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Volume No. 1. Bericht über die allgemeine Verwaltung des Magistrats

Full text: Verwaltungs-Bericht des Magistrats zu Berlin (Public Domain) Issue 1908 (Public Domain)

24 
Nr. 1. Allgemeine Verwaltung des Magistrats. 
7. 
Verkehr auf den städtischen Ratswagen vom 1. April 1908 bis 31. März 1909. 
Ralswagc 
am 
Große Brücken- 
(Zentesimal-) Woge 
Kleine Brücken- 
(Schenkel-) Wage 
Gold- und Silberwage 
Summe 
Zahl der 
zur Fest 
stellung 
desTara- 
gewichts 
gebühren 
frei ge 
wogenen 
Posten 
Ge 
samt 
zahl 
der 
Ver- 
wie- 
gun- 
gen 
Zahl 
der 
gewo- 
genen 
Posten 
Ein- 
nähme 
Gewicht an Wage- 
geld 
, Jt 
Zahl 
der 
gewo 
genen 
Posten 
Mewicht 
Ein 
nahme 
an Wage 
geld 
Jt 
Zahl 
der 
gewo 
genen 
Posten 
Ge 
wicht 
Ein 
nahme 
an Wage- 
geld 
Jt 
der 
gewo 
genen 
Posten 
des 
Gewichts 
der Ein 
nahme 
an Wage 
geld 
Jt 
1. Aleranderplatz 
2. Oranienplatz ■ 
3. Gartenplatz . 
4. KüstrincrPlatz 
8077 
9808 
5015 
2937 
35 655 197 10 212,« 
39 482 839 9 925,n 
11 978 023 4 592,23 
6 096 657 2 444,82 
8102 
1582 
947 
896626,29 
151517,35 
101642,80 
2 231,98 
362,35 
267,95 
12 
4 
79,41460 
7,07129 
7,70 
0,80 
16191 
11389 
5962 
2937 
36561902,70480 
39634363,42129 
12079665,88000 
6096657, — 
12 452,08 
10288,26 
4 860,18 
2 444,82 
6 498 
7 763 
3 245 
1104 
22689 
19152 
9207 
4041 
Summe 
25832 
93 212 716 27 174,56 
10681 
1149786,50 
2 862,28 
16 
86,48589 
8,50 
36 479 94 362588,98589 
30 045,34 
18 610 
55089 
Die Gesamtzahl aller Verwiegungen betrug im Jahre 1908 
66 089 kg gegen 53 043 kg im Jahre 1907. Duplikatwagescheine 
wurden in derselben Zeit ausgestellt 3 612 Stück gegen 4 111 Stück 
im Vorjahre. Das Gesamtwagegeld betrug, wie oben angegeben, 
30 045 Jt gegen 30 108 Jt im Vorjahre. Außerdem sind von städtischen 
Wagemeislern in Wollspeichern zusammen 1 694 383 kg Wolle gewogen, 
wofür an Wiegegeld 1 016,«8 Jt vereinnahmt und an die Stadthaupt- 
kaffe abgeführt wurden. Im Vorjahre sind 1 937 072 kg Wolle ge 
wogen und dafür 1 162,25 J< vereinnahmt. Die Ratswage in der 
Rüdersdorfer Straße am Ostbahnhof seine Dezimalbrückenwage mit 
Laufgewicht und Registrierapparat) ist auch im Jahre 1908 für den 
dortigen Getreide-, Heu- und Strohmarkt, zur Zeit Mittwochs und 
Sonnabends, bestimmt gewesen und war nur während des Marktes 
geöffnet. 
Eine vergleichende Uebersicht der Einnahmen in den letzten fünf 
Jahren ergibt sich aus der nachfolgenden Zusammenstellung und zwar 
in abgerundeten Summen: 
1904 
M 
1905 
Jt 
1906 
Jt 
1907 
Jt 
1908 
Jt 
1. Von der Brücken- 
und Schenkelwage 
a) am Aleranderplatz. 
11 999 
12 494 
13 070 
13 231 
12 444 
b) - Oranienplatz . 
8 918 
9 465 
8 872 
9 879 
10 287 
c) - Gartenplatz 
6 589 
5 926 
4 ibo 
4 883 
4 860 
d) - Küstciuer Platz 
2111 
2107 
2 221 
2110 
2 445 
2. Von der Gold- und 
Silberwage 
a) am Alexanderplatz. 
3 
2 
6 
5 
8 
b) ° Oranienplatz . 
1 
2 
2 
i 
1 
3. Von den Wollver- 
wicgungen aufAuk- 
tionen 
1334 
955 
890 
1 162 
1016 
Summe 
30950 
30 951 
29 816 
31271 
31061 
Bei Vergleichung der Gesamtergebnisse aller Verwiegungen auf 
den vier städtischen Ratswagen zeigt die vorstehende Uebersicht, daß 
das Jahr 1908 sich nicht wesentlich von den früheren Jahren unter 
scheidet. Die Einnahmen sind im großen und ganzen dieselben 
geblieben, und wenn auch bei der einen Wage ein kleiner Ausfall zu 
verzeichnen ist, so ist er aus einer andern durch Mehreinnahme wieder 
ausgeglichen. Der verhältnismäßig nur geringe wirkliche Ausfall ist 
dadurch entstanden, daß im Jahre 1908 auf den Aukiionen weniger 
Wolle zur Verwiegung gekommen ist, als im Jahre 1907. 
Die städtischen Ratswagen selbst sind hierbei in keiner Weise beteiligt. 
Die Ratswage am Aleranderplatz ist durch ihre günstige 
Lage, so ziemlich im Mittelpunkt der Stadt, ganz besonders berufen, 
den größten Ertrag zu bringen, ein Ertrag, welcher auch dem Umstande 
zu verdanken ist, daß die in der Nachbarschaft wohnenden zahlreichen 
Buttergroßhändler die Dezimalwage sehr stark zu ihren Verwiegungen 
benutzen. Daß aber auch bei dieser Wage ein Ausfall eintreten kann, 
ist nicht zu vermeiden. 
Die Ratswage am Oranienplatz zeigt eine stetige Zunahme 
des Verkehrs, der im Jahre 1908 wiederum eine Mehreinnahme und 
zwar von 410 Jt erzielte, ein recht erfreuliches Resultat, das 
die Ratswage am Gartenplatz leider nicht auszuweisen hat. 
Diese Wage bleibt mit ihren Einnahmen noch immer wesentlich hinter 
den beiden erstgenannten zurück. 
Die Ratswage am Ostbahnhof hat dagegen eine Mehrein 
nahme von 335 Jt erzielt, ein Ergebnis, das sich bei leidlich guter 
Ernte in diesem Jahre wiederum erhöhen dürfte. 
Die beiden Gold- und Silberwagen am 
Alexander- und Oranienplatz sind auch im Berichtsjahre 
selten benutzt worden, und ihre Gesamteinnahme betrug nur 8,so Jt. 
Die von den städtischen Wagemeistern zur Zeit der Wollauktionen bei 
der Firma Mergersberg & Co. vorgenommenen Wollverwiegungen 
haben wiederum in drei Perioden stattgefunden und eine Einnahme 
von 1 016,«8 M erzielt. 
8. 
I. Im Jahre 1908 sind auf Grund des Reichsgesetzes vom 
-T Mai' ihm ' betreffend die Abwehr und Unterdrückung von Viehseuchen, 
und des Preußischen Ausführungsgesetzes vom 12. März 1881 für 
8 wegen Rotzkrankheit auf polizeiliche Anordnung getötete Pferde 
1965 Jt (im Vorjahre für 43 Pferde 12 494 Jt), und für 24 wegen 
Lungenseuche getötete Rinder 6029 M Entschädigungen gezahlt worden; 
im Vorjahre war für lungenseuchenkrankes Rindvieh keine Entschädigung 
zu zahlen. Zur Deckung der von der Stadtgemeinde vorschußweise 
gezahlten Entschädigungen nebst Verwaltungskosten und Verzinsung 
des geleisteten Vorschusses ist von den Eigentümern der Pferde, Esel usw. 
und Rinder, die in Berlin ihren gewöhnlichen Standort haben, eine 
Abgabe von 5 ^ (im Vorjahr 35 für jedes Pferd oder Esel usw., 
und 60 ^ (im Vorjahre 15 für jedes Rind erhoben worden. 
Die am 1. Dezember 1908 erfolgte Aufnahme des Pferde-, 
Esel-, Maultier- und Rindviehbestandes in Berlin hat einen 
Bestand von 45 220 Pferden und Eseln, und 11102 Rindern (im Vor 
jahre 46 950 Pferde und Esel und 11105 Rinder) ergeben; hierin 
sind die dem Reiche, dem Preußischen Staate und den landesherrlichen 
Gestüten gehörenden Tiere, sowie das im öffentlichen Schlachthause 
aufgestellte Schlachtvieh nichr enthalten; diese Tiere werden nicht ge 
zählt, weil für sie eine Abgabe nicht erhoben wird. 
II. Auf Grund des Gesetzes vom 22. April 1892, betreffend die 
Entschädigung für an Milzbrand gefallene Tiere, ist auch 
für den Stadtkreis Berlin durch Reglement vom 1902 die 
Gewährung von Entschädigungen für an Milzbrand gefallene Tiere 
eingeführt worden. 
Im Jahre 1908 sind an Entschädigungs- und Abschätzuugs' 
gebühren für 5 Stück Rinder 1689 Jt lim Vorjahre für 4 Stück 
1370 M) gezahlt worden. 
Die zur Deckung der von der Stadtgcmeinde vorschußweise ge 
zahlten Entschädigungen von den Rindviehbesitzern zu erhebende Ab 
gabe ist mit der für lungenseuchenkrankes Rindvieh zu erhebenden 
Abgabe (siehe Nr. I) zusammen festgestellt und erhoben. 
Für Pferde, deren Tötung wegen Milzbrandes erforderlich ge 
wesen wäre, waren Entschädigungen nicht zu zahlen. 
9. 
Die bei dem Stadtausschuffe für Berlin im Jahre 1908 vor 
gekommenen Geschäfte der allgemeinen Landesverwaltung erforderten 
12171 Journalnummern. 27 Sitzungen, 639 Termine mit mündlicher 
Verhandlung Streitsachen gingen neu ein 495, aus dem Vorjahre 
wurden unerledigt übernommen 90, zusammen 585. Davon wurden 
erledigt durch Endurteil 394, auf andere Weise 93, zusammen 487, 
unerledigt blieben 98. Die neu eingegangenen Streitsachen betrafen 
Angelegenheiten der Gewerbepolizei (Z. G. § 114 und Verordnung 
vom 31. Dezember 1883) und zwar Anträge auf Erteilung der 
Erlaubnis: 
a) zum Betriebe der Gastwirtschaft 7 
b) - - \ Schankwirtschaft 433 
c) « Ausschank von Wein und Bier 30
	        
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