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Volume No. 9. Bericht über das städtische Fach- und Fortbildungsschulwesen

Full text: Verwaltungs-Bericht des Magistrats zu Berlin (Public Domain) Issue 1908 (Public Domain)

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Nr. 9. Fach- und Fortbildungsschulwesen. 
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Sommerhalbjahr. 
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1 
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2 
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VI 
1 
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— 
2 
1 
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2 
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VII 
2 
60 
— 
— 
— 
2 
— 
12 
76 
VIII 
— 
54 
— 
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30 
92 
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2 
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107 
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Winterhalbjahr. 
I 
2 
65 
1 
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9 
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II 
3 
52 
— 
— 
6 
7 
— 
5 
73 
III 
8 
76 
— 
2 
3 
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8 
93 
IV 
3 
74 
— 
— 
9 
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— 
— 
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2 
89 
— 
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VI 
2 
60 
— 
1 
1 
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77 
VII 
2 
66 
— 
— 
1 
— 
11 
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VIII 
1 
63 
— 
1 
— 
— 
— 
32 
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IX 
3 
79 
— 
3 
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Lehrerausbildungsknrse. 
Zur Heranbildung geeigneter Lehrkräfte wurden auch im Berichts 
jahre 8 Ausbildungskurse abgehalten und dafür die im Etat vor 
gesehenen 5 000 Jt verausgabt. 
Es fanden folgende Kurse statt: 
1. Ein Kursus für Lehrer in Kunstgewerbler- und Litho 
graphenklassen, umfassend Vorträge über Srillehre und Ge 
schichte des Kunstgewerbes und Besichtigung kunstgewerblicher 
Betriebe. 
Leiter: Direktor Kandeler. 
2. Ein Kursus für Lehrer in Juwelierklasien, umfassend praktische 
Uebungen in einer hiesigen Goldschmiedewerkstatt, verbunden mit 
Belehrungen über die wichtigsten Arbeitsvorgänge, Arbeits 
methoden, Materialien und Werkzeuge. 
Leiter: Direktor Haumann. 
3. Ein Kursus für Lehrer in Klempnerklassen, umfassend prak- 
tische Uebungen: Aufreißen, Zuschneiden, Spannen, Kanten, 
Bördeln, den Unischlag. 
Leiter: Direktor Kracht. 
4. Zwei Kurse für Lehrer in Tischlerklassen. 
Diese Kurse fanden an der Tischlerschule statt. Der Unter- 
kurfus umfaßte die Anfertigung der einfachen Holzverbindungen 
bis zu einer einfachen Anwendung, im Oberkursus wurde die 
Anfertigung eines reicheren Gegenstandes, bei dem auch Fournier- 
arbeiten vorkamen, geübt. 
Leiter: Direktoren Kracht und Gustävel. 
5. Ein Kursus für Lehrer in Malerklassen. Dieser Kursus um 
faßte Vorträge über die Grundbegriffe der allgemeinen Chemie 
und Technologie, die Struktur des Farbstoffes, seine Darstellung, 
seine Eigenschaften und Verfälschungen und seine Verwendung, 
sowie praktische Uebungen auf Grund der Vorträge und Vor 
führungen. 
Leiter: Direktor Kracht. 
6. Ein Kursus für Lehrer in Zahntechnikerklassen, der sich auf 
Laboratoriumskunde, Kalkulation, Anatomie und Besprechung 
der notwendigen Arzneimittel erstreckte. 
Leiter: Direktor Schulze. 
7. Ein Kursus für Lehrer in Lederarbeiterklassen, in dem Vor 
träge über Arten und Herkunft der Häute, Gerbstoffe und 
Gerbung, Verwendung, ferner über die Anatomie des Fußes 
und die durch fehlerhaftes Schuhwerk verursachten Erkrankungen 
gehalten wurden. 
Leiter: Direktor Haumann. 
8. Zwei Kurse für Lehrer in Metallarbeiterklassen, die in den 
Uebungswerkstätten des Gewerbesaales unter Leitung der 
Direktoren Frauendienst und Hrabowski abgehalten 
wurden. Die Kurse umfaßten praktische Uebungen in den Werk 
stätten für Schlosser, Maschinenbauer und Mechaniker, Her- 
stellen eines einfachen Werkstücks, Erläuterung und Vorführung 
der wichtigsten Arbeitsmethoden und -Vorgänge, der Antriebs 
vorrichtungen usw. Hieran schloß sich noch die Ausbildung 
einzelner Lehrer in geeigneten Privatbetrieben des Metall- 
gewerbes. 
Etat. 
Der Etat für 1908 schloß ab mit einem Zuschuß von 927 180 Jt, 
hierin war ein Extraordinarum von 65000 Jt zur Neubeschaffuug 
von Inventar, Neueinrichtung von Beleuchtungsanlagen in den zur Mit 
benutzung in Anspruch genommenen Gemeindeschulen und zur Be 
schaffung von Unterrichtsmitteln enthalten. 
Die Jstausgabe betrug 895 966 Jt. 
Frequenz. 
Die Gesamtfrequenz betrug im Sommerhalbjahr 29183, im 
Winterhalbjahr 30 392 Schüler. 
Wegen der Verteilung dieser Zahlen auf die einzelnen Bezirke, 
Berufe und Altersstufen vergleiche die am Schluffe dieses Abschnittes 
abgedruckten Frequenzübersichten. Die Klaffenfrequenz betrug im 
Durchschnitt 30 im Sommerhalbjahr und 30,76 im Winterhalbjahr. 
Befreiungen. 
Die Befreiungen regelt der § 8 des Orlsstatuts. 
Wegen Besuches einer der als Ersatz für die Pffichtfortbildungs- 
schule anerkannten fünf Fachschulen fanden 
im Sommerhalbjahr 3 651, 
- Winterhalbjahr 3 750 
Befreiungen statt, die sich, wie folgt, auf die einzelnen Schulen 
verteilen: 
Sommerhalbjahr Winterhalbjahr 
1. Kaufmännische Fachschulen der 
Korporation der Kaufmann- 
schaft 2 066 Schüler, 2 080 Schüler, 
2. Fachschule der Buchdrucker . 
1332 
1407 
3. Lehrlingsschule der Firma Lud- 
wig Loewe & Co., A.-G. . . 
73 
64 
4. Fach- und Fortbildungsschule 
der Fleischerinnung.... 
146 
169 
5. Fachschule für Schornsteinfeger 
34 
30 
zusammen 3 651 Schüler, 3 750 Schüler. 
Die Anerkennung weiterer Fachschulen fand im Berichtsjahre 
nicht statt. Von den fortbildungsschulpflichtigen Lehrlingen usw. ist 
der Besuch der als Ersatz anerkannten Fachschulen nur den dem 
betreffenden Gewerbe angehörigen Personen gestattet. Etwaige Aus 
nahmen unterliegen unserer Genehmigung. 
Ferner wurden befreit auf Grund des § 3, 2 des Ortsstatuts 
— weil sie sich bereits die allgemeine Bildung angeeignet hatten, 
welche das Ziel der Fortbildungsschule ist — 1 Schüler, auf Grund 
des 8 3, 3 des Ortsstatuts — wegen schwerer körperlicher oder 
geistiger Gebrechen — 17 Schüler. 
Befreiungen gemäß § 3, 2 können nur auf Grund einer var 
dem Direktor der zuständigen Pflichtforlbildungsschule abzulegenden 
Prüfung erfolgen. Die näheren Bcstiminungcn hierüber sind in 
einem Beschlusse der Deputation vom 7. Februar 1908 niedergelegt. 
Strafen. 
Nach einem Erkenntnis des Reichsgerichts stehen alle in der 
Volksschule zulässigen Zuchtmittel auch der Fortbildungsschule zu 
Gebote. 
Im § 10 des Ortsstatuts sind außerdem für Zuwiderhandlungen 
gegen die Vorschriften in den §§ 6, 7, 8 und 9 des Ortsstatnts 
Geldstrafen bis zu 20 Jt oder Haft bis zu 3 Tagen angedroht. 
Diese Strafen werden durch den Herrn Polizeipräsidenten fest 
gesetzt und vollstreckt. 
Vom 1. Juli 1908 ab gelangte daneben die durch den weiter 
oben erwähnten Nachtrag zum § 10 des Ortsstatuts zugelassene 
Arreststrase zur Anwendung. Sie wird in Klassenzimmern, außerhalb 
der Schul- und Arbeitszeit, unter Aufsicht von Lehrern verbüßt. 
Die Arrestanten werden mit Schularbeiten beschäftigt. 
Tie Einführung dieser Schulordnungsstrafe hat sich als heilsam 
und wirkungsvoll erwiesen. Sie bewahrt die jugendlichen Schüler 
in leichteren Fällen der Zuwiderhandlung vor der Berührung mit 
der Polizei und den Gefahren, denen sie bei Verbüßung einer Haft- 
strafe durch die verderblichen Einflüsse der Mitgefangenen ausgesetzt sind. 
Die auf Grund des § 10 des Ortsstatuts notwendig gewordenen 
Bestrafungen sind aus nachfolgender Zusammenstellung ersichtlich.
	        
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