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Volume No. 23. Bericht über die Verwaltung des Arbeitshauses und des Arbeitshaushospitals in Rummelsburg

Full text: Verwaltungs-Bericht des Magistrats zu Berlin (Public Domain) Issue 1907 (Public Domain)

Nr. 28, Arbeitshausverwaltung. 
3 
1* 
Männer, Weiber 
3. Vor dem 18. Lebensjahr waren mit 
Freiheitsstrafen belegt 78 — 
4. Ursachen der Verurteilung: 
Uebertretung des § 361 Nr. 3 des Reichs 
gesetzbuchs — Landstreichen — — — 
desgleichen Nr. 4 — Betteln — .... 593 1 
- - 5 — Müßiggang — . . . — — 
- - 6 — Gewerbsunzuchi — . — 22 
. - 8 — Obdachlosigkeit —. . 441 10 
Auf Grund des tz 181a Kuppelei (Zuhälterei) 40 — 
5. Dauer der Korrektionshaft 
bis 6 Monat 125 13 
über 6 Monate bis unter 2 Jahren ... 516 16 
2 Jahre 433 4 
6. Heimat nach Geburt. 
Provinz Ostpreußen 75 2 
- Westpreutzen 57 4 
> Brandenburg ohne Berlin ... 196 8 
Stadt Berlin 242 9 
Provinz Pommern 86 1 
. Posen 95 8 
• Schlesien 151 5 
- . Sachsen 43 — 
- Schleswig-Holstein 5 — 
- Hannover 9 — 
• Hessen-Nassau 4 — 
- Westfalen 15 — 
Rheinprovinz 11 — 
Hohenzollernsche Lande 7 — 
a) Königreich Preußen 996 32 
b) in anderen Staaten des Deutschen Reichs «73 — 
o) im Auslande 5 1 
7. Letzter Wohnort, in dem der Verurteilte 
den Mittelpunkt seines bürgerlichen 
Lebens gehabt hat: 
Großstadt mit mehr als 100000 Einwohnern 
Mittelstadt von 20000-100000 - 1 
Kleinstadt - 5 000— 20 000 1 
Gemeinde - 2 000 — 5 000 • 1 
° unter 2 000 Einwohner ... — 
8. Alter bei der Einlieferung: 
19 Jahre voll 1 — 
20 - - 5 1 
21 - - 6 4 
Von 19 bis unter 21 Jahre 12 5 
. 21 - - 25 - 23 2 
i - 25 - - 30 66 5 
- 30 - - 40 252 10 
- 40 > . 50 352 7 
- 50 - - 60 - 280 4 
. 60 - . 70 80 — 
70 Jahre und darüber 9 — 
9. Geburt: 
ehelich 1027 30 
unehelich 47 3 
10. Glaubensbekenntnis und Religion: 
evangelisch 915 22 
katholisch 149 10 
jüdisch 7 — 
Andersgläubige 3 1 
11. Erziehung bis zum 14. Lebensjahre: 
im Elternhause 986 28 
bei Fremden 85 5 
in öffentlichen Anstalten ' 3 — 
12. Eltern: 
. . Iliet Vater . 146 6 
verstorben vor dem 14. Lebens- bie Mutter . 74 — 
jähre des Korrigenden | be{be gj ler „ 40 2 
Stiefvater 2 — 
Stiefmutter 3 — 
13. Schulbildung: 
ohne — — 
mangelhafte 140 5 
Volksschule 931 28 
höhere Schule 3 — 
14. Sprache: 
deutsch 1067 32 
polnisch und deutsch 7 1 
15. Im Militär gedient 144 — 
16. Familienstand: 
ledig ~54 19 
verheiratet 206 9 
verwitwet 63 4 
geschieden 51 1 
17. Vermögen: 
ohne Einkommen 1074 33 
18. Gesundheit: 
arbeitsfähig 1014 33 
vermindert arbeitsfähig 60 — 
Wegen Verletzung der Hausordnung wurden im Berichtsjahre 
355 niännliche Häuslinge in 440 Fällen und 7 weibliche in 7 Fällen 
mit Disziplinarstrafen belegt. Das Prozentverhältnis der Bestraften 
zur Durchschnitts kopfstärke ist beiden Männern 355:1369 — 26 v. H. 
und bei den Weibern 7:65 — 11 v. H. 
Werden im Hospital zu Rummelsburg von dem Zugänge von 
419 Männern und 230 Weibern diejenigen 142 Männer und 148 
Weiber außer Betracht gelassen, deren Zugang durch Wiederaufnahme 
bezw. Rückkehr vom Urlaub oder durch Zurückverlegung aus dem 
Filialhospital erfolgt ist, so verbleiben 229 Männer und 82 Weiber. 
Hinsichtlich der persönlichen Verhältnisse dieser Personen ist folgendes 
zu bemerken: 
Es waren 
3. dem Familienstande nach: 
M. W. 
1. der Religion nach: 
evangelisch . . 
192 
66 
katholisch . . . 
35 
16 
jüdisch . . . . 
2 
— 
2. dem Alt?r 
nach: 
bis zu 20 Jahren. . 
1 
2 
von 20 bis unter 
30 I. 
5 
5 
- 30 - - 
40 - 
29 
8 
. 40 - - 
50 - 
46 
15 
- 50 - 
60 - 
65 
28 
- 60 - - 
70 - 
67 
16 
- 70 - - 
80 - 
15 
7 
über 80 Jahre . 
. 
i 
1 
ledig 
M. 
97 
W. 
29 
verheiratet .... 
73 
18 
verwitwet 
50 
31 
geschieden 
9 
4 
4. erwerbsunfähig 
waren 
wegen: 
Stumpfsinns.... 
27 
10 
Lähmung 
53 
17 
Augenleidens. . . . 
7 
2 
Blindheit 
3 
2 
Krebs-, Magen-, Herz-, 
Rückenmarksleiden . 
30 
12 
Hals-, Brustleiden, 
Lungenschwindsucht. 
83 
13 
Körper- u. Altersschwäche 
25 
18 
5. Von den 229 Männern hatten 64 dem Arbeiterstande und 116 
dem Handwerkerstande angehört: 24 waren Diener und Haus 
gesinde und 25 im Handel und Verkehr, als Schreiber .'c. früher 
erwerbstätig gewesen. 
6. Vor der Aufliahnie in das Hospital waren gerichtlich vorbestraft 
gewesen wegen: 
Widerstandes gegen die Staatsgewalt 
11 Kopfe 
in 
61 Fällen. 
Beleidigung 
18 
60 - 
Körperverletzung 
24 
49 - 
Hausfriedensbruchs 
13 
40 - 
Unzucht und Sittlichkeitsverbrechens. 
28 
432 - 
Diebstahls, Hehlerei 
60 
182 - 
Betruges, Fälschung, Unterschlagung 
39 
89 - 
Sachbeschädigung 
3 
7 
Bettelns 
182 
■ 1938 - 
Arbeitsscheu 
27 
121 - 
Nichtbeschaffung eines Unterkommens 
13 
67 . 
Meineid 
1 
1 - 
Münzverbrechens 
1 
1 . 
Landfriedensbruchs 
1 
1 - 
Kuppelei 
4 
6 . 
Unfug 
7 
- 
26 . 
Verbrechen im Amte 
i 
2 . 
Raub 
i 
1 - 
Brandstiftung 
2 
- 
2 - 
Blutschande 
2 
- 
7 
Um die Hausordnung aufrecht zu erhalten 
wurde 
in 
159 Fällen, 
und zwar in 128 bei den Männern und in 31 bei den Weibern, 
wegen Zänkerei, Umhertreibens, Trunkenheit, Branntweinschmuggels rc. 
die Erlaubnis zum Ausgang entzogen. 
Auf Grund der Hausordnung ist jeder Hospitalit verpflichtet, 
nach seinen Kräften in der Anstalt zu arbeiten. Außer den allgemeinen 
häuslichen Dienstleistungen und Ausräumungsarbeilen sind als Schneider 
mit Flicken, mit Wäscheausbeffern und Klopfen, als Saalwärter, sowie 
mit Reinigungsarbeilen in den Hospitalrevieren durchschnittlich 
19 inännliche und 40 weibliche Hospitaliten beschäftigt gewesen. Im 
Filialhospital waren 17 Männer niit Hausarbeit beschäftigt. 
3. Beschäftigung der Korrigenden — Arbeitsverdienst — 
Arbeitsprämie (Üeberverdicnst — Unterstützung bei Entlassung). 
Die Arbeitskräfte der Korrigenden sollen nur für die städtischen 
Verwaltungen verwendet werden. Die nachfolgende Uebersicht zeigt, 
wie die Beschäftigung unter Beobachtung dieses Grundsatzes statt 
gefunden hat.
	        
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