Path:
Volume No. 17. Bericht über die Verwaltung der städtischen hospitäler und Siechenanstalten

Full text: Verwaltungs-Bericht des Magistrats zu Berlin (Public Domain) Issue 1908 (Public Domain)

Nr. 17. Hospitäler und Siechenanstalten. 
7 
Was die Mortalität des Etatsjahres 1908 anbelangt, so war 
die Zahl der Todesfälle von 133 auf 150 gestiegen; als Ursache ist 
die in den Wintermonaten aufgetretene Jnfluenzaepidemie anzusehen, 
wodurch die Zahl der Todesfälle von Herzleiden. Lungenleiden und 
Altersschwäche gegen das Vorjahr eine höhere wurde. 
Den Krankenhäusern wurden die Hospitalitinnen wegen not 
wendiger größerer chirurgischer Eingriffe überwiesen, in die Irren- 
anstalten mußten die Hospitalitinnen, abgesehen von psychiatrischen 
Gründen, zur eigenen Sicherheit resp. zur Sicherheit für die Umgebung 
überführt werden. 
Auch in diesem Etatsjahr war es notwendig, einige Hospitalitinnen 
wegen Erkrankung an Rose dem Krankenhause Friedrichshain zu 
überweisen. Abgesehen von Influenza und Rose kamen noch einzelne 
Fälle von leichter infektiöser Mandelentzündung vor. 
Gesamtkosten für Anstalt B, Palisadenstraße. 
Nach dem Abschluß der Stadthauptkasse betrugen 
die Ausgaben 258 361,2» Jt. 
Außerdem kommen noch in Betracht 3% v. H. 
Zinsen von dem Wert des Grundstücks und der Ge 
bände mit 2 818020 Jt 98 630,7« - 
sowie des Inventars mit 101 575 Jt 3 555,is - 
Ferner die Ausgaben für Besoldung der aus 
schließlich bei der diesseitigen Verwaltung beschäftigten 
Personen mit 16040,3t - 
Der Anteil der diesseitigen Verwaltung an den all 
gemeinen persönlichen Kosten der Stadt .... 21114,so - 
desgleichen an den allgemeinen sächlichen Kosten . . 3125,2g - 
Erstattungen an Verpflegungsgeldern 21755,18 - 
Geldwert der am 1. April 1908 übernommenen Be- 
stände an Lebensmitteln usw . 151,n - 
Summe der Ausgaben 422 734,«, Jt. 
Die Einnahmen haben betragen 34 125,o» Jt. 
Hierzu die Sterbekassenbeiträge usw 59,37 - 
Rückzahlungen auf Verpflegungsgelder — 
Geldwert der am 31. März 1909 vorhandenen Be- 
stände an Lebensmitteln usw 658,73 - 
Summe der Einnahme 34 843,13 Jt. 
Summe der Ausgaben 422 734,oo Jt, 
Summe der Einnahmen 34 843,is - 
Mithin Selbstkosten 387 880,8» Jt. 
Die Zahl der Verpflegungstage betrug 240 118 
Davon ab für Dienst- und Wartepersonal 21814 
Bleiben für Hospitalitinnen 218304 
Bei 387 880,g» Jt Selbstkosten entfallen sonach auf den Tag und 
Kopf 1,7« Jt. 
Anstalt C. (Hospital Buch.) 
I. Baubeschreibung. 
Das in den Jahren 1906 bis 1909 errichtete Hospital in Buch 
liegt mit seinem Hauptzugang an der nach Zrpernick-Bernau führenden 
Straße. Das Gelände steigt von hier in der Richtung der Hauptstraße 
von NW. nach SO. bis etwa zur Mitte der baulichen Anlagen an 
und fällt dann nach Süden zu dem sogenannten Tristwege stark ab, 
auf welchem die Zufahrt für den Wirtschaftsverkehr erfolgt. 
Die Gebäude sind symmetrisch zur Hauptachse derart angeordnet, 
daß sich die für die Hospitaliten bestimmten 6 großen und 4 kleinen 
Pavillons nebst einem Ehepaarhause und einem Beamtenwohnhause 
um 4 Gartenhöfe gruppieren, welche durch offene architektonisch aus 
gebildete Tore abgeschlossen sind. Die Gartenhöfe haben durch Rasen- 
anlagen, Baumpflanzungen und Springbrunnen mit Sitzgelegenheiten 
einen freundlichen ruhigen Charakter erhalten. Die beiden südlichen 
Gartenhöfe öffnen sich nach dem in der Mitte der Anlagen belegenen 
Wirtschaflsgebäude und sind hier durch eine massive Futtermauer mit 
je 2 in Werkstein unter Ziegeldachung errichteten Pavillons gegen 
die nach Süden stark fallenden Rampenstraßen abgeschloffen. Süd 
lich des Wirtschaftsgebäudes schließen sich 2 Remisengcbäude für 
Aufnahme der Spcisenreste, der mechanischen Feuerleiter, der Wagen 
und von Geräten an. An den beiden Hauptzugängen zur Anstalt 
liegt je ein Torgebäude. Durch das Torgebäude am Zepernicker Wege 
gelangt man zu dem in der Mittelachse vorgelagerten Verwaltungs 
gebäude.^ Abgesondert liegen an der Triftstraße das Leichenhaus und 
das Gebäude für Jnsektionskrankheiten. 
Die ganze Anlage wird überragt von dem am höchsten Punkt 
belegenen Wafferturm, welcher zur Regelung der Wasserversorgung 
für alle Anstalten in Buch bestimmt ist. Das nicht bebaute Gelände 
hat gärtnerische Anlagen mit Sitzgelegenheiten erhalten, westlich gehen 
diese Anlagen in ein Wäldchen über, welches zu Erholungsspazier, 
gängen geeignet hergerichtet ist. Die Belegung der Anstalt ist östlich 
der Hauptachse für Frauen, westlich für Männer erfolgt. 
Im Folgenden werden die einzelnen Baulichkeiten näher aufgeführt: 
Das Torhaus 
an der Zepernicker Straße mit einer Grundfläche von 222 gm ent 
hält neben 3 Beamtenwohnungen mit je 2 Stuben und Küche einen 
Dienstraum für den Pförtner sowie einen Warteraum für die Besucher, 
für die außerdem noch in der gewölbten Durchfahrtshalle Sitzplätze 
vorhanden sind. 
Das Verwaltungsgebäude 
hat eine bebaute Fläche von 957 gm und über den, Kellergeschoß ein 
Erdgeschoß und 2 Obergeschosse sowie Dachgeschoß mit Dachreiter 
und Uhr. 
In dem Kellergeschoß von 3,go m, Höhe sind außer den Wirt- 
schaftskellern, der Waschküche, der Rollkammer und 2 Baderäumen 
für die Beamten die zur Aufnahme und Ausgabe der Wäsche not 
wendigen Räume untergebrackt (6 Magazinräume, 3 Räume für 
Näherinnen und 2 Räume für die Wäscheausgabe). Das Erdgeschoß, 
4,öo m hoch, enthält die Bureaus für die Verwaltung und die für 
den Arzt bestimmten Räume, außerdem einen Versammlungssaal, in 
dem sonntäglich Gottesdienst abgehalten wird. Der Gesang wird 
auf einem Harmonium begleitet. 
An Bureauräumen sind vorhanden: ein Post- und Botenzimmer, 
ein Aufnahmezimmer mit 2 anschließenden Bureauräumen, das Zimmer 
des Oberinspektors, die Kasse mit Tresorraum, das Zimmer der Haus 
väter, das Konferenz- und Bibliothekzimmer für den Arzt, ein Sprech 
zimmer, 1 Operationsraum und 1 Wartezimmer. Außerdem sind für 
einen Assistenzarzt noch 2 Wohnräume vorgesehen sowie je 1 Zimmer- 
für einen Oberpfleger und für eine Pflegerin. Ausreichende Abort 
räume finden sich auf beiden Seiten des Korridors. 
Zwei bequeme Treppen führen zum I. Obergeschoß, welches bei 
einer Höhe von 3,«o m im Lichten 3 Familienwohnungen enthält Die 
Wohnungen des Anstaltsleiters und des Arztes umfassen je 6 Wohn 
räume mit Küche, Bad und reichlichem Nebengelaß, während die 
mittlere Wohnung 4 Wohnzimmer aufweist. 
Im II. Obergeschoß (ausgebautes Mansardengeschoß) liegen 
6 Familienwohnungen, eine größere Wohnung für einen Hansvater 
mit 3 Zimmern, Küche, Bad und Nebengelaß und 5 kleinere mit je 
2 Zimmern, Küche und Nebengelaß. 
Im Dachgeschoß sind neben dem Trockenboden Bodenverschläge 
für die Beamten vorhanden. 
Das Beamtenwohnhaus 
mit 564 gm hat in 3 bewohnbaren Geschossen 11 Familienwohnungen 
von je 2 Zimmern, und eine für einen Hausvater von 3 Zimmern 
nebst Küche und Nebengelaß. 
Das Kellergeschoß enthält außer den Wirtschaftskellern unddrei 
Bädern für die Beamten eine Waschküche und eine Rollkammer. Die 
Geschosse sind durch eine zweiarmige Treppe verbunden. Das Dach 
geschoß hat 2 Trockenböden und Bodenverschläge für die Bewohner 
des Hauses. 
Die 6 großen Pavillons 
haben je eine bebaute Fläche von 926 gm und bestehen aus 
Keller-, Erd-, Ober-, ausgebautem Mansardengeschoß und Dach 
boden. Im Keller befinden sich Heizraum, Kleidermagazin sowie 
Utensilienräume und Wirlschaftskeller. In einem Pavillon ist außer 
dem ein Wäschekocher im Keller aufgestellt, z 
Das Erdgeschoß und das ausgebaute Mansardengeschoß der 
Pavillons enthält 9, das I. Obergeschoß 10 Hospitalitenräume und 
zwar: 
18 Räume mit je 8 Betten, 
7 - - 8 
2 - - - 2 
1 Raum mit 1 Bett, 
sodaß in jedem Pavillon 170 Kranke Aufnahme finden. Außerdem 
hat jedes dieser 3 Haupigeschoffe: 
2 Wärterräume für zusammen 4 Wärter. 
2 Tageräume, 
2 Baderäume mit je 2 Badewannen. 
Ausgußbecken und gemeinsamen Waschtisch, 
L^Aborträume mit je drei Sitzgelegenheiten und mit 
Pissoirraum, 
1 Teeküche mit Ausguß, Spültisch, Wärmespind, 
I.Uiensilienraum. 
Im Dachgeschoß sind Bodenverschläge für die Kleidungsstücke de» 
Personals eingerichtet.
	        
Top of page

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.