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Volume No. 1. Bericht über die allgemeine Verwaltung des Magistrats

Full text: Verwaltungs-Bericht des Magistrats zu Berlin (Public Domain) Issue 1908 (Public Domain)

Nr. 1. Allgemeine Verwaltung des Magistrats. 
13 
großen Krankenanstalten: im Standesamt III durch das Elisabeth- 
krankenhaus mit 252 Sterbefällen, in IVd durch das Krankenhaus 
am Urban mit 1 347, in V» durch Bethanien mit 514. in VI durch 
das Krankenhaus in der Gitschiner Straße mit 332, in VIII durch 
das Krankenhaus im Friedrichshain mit 1731, in IX durch das 
Königliche Klinikum (242), die Universitätsfrauenklinik (133), das 
@t. Hedwigskrankenhaus (603) und das Krankenhaus der jüdischen 
Gemeinde (166) mit zusammen 1144 Sterbefällen, in XI durch das 
Augustahospital (192) und das Lazaruskrankenhaus (257) mit zu 
sammen 449 Sterbefällen, in XII» durch die Charitö mit 1 308, in 
XII b durch das Moabiter Krankenhaus mit 1626, in XIII» durch 
das Kaiser und Kaiserin Friedrich Kinderkrankenhaus 533 und in 
Xllld durch das Rudolf Virchowkrankenhaus (1605) sowie durch 
das Paul Gerhardtslift (124) mit zusammen 1 729 Sterbefällen. 
Zieht man die Krankenhaussterbefälle ab, so ergibt sich nach 
stehende, nach abnehmenden Zahlen der Sterbefälle geordnete Reihe: 
VIII, VIIb, XIIIb, XI, XIIb. VIIa, VIIc, XIIIa, Xd. VI. III, 
I/II, Xa, Va, Xc, XIIa, IVa, Vb, IVd, IX. 
Die Angaben der Standesämter über die Zahl der Geburten und 
Sterbefälle weichen von den Feststellungen des Statistischen Amts der 
Stadt ab, da für die Eintragungen der Standesämter der Tag der 
Meldung, für die Angabe des Statistischen Amts aber der Geburtstag 
bezw. Todestag maßgebend ist. Ferner rechnet das Statistische Amt 
die in den Kranken- und Entbindungsanstalten vorgekommenen Fälle 
nicht bei dem bezüglichen Standesamt, sondern, soweit angängig, bei 
dem Standesamt der Wohnung. 
Die Zahl der in den einzelnen Monaten von allen Standes- 
ämtern angeführten Handlungen war bei den Geburtseintragungen 
am höchsten im Januar (4 443), am niedrigsten im November (3657), 
bei den Aufgebotsverhandlungen am höchsten im August (2 698) und 
am niedrigsten im Dezember (1 112). Die Eheschließungen hatten 
ihr Maximum im Oktober (3 661), ihr Minimum im Januar (t 136), 
die Sterbesälle ihr Maximum im Januar (3 40t), ihr Minimum im 
September (2 561). Die meisten Legitimationen (220) fanden im 
April, die wenigsten (149) im Juni statt. Von Urkunden wurden 
die meisten gebührenpflichtigen (7 728) im Januar, die meisten 
gebührenfreien (15 879) ebenfalls im Januar ausgestellt, die wenigsten 
gebührenpflichtigen (5 417) im Dezember und die wenigsten gebühren- 
freien (4 881) im August. 
Standesamt 
Ein 
tragung 
Lebend 
geborener 
Auf- 
gebots- 
verhand- 
lungen 
Ehe- 
schließun- 
gen 
Ein 
tragung 
von 
Sterbe 
fällen 
Besondere 
Urkunden 
über An 
erkennung 
der Vater 
schaft 
Legiti 
mationen 
Berichti 
gungen 
Urkunden, 
gebühren 
pflichtige freie 
Ueberhaupt 
1908 I 1907 
Bevölkerung 
am 1. Dezember 
1905 
(Zählung) 
I/II 
1 000 
960 
980 
1 099 
41 
45 
5 059 
2 432 
11 616 
11 907 
118 027 
III 
1 228 
992 
949 
1 151 
— 
48 
18 
4 113 
1 441 
9 940 
9 879 
97 350 
IVa 
1 576 
1 064 
1 000 
890 
— 
46 
20 
3 719 
2 436 
10 751 
11 290 
95 780 
IVd 
2 132 
847 
813 
2 225 
1 
77 
26 
3 300 
2 996 
12 417 
11 927 
90 077 
Va 
1 749 
1 262 
1 230 
1 566 
— 
72 
42 
6 491 
4 318 
15 730 
16 024 
98 158 
Vd 
1 930 
938 
904 
886 
— 
76 
70 
2 478 
4 306 
11 588 
11 765 
86 611 
VI 
1 279 
1 356 
1 332 
1 541 
— 
68 
49 
5 017 
3 448 
14 090 
13 883 
114 144 
Vlla 
1 801 
1 271 
1 245 
1 349 
— 
113 
43 
4 987 
4 629 
15 438 
15 436 
105 144 
Vllb 
3 529 
1 301 
1 253 
1 482 
— 
152 
52 
3 484 
2 494 
13 747 
13 794 
182 284 
VIIc 
3 117 
1 292 
1 248 
1 317 
— 
70 
18 
1 022 
1 900 
9 984 
9 042 
VIII 
2 852 
1 281 
1 231 
3 428 
— 
98 
94 
5 898 
5 653 
20 535 
20 968 
156 552 
IX 
2 023 
636 
618 
1 969 
— 
179 
95 
5 023 
4 493 
15 026 
16 632 
72 681 
Xa 
2 091 
1 242 
1 232 
1 095 
— 
94 
46 
4 465 
3 505 
13 770 
14 665 
110 399 
Xd 
3 450 
1 078 
1 057 
1 271 
— 
146 
24 
2 876 
3 688 
13 590 
12 679 
82 035 
Xc 
2 285 
903 
903 
1 004 
— 
74 
27 
906 
1 446 
7 548 
7 579 
84 661 
XI 
2 672 
1 602 
1 569 
1 868 
— 
143 
62 
5 608 
5 594 
19 118 
18 576 
139 339 
Xlla 
3 851 
677 
655 
2 204 
— 
322 
149 
5 489 
9 109 
22 456 
19 116 
83 197 
Vllb 
3 391 
1 520 
1 481 
3 013 
— 
140 
148 
3 462 
3 469 
16 624 
16 641 
143 370 
Xllla 
3 050 
1 071 
1 021 
1 808 
— 
143 
33 
3 524 
6 618 
16 268 
16 284 
92 815 
XII 1b 
4 113 
1 136 
1 124 
3 156 
— 
135 
34 
2 127 
3 508 
15 333 
13 521 
87 524 
Ueberhaupt 
49 119 I 
22 429 I 
21 845 I 
34 312 I 
1 1 
2 237 I 
1 095 I 
78 048 
76 483 I 
285 569 I 
280 507 I 
2 040 148 
5. 
Am 1. April 1908 hat die durch übereinstimmenden Beschluß 
der beiden Gemeindebehörden.vom 5./27. Februar 1908 eingesetzte 
Deputation für die äußeren Angelegenheiten der städtischen höheren 
Lehranstalten ihre Tätigkeit begonnen. Sie hat zu verwalten die 
Grundstücke, Gebäude, das Vermögen, die Stiftungen der höheren 
Lehranstalten und höheren Mädchenschulen, die Erhebung, Stundung, 
die Ermäßigung und den Erlaß von Schulgeld, die Verleihung von 
§ reischule, die für Unterrichtsmittel, Bibliotheken. Schulutensilien und 
ausgeräte, Heizung, Erleuchtung und Wasserverbrauch, Abgaben und 
Lasten und verschiedene Ausgaben in den Etats ausgesetzten Fonds, 
dre bauliche Unterhaltung der Gebäude, sowie die Turnhallen bei der 
3. Oberrealschule, bei den Realgymnasialklassen für Mädchen (I. städtische 
Studienanstalt) — diese beiden, solange die Schulen in provisorischen 
Räumen untergebracht sind — und bei den Realschulen und höheren 
Mädchenschulen. Die Deputation verfügt zu diesem Zweck selbständig 
über die in den Etats ausgeworfenen Fonds. Etatsüberschreitungen 
und außeretatsmäßige Ausgaben bedürfen der Genehmigung des 
Magistrats. Anderweitige Belegungen der den höheren Lehranstalten 
oder den Stiftungen, die ihnen gewidmet sind. gehörigen Kapitalien 
bedürfen der Mitzeichnung des Kämmerers. Sie erläßt die Kassen- 
anweisungen zur Zahlung der Vergütungen für außerordentliche Lehr- 
stunden. Vertretungsstunden und Rcligionsstunden für nichtevan 
gelische Schulkinder, sowie für die Turnstunden bei den Realschulen, 
höheren Mädchenschulen und bei der 3. Oberrealschule und den Real- 
gymnasialklassen für Mädchen (I. städtische Studienanstalt), solange die 
letzteren beiden Anstalten in provisorischen Räunien untergebracht sind. 
Sie bestellt die Schulrezeptoren. Sie hat die Wahlen der Direktoren, 
ehrpersonen und Schuldiener vorzubereiten. An der bisherigen 
estimmung, daß Versetzungen von Lehrpersonen und Schuldienern 
an andere Lehranstalten nicht- der Beschlußfassung im Magistrats 
kollegium bedürfen, sondern nach den Beschlüssen der Deputation im 
Wege des Dezernats erfolgen können, ist nichts geändert worden. 
Mitglieder der Deputation sind die Stadtschulräte Dr. Michaelis 
und Dr. Fischer, die Stadträte Wagner und Selberg und die 
Stadtverordneten Cassel, Mommsen, Rosenow, Schulze und 
Dr. Arons. Stadtschulrat Dr. Michaelis wurde vom Oberbürger 
meister zum Vorsitzenden ernannt. 
Bezüglich der Anrechnung der Hilfslehrerzeit der Ober 
lehrer hat sich die Stadtverordnetenversammlung durch Beschluß 
vom 9. Januar 1908 mit folgender Bestimmnng einverstanden erklärt: 
Vom 1. April 1908 ab wird den vom 1. April 1892 ab angestellten 
Oberlehrern die . über 4 Jahre hinausgehende Hilfslehrerzeit im 
öffentlichen höheren Schuldienst oder im hiesigen Gemeindeschuldienst 
auf das Besoldungsdicnstalter angerechnet, unabhängig davon, ob eine 
Beschäftigung von mindestens 12 Stunden in der Woche stattgefunden 
hat. Den ursprünglich an den Gemeindeschulen angestellten Lehrern 
akademischer Vorbildung, die seit dem 1. April 1892 als Oberlehrer an 
gestellt sind, wird die gleiche Anrechnung zuteil. 
Michaelis 1908 ist das Friedrichs-Werdersche Gymnasium 
in die neu erbauten Schulräume in der Bochumer Straße 8 verlegt 
worden. 
Am 1. April 1908 ist der langjährige Direktor des Luisen- 
städtischen Gymnasiums Professor Dr. Müller auf seinen Antrag in 
den Ruhestand versetzt worden. An seine Stelle ist Professor 
Dr. Meyer getreten. 
Im Berichtsjahre betrug die Zahl der Klassen an den 
11 Gymnasien, 7 » Realgymnasiem, 3 Oberrealschulen und den 
Realgymnasialklaffen für Mädchen.(I. städtische(Studienanstalt) 400, zu 
denen am 1. Oktober 1908 noch ie 1 Klasse bei der 3. Oberrealschule
	        
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