern um 0,6i v. H., 
bei den Staatssteuern aber um 0,63 o. H. vermindert. 
Die Niederschläge haben sich bei den Gemeindesteuern um 0,27 v. H. 
und bei den Staatssteuern um 0,48 v. H. vermehrt. Die Restbeträge 
sind bei den Gemeindesteuern uni 0,24 o. H„ bei den Staatssteuern 
um 0,i7 v. H. größer geworden. 
Das Hauptergebnis und die Entwicklung der Einziehung bei 
den einzelnen Stenerarte» in den lechten fünf Etatsjahren 
haben wir durch die angehängte tabellarische Zusammenstellung P 
veranschaulicht. 
Die i» Spalte 6 Teil A dieser Zusammenstellung nachgewiesene 
Jsteinnahme an Gemeindesteuern hat sich gegen das Vorjahr 
bei der Grundsteuer, der Warenhaussteuer, der Betricbssteuer, den
	        
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